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Der Blog


     


09. Dezember 2018, 11:27

Tipps für Autoren

Hallo Mädels,

wenn Ihr schreiben wollt, so lest bloß nicht darüber, wie man es tun sollte, sondern schreibt einfach.

Schreiben, nachlesen, wegwerfen. Neu schreiben.



Denn eins sollte Euch eine Warnung sein:

Es schreibt keiner wie ein Gott, der nicht gelitten hat wie ein Hund.

(Marie von Ebner-Eschenbach)


So. Nun ist Ruhe.


In diesem Sinne
Die stumpfe Feder

Redakteur




09. Dezember 2018, 11:23

Warum schreibe ich ein Buch? Keine Ahnung.

Hallo Mädels,

mein Manuskript ist weg. Seit Mitte des Jahres arbeite ich an der Sache, und nun ist es weg. Letzte Woche Donnerstag wurde es am 23 Uhr 22 das letzte Mal gesehen. Was klingt wie der größte Blödsinn aller Zeiten (auch für meine eigenen Ohren) ist leider allzu schmerzlich.

Mir geht es gar nicht gut.
Ich liege auf dem Bett und hab echte Schmerzen. Kleine nur, aber nicht zu übersehen.

Einen Roman zu schriftstellern, erfordert nicht nur Fantasie und die Disziplin, gute 350 Seiten zu füllen, ein bisschen Schreibtechnik und eine gute Lektorin und nicht zuletzt einen Verlag, der das veröffentlicht. Nein. Es kostet dich Schmerz. Und zuweilen etwas den Verstand.

Schmerz, der nicht zu verorten ist, der nicht genug ist, um eine Tablette dagegen zu erfinden, zu groß um irgendwas anderes zu tun als dazuliegen und sich leid zu tun.

Das Manuskript ist weg. Es ist beim Verlag, der es nun sauber weiter verarbeitet, aber ich habe es nun nicht mehr. Es wurde daran gearbeitet, hart gearbeitet.
Eine kühle, aber unfassbar hilfreiche Lektorin hat kritisch drüber gesehen, Fehler gefunden, Fehler angesprochen und gnadenlos darauf bestanden, dass ich mich diesen Fehlern stelle. Das tat gut.
Aber es dann abzugeben? Das tut weh.

Gibt es wieder ein Manuskript? Laut Verlag wollen sie mehr.
Gut. Aber bekomme ich noch eins hin?

Aber auch das ist es nicht, was weh tut.
Was weh tut sind die Menschen, der eine Mensch, der nun fort ist. Der in dem Manuskript lebt und der nun fort ist. Zu anderen geht.

Eine Figur zu entwerfen, mit meinen Worten, ihm aber seine eigenen Worte sprechen, sein leben leben zu lassen, das ist Magie, das ist Leben.
Ich sehe diese Figur vor mir, ich kenne seine Bewegungen, seinen Tonfall, seine Art zu reagieren. Zwar bin ich es, die die Situation erschafft, in der er lebt. Doch er ist es, der reagiert, lebt. Ohne mich. Er existiert nach seinen eigenen Parametern.
Er ist so wunderbar. Ein Wunder. Wahr und doch nicht wahr. Alles in Frage stellend.

Das Manuskript ist fertig. Es wurde gut. Es wird gut. Und nun ist es fort.
Er ist fort. Weit fort.
Und ich liege auf dem Bett und habe Schmerzen – zu klein für eine Tablette, zu groß um denken zu können.

Redakteur




02. Dezember 2018, 10:13

Adventsfest der 100.000 Irgendwas

Hallo Mädels,

übergroße Zahlen sollen hier wohl anziehend wirken, da man bei solchen Sendungen schlecht nach dem Motto vorgehen kann: Sex sells.

Die Rede ist von: „Das Adventsfest der 100.000 Lichter. Zur Eröffnung der Weihnachtsmärkte“.
Wozu feiern wir Eröffnungen von kommerziellen Weihnachtsmärkten?
Wir gehen einfach hin und trinken Glühwein. Bis die Lichter ausgehen. Reicht das nicht? Müssen wir feiern, dass wir feiern wollen?

