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15. Oktober 2019, 10:48

Fresse halten und aufhören zu jammern

Hallo Ost-West-Mädels,

ne, jetzt einfach mal Fresse halten!
Ich habe es so satt.
Soooo satt!

Dieses Gejammer. Immer nur Mimimimi.
Und nur über BLÖDSINN!
Ich habe das Gefühl, man jammert nur, des Jammerns wegen.
Herrje! Wenn jemand was anders machen, will, dann soll er doch. Lasst ihn doch. Wozu jammern! Und wenn der eine was hat, was ich nicht hab, erst nachdenken, ob ich das auch haben muss, dann überlegen, ob ich mir das auch besorgen kann und erst wenn es LEBENSWICHTIG ist und ich es nicht bekommen kann: DANN HILFE RUFEN.

Nicht jammern!

Denn das Erstaunlichste an diesem Jammerwettstreit momentan ist ja wohl: Die Leute, die wirklich jammern dürften, tun es nicht, weil sie sehen, dass die Leutchen schon jammern, die gar nicht jammern müssen.
Das so absurd ist, dass sie selbst dann auch nicht mehr jammern wollen.
Und vor allem, wenn alle jammern, dann hört man ja das echte Jammern nicht mehr!

Das Jammerbeispiel Nummer 1 ist ja „das Zusammenwachsen von Ost und West“.
Ja und?
Es ist grundlegender Schwachsinn zu glaube, wir (Ost und West) wären noch nicht zusammengewachsen, immer noch zwei grundverschiedene Teile Deutschlands, die ganz weit von einander weg leben.

Äh?
Mal auf eine Karte geguckt?

Was stimmt ist, dass die unterschiedlichen Regionen Deutschlands nicht gleich ticken, aber ein Norddeutscher ist auch völlig anders als ein Bayer?
Zu Recht!
Und? Sagt da einer, die beiden sind nicht zusammen gewachsen? Nein, die wollen auch nicht zusammenwachsen!
Was hat man denn davon, zusammenzuwachsen? Außer größerem Hunger und einem eingeschränkten Bewegungsfreiraum?

Ja, im Osten ist dies und jenes nicht fertig, nicht gemacht, nicht schnickschnack. Aber selbst wenn es im Westen besser aussieht, ist es da wirklich besser? Wenn ja, warum kommen nicht alle auf diese Seite des Landes?
Dafür bracueh wir nicht mal Flüchtlingszentren. Nur Sprachkurse...
Dann machen wir aus dem Osten einen Nationalpark mit guter Luft.

Hört doch auf, immer das jammern noch zu beschreien und so auf einen Sockel zu heben, da jammert man ja gleich noch viel mehr, weil man so schön beachtet wird!

WAS WIRD VOM JAMMERN BESSER?

Dann TUT DOCH WAS!

Aber nicht das Jammern farbenprächtig diskutieren! Das bringt nix.

Das ist wie beim Heulen.
Momentan könnte ich andauernd heulen. Ja, ist so. Läuft halt nicht.
Meine Leute sind so lieb und lassen mich auch heulen, aber was sie NICHT TUN ist, ankommen, und sagen: Ja ja, jammer nur du Arme! Du sitzt echt in der Tinte!

Das weiß ich selber!!!
Und Mitleid hilft nicht, sondern dann heule ich nur noch MEEEEEHHHHHR!

Also aufhören mit dem Jammern.
Und sich sagen: Immerhin das, was ich habe, habe ich.
Punkt.
Und was der andere hat, kann ich schön finden, dann bemühe ich mich, das auch hinzubekommen, oder mir wird klar, dass das, was der hat, ich gar nicht brauche.
Beides hilft, den anderen nicht kraftraubend HASSEN ZU MÜSSEN – für gar nix!

So.
Fresse halten!


In diesem Sinne
Die Nichtganzsogutgelaunteundihr​eruhehabenwollende

Redakteur




18. September 2019, 08:30

Ordnungshassend


Hallo Mädels,

ich habe Manuskript Nummer 8 abgegeben und nun überkam mich grauehafte Langeweile. Und da sie groß genug war, habe ich angefangen, Schränke und Schreibtische auszumisten.

Ich fand allerlerlei Krempel.
Keine Kunst.

Also da ist dieses kleine schwarze Teilchen in der Küche. Kene Ahnung,w o das hingehört,a ber es ist so klein und so schwarz.Warum nicht schnell mal wegwerfen?
Antwort: Vielleicht fällt dann das Haus zusammen?

