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21. Februar 2018, 07:33

Meine Freundin und ihr wildes Auto

Hallo Mädels,

wir brauchen in dieser kalten Zeit alle etwas Erheiterung, daher noch einmal diese wunderbare Geschichte über meine zauberhafte Freundin und ihr Auto:

Meine Freundin kenne ich schon seit Kindergartenzeiten. Mittlerweile fährt sie statt Puppenwagen einen Kleinwagen.
Letztens war die Batterie aus dem Fernbedienungsschlüssel am Ende. Ihr wisst schon. Das Ding, das so aussieht wie ein Schlüssel, aber nicht so benutzt werden will. Sie sagt, wenn das blöde Ding leer ist, dann kann man ihren Wagen zwar mit einem normalen Schlüssel aufschließen, aber nicht die Alarmanlage ausschalten, dann gibt es immer ein irres Hupkonzert - bis man den Kleinwagen entweder wieder zugeschlossen hat oder mit der Fernbedienung geöffnet.
Meine Freundin ist sehr praktisch veranlagt.

Meine Freundin ist gerade im Tierfutterfachgeschäft, um ihre Hauskatzen und die Vögel im Garten glücklich zu machen, als die Fernbedienung aufgibt.
Mist, denkt da meine Freundin. Sie öffnet den Kofferraum mit dem langweiligen Normalschlüssel und schon geht es los.

HUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPH​UPHUPHUPHUP.

Das kann ihr Auto mit Inbrunst und Ausdauer.
Das Dauerhupkonzert spült die Freßnapffachkraft auf den Parkplatz. Meine Freundin beruhigt den jungen Mann, dass es sich bei ihr nicht um eine Autodiebin sondern um die Autoeignerin handele. Die Hauptstrasse runter sei ihre Werkstatt, da führe sie jetzt hin, brüllt sie den Vogelfreund an.

HUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPH​UPHUPHUPHUP.

Es macht natürlich irre Eindruck, wenn man Bielefelds meistgefahrene Straße dauerhupend entlangfährt! Ich vermute, der Verkehr in OWL kommt komplett zum Erliegen, weil alle rechts ran fahren und Platz machen.
Schimanski in Duisburg mit Blaulicht ist nix dagegen.

HUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPH​UPHUPHUPHUP.

Mit dieser Soundeinlage erreicht sie die Werkstatt. Alerte Werkstattblaumänner stürmen aus ihren Garagen herbei, um zu sehen, was los ist.
Meine Freundin entsteigt dem Wagen, legt einem knackigen Mechaniker den Fernbedienungsschlüssel in die Hand und schreit: „Eine neue Batterie bitte!“
Und was tut der?
Klar.
Er ist schließlich ein Mann. Er versucht zu denken. Er denkt: „Die hat keine Ahnung.“
Meine Freundin seufzt über diese vollendete Hirnlosigkeit und begibt sich in den Wartebereich der Marken-Werkstatt. Dort zieht sie sich in aller Gemütsruhe einen Cappuccino, während sich nebenan in der Werkelei ihr Auto laut wehrt.

HUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPH​UPHUPHUPHUP.

Nach wenigen Minuten erscheint der Mechaniker. Er brüllt oberwichtig: „Das Türschloss ist kaputt, daher wird die Alarmanlage nicht ausgeschaltet.“
Ach, denkt da meine Freundin, erzähl mir mal was Neues.
Zur Strafe schaut sie dem Mann auf den Knackpo und schüttelt den Kopf.
„Neue Batterie bitte!“ schreit sie zurück.
Nebenan:

HUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPH​UPHUPHUPHUP

„Nein, nein!“ brüllt der Blaumann in der Gewissheit, dass er die Ahnung im Schraubstock gefangen hält, „Neues Schloss in der Tür! Müssen die ganze Türverkleidung abmachen! Das wird wohl knapp 6.000 Euro kosten!“
Ihr Auto sagt dazu nur:

HUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPH​UPHUPHUPHUP

Und meine Freundin nippt am Cappuccino. „Nur eine Batterie bitte!“
Der Mechaniker hampelt noch einen Augenblick vor ihr herum und murmelt Dinge, die dank des frauenfreundlichen Hupens niemand petzen kann. „Frauen haben keine Ahnung von Technik“ dürfte noch das Netteste gewesen sein. Statt sich über den Hosenlatz-Matz aufzuregen, zieht sie sich einen zweiten Cappuccino. Das kann ja dauern, wenn der Mechaniker weiterhin so dusselig ist.
Noch einmal versucht es der Schraubermeister (dessen Oberarme sehr adrett das T-Shirt füllen) mit einem mündlichen Sechs-Mille-Kostenvoranschlag, aber da sie nicht reagiert, trollt er sich.

HUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPH​UPHUPHUPHUP

Die schönsten Geschichten schreibt das Leben!
Denn dann passiert folgendes:

HUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPHUPH​UPHUPHUPHUP

stillestillestillestillestil​lestillestillestillestillest​illestillestillestillestille


Der Mechaniker erscheint. In der Hand hält er den Fernbedienungsschlüssel. Er kratzt sich verlegen am Kopf und legt den Schlüssel auf den Tisch.

„Das macht dann vier Euro,“ sagt er leise.
Und das Auto schweigt.


„Aber einen süßen Knackarsch hatte die Hohlbirne“, meinte meine Freundin später.



In diesem Sinne
Die Fahrprüfung

Redakteur




02. Februar 2018, 09:28

Zeugnis

Hallo Mädels,

wer kennt das nicht. Dieses merkwürdige unbestimmte Panikgefühl im Bauch, wenn man Zensuren bekommt. In der Arbeit. In der Schule. Beim Sport.

Es ist eine Mischung aus Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, gepaart mit ganz viel Hilflosigkeit. Da ist jemand, der darf über mich urteilen.
Wahrscheinlich ist der Mensch für sowas gar nicht gemacht? Der Mensch, der Homo sapiens, das alte steinzeitliche Steppentier! Was soll der mit Zeugnissen?
Aber aus irgendeinem Grunde ist unsere Zivilisation genauso aufgebaut.
Zensuren machen jemanden bemessbar, berechenbar.
Und wenn wir einander kein Gütesiegel aufstempeln können, geht es nicht, oder wie?

Heute kommen meine Jungs mit Zeugnissen nach Hause.

Und was werde ich tun? Ignorieren? Loben? Tadeln? Sagen, dass ich auch nicht besser war?

ABER....

Wir Eltern wissen es eigentlich viel besser, aber ohne dieses Panik-ABER kommen wir auch nicht aus.

Aber später im Beruf.
Aber wie ist es mit dem Studieren?
Aber was soll aus dem Jungen werden?

Oh, Mist.
Hilflosigkeit aller Orten. Dabei sind meine Jungs alles andere als blöd. Ach, stimmt. Dann einfach mal grinsen.

Hier ein Zitat:
Zeugnisse sind Testate über das Vermögen der Lehrer, die nachweisen, was sie welchem Schüler nicht beizubringen vermochten.
(Christa Schyboll)


In diesem Sinne
Die Fehlstunde

Redakteur




20. Januar 2018, 10:28

Sexualkunde. Das Ende der Unschuld.

Hallo Mädels,

von wegen Penisneid!
Aber alles von vorne... Also, ähem, von Anfang an:

Es ist immer schön, wenn man mal aus seinem Erfahrungsschatz reden kann. Ich mag es, wenn Mütter mit kleineren Kindern mich um Rat fragen.
Letztens kamen wir Mütter allerdings auf diese eine Erfahrung zu sprechen, die wir zu durchleben gezwungen sind, die wir aber gerne als Streichergebnis betrachten würden.

Richtig.
Sexualkunde.

Da denkt man von sich: Oh, was bin ich für eine supersuper aufgeklärte Mutter! Und dann kommt der eigene Sohn, legt die Sachkundemappe vor und sagt: "Kannste mal abfragen, ich schreibe eine Arbeit."

Ich erinnere mich noch genau, wie das bei uns zuhause ablief. Vor mehr als vier Jahren.
Da stand ich nun. Mit meinem bisschen Lockerheit. Gleich vorne in der Mappe meines Sohnes ein riesiges Schaubild von einem Dödel.

Folgender Dialog entspannte sich (eher unentspannt)

"Das heißt nicht Dödel, das ist das Glied oder der Penis. Hab ich, Du nicht, Mama", werde ich locker in Kenntnis gesetzt. Ich richte mich stocksteif in meinen Sessel auf. Ich spüre spontan den Drang, eine Reise in die Tropen anzutreten, weit, weit weg.
Da ist es nun. Das Ende der Unschuld. Plötzlich bekommen auch die einfachsten Formulierungen diesen bösen Anstrich.