Der Aufbau der ARD Sendung zur allerallerbesten Sendezeit ist klassisch und hat sich seit der Erfindung der Leuchtmittel in Elchform nicht mehr geändert.
Alles, was unter dem Verdacht steht, Kitsch zu sein, wird aufgefahren. Da bleibt keine Kunstschneeflocke ungefilmt.
Kleine Mädchen mit Engelshaar, süße Häuschen, kleine Mädchen mit Engelshaar, drehende Pferde-Karussells, kleine Mädchen mit Engelshaar, ein Wald aus Zwerg-Kunst-Tannen, kleine Mädchen mit Engelshaar und Schneemänner und Tore mit Schneeapplikationen und kleine Mädchen.
Konsequent werden rieselnde Fernsehflocken in das Bild kopiert, dass man schon Angst bekommt, der Flachbildschirm hätte eine kaputte Bildröhre.

Auftritt Florian Silbereisen.

Es gehört zu der Tragik dieses Mannes, dass er das, was er macht, gut macht. Er ist freundlich, schlank, gut gekleidet, hat einen kleinen Dialekt, ist sympathisch. Er macht absolut alles richtig.

Zur Strafe muss er solche Sendungen moderieren...

Der Typ hat mir nichts getan, absolut nichts! Aber ich ich kann es nicht ertragen, ihn eine Showtreppe herunterschlendern zu sehen. Er breitet die Arme aus, und verspricht uns Weihnachten. Das Komplettpaket.
Im Publikum wird derweil konzertiert ausgerastet. Die ersten Fans müssen in ihre Taschentücher weinen.
Auftritt der betonharten Heiterkeit. Alles, was man süß und kuschelig (und vor allem perfekt künstlich ist) findet, wird etwas singen, was zum Glück allen so bekannt ist, dass man beschunkeln muss (so versprechen es die Untertitel).

Ja. Es ist furchtbar und ich kann nicht umschalten, denn ich bin paralysiert.
Ihre Auftritte sind fehlerlos, sauber, sympathisch, freundlich und hochprofessionell.
Und es funktioniert offensichtlich.

Offenbar ist das wichtigste an den Stars, die nun alle playbacksingend derart perfekt arrangierte Weihnachtsklassiker zu Gehör bringen, dass sie das dramatische In-den-Himmel-Singen“ darbieten. Dazu die Schlagworte: Friede, Freude, Menschheit, Kinder.

Zwischen den „Acts“ erklärt uns Florian, dass die Welt ein friedlicher Ort ist aber wir trotzdem an jene denken müssen, die nicht bei Ihren Lieben zuhause sein können.
Ich habe spontan Mitleid. Auch wenn die Omis mit den Rentierpullovern nicht aussehen, als haben sie es eilig mit dem Nachhausekommen.
Betreutes Freuen.
Glückliche Menschen im Publikum schunkeln zu Teilen der Kellyfamily. Die wurden offenbar vorzeitig aus der Haftcreme entlassen…
Echtbilder von Weihnachtsmärkten in ganz Deutschland werden eingefügt und machen schnell klar, dass es ohne Schnee im mitteleuropäisches Klima ziemlich trostlos wirkt. Aber die Regie hat einfach den rein-kopierten Schneefall aus dem Bühnenbereich im Bild gelassen.

Das dramatische In-die-Luft-Gesinge wird nicht besser, wenn Herr Silbereisen sich noch so anstrengt und noch so perfekt ist. Denn das ist er.
Er ist gut.
Er macht das brillant. Dass man ihn dafür so hart bestrafen muss...Weihnachten ist nicht gerecht...


Halleluja, da ist der Abspann...


In diesem Sinne
Frohen 1. Advent

Redakteur




18. November 2018, 12:56

Lüge verhält sich zur Wahrheit, wie Krieg zum Frieden

Hallo Mädels,

heute etwas Ungemütliches.

Unter den erfahrenen Philosophen gilt es allgemein als kleine Neckerei dem grünschnäbeligen Anfänger gegenüber, wenn man diesen bittet, den Frieden zu definieren.