Und was ist mit dem T-Shirt, dass so wahnsinnig hässlich und so wahnsinnig zu klein gekauft wurde?
Warum werfe ich es nicht weg?
Antwort: Weil ich es noch nie anhatte.

(Ja, ich weiß.... die Frage ist eigentlich: Warum sollte ich denn je das Ding anziehen? Es ist ja zu klein und zu hässlich)...

Kennt Ihr die Sendung Kunst und Krempel?

Da ist IMMER einer dabei, der da im Sendezeitraum staunend erfährt, daß er da einen echten Soundso in der Abstellkammer an der Wand hängen hat. Toll. Und er sagt dann, dass er dieses Werk beinahe bei der letzten Renovierung weggeworfen hätte, weil er es so scheußlich fände.
Hat er aber nicht.
Warum?
Weil er genau das erhoffte?

Steckt in uns allen diese vage Hoffnung?
Daß einer sagt: Dein Krempel ist wertvoll?
Warum?
Ist es denn nicht wichtiger, ob es für uns wertvoll ist?
Haben wir beim Beinahewegwurf plötzlich es mit der Angst zutun bekommen, daß jemand dies aus dem Müll heraussucht und dann in so einer Sendung auftaucht.
Welch Horror. Ja, und dann sagt einer der Herren auch noch:
Nun, eigentlich ist ja der ideelle Wert der maßgebliche, aber bei Sammlern kann dieses Stück, trotz dieser kleinen Gebrauchspuren in der oberen Ecke, hinter dem Blattgold und neben den 12 Diamanten auf der Madonna aus dem 11 Jahrhundert sicher um die 8 Millionen Euro bringen.
Vorsichtig geschätzt.

Sind wir nun Sammler?
Oder Egoisten?
Nein, wir sind unordentlich.

In diesem Sinne
Frau zum Wegschmeissen

Redakteur




16. September 2019, 09:42

Der Ecksit

Hallo Mädels,

es gibt Dinge, die tut man nicht. Oh, ich meine jetzt nicht etwa das berühmte IndieHosepackenwenneinStadio​ninhaltzuguckt. Ich meine, es gibt dieses degoutante Gefühl: „Nee, das lass ich jetzt so.“

Konkret: Es gibt eine Ecke in meiner Wohnung die ist ein klassischer Lowperformer durch mein spontanes Desinteresse an einer konkreten Verwirklichung der AntiChaosTheorie.
Es ist, als wollte ich der Nachwelt mit der vorherrschenden Unordnung was mitteilen. Aber was?

Es ist die Quengelzone meiner Unordnung. Jegliche, schwedische Werbetreibende, die Ordnungsboxen und ähnlichen Unfug anbieten, prallen an dieser Ecke ab. Es ist, als wäre Unordnung in diesem Fall meine Strategie. Ich würde sogar sagen, dass bisweilen die Besucher meiner Wohnung denken: Wie erfrischend!
In Wahrheit ist diese Ecke akut desolat.

Nehmen wir als extremes Gegenbeispiel mal meinen Balkon. Ich kann Stunden damit verbringen, das vorhandene Pflanzenmaterial hin und her zu schieben. Fachärzte für Gehirnverwurschtelung vermuten bei mir, dass mein ureigenes Chlorophyll-Ich ein ganz bestimmtes Bild durch Nachstellen zu kreieren sucht. Dieses Bild macht aber gerade Heilschweigen und zeigt sich nicht klar, sondern wartet (wie bei einem Panzerknacker nur durch ein leises Klacken) auf die Komplettlösung.

Im Haus indes diese Ecke. Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, das alles eine Seele hat. Die Ecke hat eine ziemlich dominante Seele.

Es beginnt zu regnen. Die Balkonbewohner sind erfreut, denn gegossen habe ich meine Blumen nicht. Nur andauernd umgeräumt, dass die schon durch ihren unfreiwilligen Stellungswechsel das verwirrende Gefühl haben, das Weltall sei komplett verrückt geworden, und die Sonne plötzlich aus allen Himmelsrichtungen komme.

Hessische Unwetter zwingen mich in die Wohnung.
Lungere nun in der Nähe der Ecke herum. Vorwurfsvoll schaut sie mich an.
Es ist zu vermuten, dass meine spezielle Ecke bald ein Referendum anstrebt und mir dann mitteilt, sie will aus der Wohnung austreten.

Es wird eine falsche Entscheidung sein, die ich sehr bedauere - aber ich werde natürlich darauf bestehen, dass die Ecke ihren Auszug zügig plant und durchführt.


Demokratie ist, wenn alle nicht wissen wohin und warum.

God save the Green.