Frieden!
Freedom!
Ziel aller!
Oh, wie gülden dieses Tor!

Frieden ist das Ziel aller ? Philosophen sind Friedensstifter? Mitnichten! Sie sind streitbar und kalt bis tief ins Herz hinein, wenn es um das geht, was uns als Mensch ausmacht.
Es ist der Krieg, der uns definiert.
Und die Lüge.

Nun qieken alle auf! Vor allem jene, die voller Inbrunst und Gutmenschtum sich der Philosophie, als Inbegriff des klugen, pazifistischen Menschseins, zuwenden, um Klarheit zuerlangen.

Aber Philosophen sind nie dort zu finden, wo alles klar und definiert ist. Sie sind da, wo wir als Mensch verschwimmen, verwischen, wo wir halb Tier, als Geist sind.

Und dann steht er nun da, der arme Philosophen-Azubi.
Sag uns, was ist Frieden?

Ja, was ist Frieden?

Oh weh. Er müht sich, er krümmt sich.
Zum Schluss muss er zugeben, Frieden kann man nur erklären, erfahren, beschreiben, erleben im Zusammenhang mit dem Krieg.

Denn merke:
Frieden ist das Fehlen des Krieges.

Was für ein schmerzlicher Tiefschlag!

In der Regel lassen die altgedienten Philosphen den armen Azubi dann erst Mal verschnaufen, bis sie ihm dann mit der Definition von Wahrheit kommen.

Denn mit der verhält es sich fast so wie mit dem Frieden zum Krieg.
Eine Lüge lässt sich viel leichter erklären, als die Wahrheit.

Was ist Wahrheit?
Unsere Wahrheit?
Deine Wahrheit?
Ist nicht vielleicht die Mathematik die einzige Form der Wahrheit?
Wie ist meine Sicht, mein Geühl, meine Erfahrung, mein Leben im Bezug auf diese Situation?
Ist Wahrheit nicht eine Frage der Definition? Benutzerdefiniert sozusagen?
Ist das, was ich da sehe immer das, was alle anderen sehen?

Nein.
Niemals.

Wahrheit ist das Fehlen von Lügen.

Im Grunde lügen wir den ganzen Tag. Schon in dem Moment, wenn wir sagen: Heute ist das Wetter gut.

...wenn wir das einsehen, vielleicht sind wir dann nicht ganz so enttäuscht...


In diesem Sinne
Die Täuschung

Redakteur




16. November 2018, 14:19

Sprache sprechen


Hallo Mädels,

ich liebe Sprache! Es geht doch nichts über die erfrischende Konnotation und Denotation unserer deutschen, lateinischen, griechischen, englischen und französischen Lehnworte!

Symbiont!
Das klingt doch schon nach Adel, nach Edelmut!
Stimmt ja auch. Ein bisschen. Ein Symbiont ist jemand, mit dem man zusammen lebt und dieses Zusammenleben hat nuuuur Vorteile.
Lass mich mal überlegen, ob ich so eine Lebensgemeinschaft kenne...hm…

(Angie grübelt angestrengt….das dauert ein paar Minuten)

Also schön, dass dieses schöne griechische Wort so gar nicht klingt wie das kleine Wort EHE ist klar.

(„Ehe“ hat ja eher was von: „Ehe ich das tue, erschieße ich mich…“ - aber das führt nun zu weit).

Das Wort Schmarotzer hingegen ist was ganz und gar Gemeines. Jemand, der den anderen nur ausnutzt.
Schma-rotzer!
Herrlich. Das klingt nach Pfui und irgendwas aus der Nase.

Diesen gerade so anschaulich-bunt beschriebenen Beiklang nennt man übrigens Konnotation.

Die Denotation, als der engere Sinn des Wortes Symbiont ist ein kleiner Partner, der mit dem Größeren eine Vergesellschaftung anstrebt, die für beide Partner vorteilhaft ist.
Die Konnotation wäre also demnach: Schönes Leben, einfaches Leben, Frieden, Freundschaft, Erfolg…

Interessanterweise ist unser Leben voll von Konnotationen. Wir interpretieren viel in jedes gesagte und geschriebene Wort hinein. Dumm nur, wenn wir alle zwar wissen, was das Wort im engeren Sinn bedeutet - uns aber zwei völlig konträre Konnotationen dazu im Köpfchen herum schwirren. Dann kommt es zu Dissonanz. Zu Streit, Unmut, Ärger.