In diesem Sinne
Der Inbegriff von german Gemütlichkeit

Redakteur




19. Mai 2019, 11:20

Madonnengleich vergeigt. ESC 2019


Hallo Mädels,

wenn die Niederlande gewinnt, sind wir ja oft etwas angepisst. In diesem Fall überhaupt nicht. Der Eurovision Song Contest 2019 hat uns wieder bestens unterhalten.

Jedes Jahr aufs Neue sind wir absolut geflasht davon, wie sich mehr als zwei Dutzend Nationen keine besseren Lieder ausdenken können, als das, was da auf gigantischer Bühne geboten wird. Man sollte doch meinen, dass eine national ausgewählte Musikdarbietung (von der geschätzte 8 Millionen Musikschaffende genau wissen wie etwas zu erschallen habe, damit es den 180 Sekunden Anforderungen eines völlig übersättigten Publikums genügt), irgendeinen Eindruck beim Publikum hinterlässt.
Nein. Nichts.
Von 26 Darbietungen bleiben kaum 4 im Gedächtnis.

200 Millionen Zuschauer für die Folgendes vorbereitet war:
Eine Moderatorin, die ihre Titten vergessen hatte,während ihre Kollegin sich in Alu gewickelt hatte. Dazu: Tanzende Arzthelfer, Albanien will seine Leute zurück, Tschechien in Schwarzrotgold, der Russe singt sein verregnetes Spiegelbild an, juchzende Segelohren fürs Brexitland, unsere Schwestern (S!sters) des Grauens und dazwischen der Mann am Klavier, der die ganze Sause hier gewinnt.
Der Holländer.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Erwartungen des jährlichen Publikums zu hoch waren, denn wir wissen, dass da kein Welthit bei rum kommt, und derjenige der bereits vorher als Favorit gehandelt wird, siegt immer.
Aber in der Pause war noch Platz für ein weltweite, professionelle Drama!

Madonna - Supersupermegamega-Star Supersupermegamega-Blamage.

Na, das war sicher eine Entlastung für jeden Teilnehmer! Keiner von denen hat schlechter gesungen als dieser singende Games-Of-Thrones-Mopp!
Wenn man Madonna heißt, sollte man vielleicht wissen, dass das Leben böse enden kann.
Schief singen ist nicht schlimm, eigentlich sympathisch, aber nur wenn man zwischendurch auch mal einen Ton trifft, mit dem man das viele Geld verdient?

Es ist seltsam, wie in unserer Welt, in der der reichste Club Deutscher Meister wird, weil die reichsten Leute immer das meiste Geld ans ich reißen und alles gewinnen, weil Reichtum nun einmal Dreistheit bedeutet, gibt es diese vergoldete Megashow voller Verlierer.

Unsere beiden Verlierer, die S!STERS, hatten ein denkbar schlechtes Lied, das einen sich auffällig nahe an NULL liegenden Wiedererkennungswert hatte, und eine Darbietung war nicht vorhanden. Den Misserfolg voll im Blick, würde ich sagen.
Wer so was in den Wettbewerb schickt, hat mit allem abgeschlossen.
Drittletzter. Immerhin sagen wir da. Und 32 ganze Punkte. Mehr als Madonna.


In diesem Sinne
Mariamaria

Redakteur




10. April 2019, 07:40

Vergiss es!

Hallo Mädels,

manchmal schmerzt die Erinnerung. An einen lieben Menschen, der diese Welt zu früh verließ, oder daran, dass man von einem wichtigen Freund einfach fallen gelassen wird, weil man nicht mehr richtig funktioniert.

Der Wunsch nach Vergessen ist mindestens genauso groß wie der Wunsch, das Wissen dieser Welt parat zu haben. Um zum Beispiel in einem albernen Quiz mühelos mal eine Million mitzunehmen.
(Aber das Quiz gäbe es ja nicht, wenn wir nicht allesamt ein gedächtnis wie ein Sieb hätten...)

Unser Hirn ist etwas schwierig. Es tut offenbar selten das, was wir wollen, als sei es eine eigene Persönlichkeit ins uns.

Es gibt aber eine Erklärung. Was absurd klingt, haben Wissenschaftler bewiesen: Wenn wir uns an etwas erinnerten, vergessen wir ähnliche, in dem Zusammenhang störende Erinnerungen.
Unser oberschlaues Gehirn unterdrücke aktiv die konkurrierenden Erinnerungen. Der Vorgang des Erinnerns gestalte so, welche Aspekte unserer Vergangenheit zugänglich bleiben - und welche nicht.

Das Erinnern scheint ein doppelschneidiges Schwert zu sein.

Experten nehmen an, dass es einen hemmenden Kontrollmechanismus gibt, der dafür verantwortlich ist: Er unterdrückt Erinnerungen, die "dazwischenfunken", wenn man sich an etwas Bestimmtes erinnern möchte. Nach und nach führe diese Unterdrückung dann zur Auslöschung der Erinnerung.

Warum nur, kann ich das nicht aktiv herbei führen?
Oder kann ich es? Und will es nur nicht?
Ich verstehe mich selbst nicht.

Aber da scheint es den Wissenschaftlern genau so zu gehen, bin also in guter Gesellschaft.

Äh, worum geht es?


In diesem Sinne
Habesvergessen

Redakteur




01. April 2019, 10:48

Wichtigkeitsdefinierer und Schleckmuscheln


Hallo Mädels,

die ungebremst sinnlose Freude am der verschmusten Retrospektive ist mir nicht immer klar, aber wenn ich mir selber beim Reden zuhöre, dann stelle ich mit erstaunt geöffnetem Munde fest: Huch, das mache ich ja auch!

Was?
Was von früher erzählen.

Nun, wenn mein Kind mich nach etwas fragen, muss ich in der Regel gedanklich sowie sachlich ausholen, es erst erklären, dann mit einem Beispiel verdeutlichen.

Aber manchmal ist „Von Früher“ einfach nur Thema.
Ohne Versachlichung, ohne Thematisierung, ohne Zukunftsorientierung.
Dann wird es eine Aufzählung all jener Dinge, die ich lieb hatte oder einfach nur saublöd fand.

Lieb hatte ich: Bastelteil der MickyMaus (Zusammengebaut von Papa)
Doof fand ich: Flötenkreis (Teilnahme leider ich selbst)

Es gab auch Kleidungsstücke, die man zur historischen Tragezeit (70er) einfach anzog, weil die Mutter Winter befohlen hatte und/oder weil sie es raus gelegt hatte. Und/oder weil es noch sauber war und/nichtoder nicht zu sehr roch.
Erst im Nachhinein, vor allem nach Begutachtung von Bildmaterialien, die die Textiliennutzung im Beisein von anderen Angehörigen des damaligen Haushaltes (man nennt es auch Geschwister) wird das damalige Modeerlebnis zum aktuellen Horrotrip.

Warum tut man sich den Rückblick an?

Ähnlich wie der Schulterblick beim Einreihen in den Straßenverkehr ist es zunächst einmal eine Einordnung. Es ist nützlich, gesund und hilft bei der Orientierung.
Aber warum ist es auch schön?
Muss ich mich wirklich an den alten Schrank erinnern, in der fast ungelesene Angelique-Romane so dekorativ herumstanden?

Wahrscheinlich weil die Hauptdesignerin meiner Kindheitserinnerung (auch unter dem Künstlernamen „Mama“ bekannt) das Kunstwerk vollendet abrundete mit selbstgestrickten Pullis, Hausmannskost, Haareflechten und Umarmungen, die mir das Gefühl gavebm niemals hinfallen zu müssen.

Wichtigkeitsdefinierer werden natürlich anmerken, das ich in meiner Jugend nie in so tollen Ländern war wie China, Kambodscha, Australien oder Juäs-ä. Stimmt. Wir waren in Holland. Immerzu.

Ich fürchte, da in meinen Erinnerungen mehr so Dinge wie Am laufenden Band, Wum und Wendelin und Schleckmuscheln vorkommen
- statt Weltkriege oder Terroranschläge (RAF war ja offenbar eher ein Einzelschicksal einer Gruppe von überengagierten Einzeltätern) -
ist meine Kindheit irrelevant.

Na, dann ist also meine Kindheit nur mein Hobby.


In diesem Sinne
Hobbytobbyfliwatüt

Redakteur




27. März 2019, 08:28

Lesen macht andere nervös


Hallo Mädels,

Frühjahrsputz im Hobbykeller.

Leute, die in meinem Heim herumlungern oder zu einer Stippvisite das Wohnzimmer diametral perforieren, wissen, was zu lesen ich mittlerweile bereit bin. Goethe, Schiller als angeberische Aufwärmübung, dann Biografien von Byron und Balzac (wegen der Alliteration). Dazu Proust und Schopenhauer wegen der dekorativen Ausgaben. Rilke jammert sich lyrisch durch mein Lesestudium, Poe und Kafka verbreiten derweil Schrecken und Düsternis, bevor ich meine Leselampe anschalte und mit Mao-Biografie und Dalai Lama versuche, meine asiatische Gelassenheit zu dekorieren.
Dazwischen durchstolpere ich ein wenig peanuts-eske Welt und komme zur Ruhe mit deutschem Jugenstil und verwühle mich sogleich mit dem französischem Enfant terrible Frederic Beigbeder (weil man den Namen nie richtig aussprechen kann. Siehe auch: Houellebecq).