Ich arbeite mich übrigens momentan an der Konnotation eines anderen Wortes ab.
Dem Wort unheimlich.

Es ist negativ besetzt. Wenn ich also damit einen bestimmten Menschen bezeichnet habe, so finden das viele in meiner Umgebung als extrem gemein.
„Hey, der ist doch total nett und lieb und wie kommst du denn darauf?“
Keine Ahnung.
Mir kann auch jemand Nettes unheimlich sein. Ich bin da ja ganz frei von Sinn und Unsinn.

Heimlich oder besser gesagt Heimelig bezeichnet ja etwas, das einem vertraut ist.
Unheimlich ist also etwas, mit dem man so gar nicht gerechnet hat.
Vielleicht jemand, der furchteinflößend aussieht, aber freundlich ist.
Oder jemand, von dem man annimmt, dass er die geistige Tiefe einer Grundlinie hat und in Wahrheit beneidenswert klug ist.
Jemand, der zwei Dinge hat, die ich gerne hätte.


Wollen wir Symbionten sein?



In diesem Sinne
Das vorlaute Wörterbuch

Redakteur




16. November 2018, 12:35

Lindenstraße


Hallo Mädels,

der Schock, in den nur die ARD uns so hübsch versetzen kann, ist da:

Die LINDENSTRASSE wird eingestellt.

Meine Mama hat das immer geguckt. Fast von Anfang an. Kannte alle Schauspieler, die meist so mäßig spielten, dass sie woanders niemals Fuß fassten.
Wahrscheinlich dachte meine Mama beim Start der Serie, es ist so eine Art HAUS AM EATON PLACE und endet nach 20 Folgen.
Nix.
das nahm scheinbar kein Ende!
Gefühlt hundert Jahre mussten sich das öffentlich rechtliche Zuschauertier mit den Problemen der dutzend Familien auseinandersetzen.
Und wozu?
Keine Ahnung.

Die Serie mit den unfassbar langweiligen Fotos im Aufmacher und mit einer Streichorchester Wirbel-Musik, die Wagner als zu dramatisch abgelehnt hätte, flaterte regelmäßig in unser Wohnzimmer.

Meine MUtter war dann nicht mehr ansprechbar. Wi egebannt verfolgte sie die Folgen, von denen ich keine Ahnung hatte, denn ich habe das nie gessehen.

Und nun ist Schluss.

Hoffentlich heißt das nicht, dass ich das alles jetzt doch noch gucken muss.
Nachsitzen?
Himmel!

Es gibt garantiert dazu einen ARD-Brennpunkt und Selbsthilfegruppen!

In diesem Sinne
Die Eichenallee

Redakteur




11. November 2018, 14:25

Sport ist ohne Worte

Liebe Mädels,

aus gegebenem Anlass überlege ich, warum wir uns so schwer tun mit guter Kommunikation.
Ein klares, gutes Wort am rechten Platz ersetzt so manches Pflaster, umgeht einen unerquicklichen Streit, tröstet den Traurigen, hilft einer Gemeinschaft und führt uns vielleicht sogar ins Schlafzimmer.
Sprache ist so was Wunderbares! Hach, herrlich…

Gut. Sport auch.
Und Sex.


Mein Steckenpferd ist ja die Paläolinguistik.
Sicher, man kann sich den Tag auch anders versauen, aber es ist so wunderbar, sich vorzustellen, wie Sprache entstand! Die Rekonstruktion der indogermanischen Ursprache birgt so viele kleine Schätze. Herrlich.
Leider kann ich mich nur mit wenigen Menschen darüber erschöpfend austauschen, da meine Gesprächspartner in der Regel nach drei Sekunden darüber einschlafen.