Ich liebe es, wenn man mir, wie gerade im Frühling auf der Leipziger Buchmesse geschehen, schwere literarische Kost entgegen wirft.

Lies das mal!

Es klingt immer so, als würden die Leuten denken, ich wäre gebildet.
Und ich lasse sie tunlichst bei dieser Fehlbalsamierung meiner Geisteskraft.
In Wahrheit liebe ich Parfüms und Cremes, Dekozeitungen und handyspielchen wie Candy Crush.

Ich bin von außen tiefsinniger als von innen.

In diesem Sinne
Die Autorin liest selbst

Redakteur




19. März 2019, 08:18

Hausfrauengedanken


Hallo Mädels,

man ist ja manchmal stinksauer und dann muss man auch mal was sagen. Das tue ich jetzt mal:

Also...

Zu ergründen, was früher da war Huhn oder Ei, ist ebenso unproduktiv, wie die Frage,

ob gewisse Frauen dumm sind
und daher nur fürs Putzen und Waschen taugen

oder

dumm wurden, nach Übernahme dieser undankbaren Arbeit

oder gar

nur dumm zu nennen sind,
weil sie die nicht enden wollende Hausarbeit freiwillig übernahmen,
in der irrigen Annahme,
der Gatte und die Gesellschaft
wissen dies zu schätzen.

Könnt Ihr mir folgen?

In diesem Sinne
Das Fusselsieb der Gedanken

Redakteur




15. März 2019, 08:30

Die Freiheit ist weiblich

Hallo liebe Mädels,


ich bin traurig. Fühle mich von Umständen und meinem Inneren getrieben. Fühle mich unfrei.

Was mir immer mehr auffällt, vielleicht weil ich Zeit habe oder weil ich reifer bin: An dem Grad, an dem sich Frauen in einer Gesellschaft frei bewegen und entscheiden können, erkennt man die Qualität der Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit in ihr.

Das Thema ist groß und schwierig.
Die Freiheit der Frau wurde ja schon viele Jahrhunderte früher eingeschnürt.

Viele von uns fügen sich ohne große Anweisungen, ja fast von Männern und Frauen UNBEMERKT in die momentane Ungerechtigkeit in der uns einschnürenden Gesellschaft,
weil wir so erzogen,
unsere Mütter so erzogen
und unsere Großmütter so erzogen wurden.

Und keine dieser Frauen war dümmer als eine andere!
Und doch. Es ist Unrecht. Uns muss kein Mann mehr unterdrücken, die Unterdrückung ist ja schon in uns.

Wo ist unsere Freiheit?


In diesem Sinne
Eine Frau

Redakteur




01. März 2019, 07:56

Gretchenfrage oder Geldchenfrage



Hallo Mädels,

wie immer hilfreich und gut, will ich erst klären, was das ist, die Gretchenfrage.

Es ist die eher unangenehme Frage nach der Gesinnung. Die Forderung absoluter Ehrlichkeit. Der Begriff stammt (wie alles Komplizierte in der deutschen Sprache) vom alten Goethe und natürlich aus dem FAUST.

Darin stellt die Figur Gretchen, der Hauptfigur Heinrich Faust die Frage: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“

Würde Gretchen mir ihre Frage stellen, würde ich schreiend weglaufen. Faust hingegen hat das anders geklärt.

Er hat Gretchen in den Wahnsinn getrieben.

Faust und ich, wir halten nichts von Religion, doch diese Ablehnung hilft uns nicht wirklich weiter, wir glauben doch beide an etwas.

Da ist doch was, denken wir und haben recht.

Aber der Glaube daran ist nicht groß. Größer ist der Glaube ans Geld.
Geld.
Was die Menschen für ein paar Euro bereit sind zu beißen, zu kratzen und zu betrügen.

Dafür zerstören wir, dafür morden wir, dafür lassen wir andere vor die Hunde gehen.

Stell mir nicht die Gretchenfrage, denn dann frag ich nach deiner Kontonummer.

Lassen wir es für heute gut sein.
Ich habe schlechte Laune, Faust.

(Goethe war übrigens gehobener Mittelstand mit Anschluss an den Adel...nur soviel dazu)


In diesem Sinne
Lotte von Willmehr

Redakteur



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