Wenn ich diesen humansprachlichen Gedankenansatz mal zur Seite wischen, frage ich mich echt, warum die Menschheit und die Evolution sich DERART Mühe gemacht haben, Sprache zu entwickeln, wenn der Mensch davon nur Gebrauch macht, um sich FALSCH ZU VERSTEHEN.

Denkt nur an die unzähligen Fälle, die wir Tag für Tag erleben, wenn das Gesagte und das Gemeinte sowohl beim Sender als auch Empfänger plötzlich gemein wird...

Da lob ich mir den Sport.
Fußball. Klare Regeln, klares Feindbild.
Oder Tennis. Schläger, Ball, Netz, Winkelhalbierende...ach nee, das ging ins Aus.

Hm. Sollten wir das Sprechen etwa wieder aufgeben? Zeigt unsere socialMedia-Welt nicht allzu deutlich, dass wir dem nicht gewachsen sind?

Ich will Sprache! Ich will, ich will, ich will!
Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht gut hören kann. Ich muss die Menschen genau ansehen, wenn sie sprechen, um Teile des Gesagten (falls akustisch nicht verstanden) notfalls zu überbrücken. Und ein ist klar. Ein Körper lügt weniger als ein Wort.

Einfach mal die Fresse halten, denke ich so oft!
Schon alleine das Abschaffen von Kommentatoren bei Fußball-Länderspielen würde mir persönlich sehr helfen!!!

Sport und Sprache - Wie bringen wir das zusammen?
Es ist ein bisschen so wie bei Mann und Frau.
Hübsch, wenn es passt.


Aber besser, wir lassen die Finger davon...


In diesem Sinne
Die Lebens-Kommentatorin

Redakteur




29. Oktober 2018, 10:37

Männergrippe - das T steht für Tapferkeit



Hallo Mädels,

aus aktuellem Anlass wird heute Abend ein ZDF-Spezial gesendet:
„Männerschnupfen – Deutschland am Ende?“
Alle nachfolgenden Sendungen entfallen für immer.

Tatsächlich versucht man mittels Immunologen-Zitaten und an der Rotzfahne herbei gezerrten, wissenschaftlichen Erkenntnissen (von denen keine Wissenschaft jemals was gehört hat) zu begründen, warum Männer mehr gequält werden von Erkältungserkrankungen als Frauen. Manche Artikel sprechen sogar von einem soziokulturellem Phänomen, dass Männer mehr erleiden MÜSSEN.

Ich halte das für etwas ganz Großes, das ich hier nicht schriftlich darlegen möchte, aber das mit „B“ anfängt und mit „-ullshit“ aufhört.

Ich habe einen unfassbar stabil gebauten Ehemann, ausgebildet von der NVA. Abends albert er gerne mal mit 10-Kilohanteln herum und ist anerkanntermaßen der große Held seiner heranwachsenden Buben. Ein Mann, der seinen geliebten BMW notfalls aus einer Eiswüste mit den Zähnen herausziehen würde. Er öffnet verkantete Radmuttern an seinen Winterreifen schon mal ohne 17er Ringschlüssel - einfach mit purer Willenskraft.

Aber dann kommt der Schnupfen.
In der Regel ist er der Letzte in der Familie, der sich an der Grippe abarbeitet, die gerne mal aus dem Schulbetrieb als „Hausaufgabe“ mitgebracht wird. Er hilft uns dann nach Kräften mit Ratschlägen wie:
„Wird schon!“- „Zieh dich einfach mal wärmer an!“- „Reiß dich mal zusammen!“ oder auch „So was geht von alleine wieder weg!“

...wenn es ihn selbst betrifft, ist es allerdings anders.
Da gilt die alte Faustregel: ab 36 Grad Körpertemperatur wird aufgerundet.
Komplette Handlungsunfähigkeit, theatralische Triefnase, Niesen mit anschließender Nahtoderfahrung, bedingungslose Bettruhe und mörderische Hungergefühle.

Weib, oh, rette mich! Hilfe!

Eventuell sind die Dinosaurier auch nur ausgestorben, weil die Dino-Damen die Männergrippe verharmlost haben?

Männergrippe! Das T steht für Tapferkeit!


Ach, ich habe übrigens 40 Grad Fieber, aber geh mal aus dem Weg, ich muss wischen.


In diesem Sinne
Finaler Hustensaft

Redakteur




22. Oktober 2018, 13:41

Sei nicht beleidigt, Mann!


Hallo Mädels,

es gibt zwei Kulturkonstanten in unserem Leben als Frau: 1. wir werden immerzu von Männern verarscht; 2. wir wissen das, aber die Männer wissen nicht, dass wir es wissen.

Es beginnt ganz harmlos, wenn sie uns heiraten. Dann tun sie so, als wollten sie das Leben mit uns verbringen, das Leben mit uns teilen.

In Wahrheit leben sie ihr eigenes Leben.
Ihr ganz, ganz eigenes Leben.
Wir Frauen (und später die vom Mann eigens gemachten Kinder) leben nur zufällig in ihrer unmittelbaren Umgebung, mehr nicht.

Erst merkt Frau es nicht so. Aber in der Rückschau ist es doch alles sofort ziemlich klar.
Männer erschöpfen sich voll damit, ihr Leben zu leben, wir Frauen räumen hinter ihnen auf, bereiten alles vor, damit die Männer bei voller Fahrt voraus nicht ins Trudeln geraten (durch leere Klorollen, volle Spülmaschinen, dreckige Unterhosen etc etc etc).
Wenn dann die Kinder kommen, sind Männer ganz entzückt, zeigen überall herum, was sie Dolles gezeugt haben (hoho! Was für ein Mann!) und dann gehen sie arbeiten und das Weib sitzt daheim oder vertrödelt die Zeit an der Fleischtheke. Vergessen sind ihre hervorragende Ausbildung, ihr soziales Können, ihr großer Mut, ihr alles.

Was zählt, ist nur noch: Bereite deinem Mann ein schönes, oder zumindest sauberes, glattes Leben.

Klingt jetzt ziemlich verzweifelt, ich weiß, aber in Wahrheit nehme ich es mehr und mehr mit Gelassenheit. Weiß ich doch immerhin, dass ich beides kann: Leben und Arbeit.
Er kann nur Er-sein. Und das nur mit meiner Hilfe.


In diesem Sinne
Frau

Redakteur




15. Oktober 2018, 08:31

Lüneburger Heide - Radleridyll mit Sand

Hallo Mädels,

die Ferien sind zuende, und als Mutter sitzt man wieder daheim mit einem Berg Wäsche und seiner eigenen Arbeit und fragt sich:

Mit wieviel Glück habe ich diese sportlastigen Ferien eigentlich lebend überstanden???

Wir waren weg. Mit Sport.
Ja.
Sport.
Im Urlaub.
Joggen, Wandern, Radeln, Schwimmen, Tennis.
Nein, ich habe nicht abgenommen und sehe auch nicht aus wie das blühende Leben (es sei denn, man würde Blühend neu definieren - und Leben...)

Aktive Erholung ist nicht so meins.
Lieber aktiv an die Bar.
Hmmm...

Anschließender Besuch in der Lüneburger Heide mit dem Rad. Warum ich mir das auch noch angetan habe? Keine Ahnung. Kurzschluss im Kurzzeitgedächtnis?

„Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad.“ sagte Adam Opel, der ja Gründer der Firma Opel war und natürlich AUTOS gebaut hat.

Mit einem SUV durch die Lüneburger Heide zu brettern und den Sand unter den Reifen nicht selbst überwinden zu müssen, ist zwar nichts für mein ökologisches Gewissen, aber was für meinen Po, der zwar motorisiert dicker, nicht aber so wund wird!

Ich hab nicht mal ein E-Bike (nur ein E-Book).

Also ich sag mal, aktive Erholung hab ich hinter mir, ich lege jetzt mal kurz meinen Kopf auf die Tatstatur und schlaf mal kurz den ganzen Sport aus meinen Armen, Beinen und dem Po.

Nicht stören, nicht klingeln...


Bis dahin
Das Radler


Redakteur



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