Supersuper aufgeklärte Mutter (Ich): "Dann schieß mal, ne, äh, also dann fang mal, äh, ne, besser noch nicht, äh, sag mal was." Ich wieder. Miss Lockerheit 2000.
Mein Sohn rattert alles runter, was in dem Schaubild angezeigt ist. Ich muss nicht eingreifen --- äh --- also nicht wörtlich und nicht, äh, gar nicht.

Supersuper aufgeklärte Mutter: "Toll. Das kannst du also, sehr schön." Ich will ihm die Mappe schnell wiedergeben. Er nimmt sie, aber statt mich aus der Nummer, äh ne, aus der Verantwortung rauszulassen, blättert er zu einem weiteren Diagramm. Er seufzt schwer. Eierstöcke und so. Mutterpass-Erinnerungen kommen hoch.

Er: "Also bei euch Frauen ist das ganz schön viel und kompliziert. Guck mal, der Gebärmutterhals ist UNTEN!"
Der Bruder kommt herbei und betrachtet nun interessiert das Schaubild und den Ausgang, den er erstvor wenigen Jahren nahm.
Kleiner: "Was'n das?"
"Frauen", winkt sein großer Bruder ab.
Er sagt nun alles Sachkundetaugliches auf, und ich blättere hastig weiter in der Mappe. Ich bemühe mich, die Lernübung zu einem Abschluss zu bringen.
Peinliche Pause.
Supersuper aufgeklärte Mutter: "So, dann sag mir nur noch eins, dann bist du fertig und kannst auf den Bolzplatz gehen." (Ja, und bleibst hoffentlich noch lange ein fröhlicher, kleiner unschuldiger Junge!). "Also was bekommen die Frauen jeden Monat?"
(ich meinte Menstruation)
Er: "Ach das."

Supersuper aufgeklärte Mutter: "Jepp."

Er: "Das mit den Wattedingern?"

Supersuper aufgeklärte Mutter: "Jepp."

Er: "Ach, das hat so einen komischen Namen."

Supersuper aufgeklärte Mutter: "Jepp."

Er: "Ach", er wirft erleichtert seinen süßen Bubenkopf in den Nacken, "jetzt weiß ich, was du meinst: Monsteraktion." Damit ist es erreicht. Das Zeitalter der Aufklärung.




Mythos Frau – das unbekannte Monster.



In diesem Sinne
Frau Leibniz, rationalistische Universalgelehrte der Frühaufklärung

Redakteur




09. Januar 2018, 13:57

"Miele, Miele!", sprach die Tante, die alle Gatten kannte

Hallo Mädels,

wir müssen reden, Schatz!
Oh oh.
Und zwar über Spülmaschinen.
Oh oh.
Das kann den Tod einer Ehe bedeuten.

Eine Spülmaschine ist eine Erfindung von Männern für Männer.
Mein Gatte ist ein absoluter Haushaltsverweigerer, was ihn nicht eine Sekunde davon abhält, alles, aber auch wirklich ALLES besser zu wissen im Haushalt. Er räumt nichts weg, aber er ist großzügig mit Sprüchen über meinen bedenklichen Mangel an Sauberkeit und Ordnungssinn.
Und auch klar: bei den Kindern natürlich erst recht, da muss er ja seine erzieherische Autoritätskarte voll ausspielen.

Mein Gatte kocht allerdings sonntags für uns. Das muss man sagen, das ist fein und lecker.
Dass danach die Küche aussieht, als habe ein ausgewachsener Pottwal nach Krill gesucht (und nicht gefunden), steht in einem ganz anderen Kochbuch.

Der Geschirrspüler. Das Wunder der Aquaristik, wie man meinen könnte und eines der wenigen Dinge, die neben Herd und Kühlschrank WIRKLICH nützlich sind. Ein Thermomix wird längst der Bedeutungslosigkeit anheim gefallen sein, während eine Spülmaschine immer noch Master of Kitchen sein wird. So sehen das auch 70% der deutschen Haushalte, denn sie besitzen eine.
Es waren die mir sehr sympathischen Gütersloher, die das Ding zwar nicht erfunden, aber 1929 die ersten elektrischen Geschirrspülmaschinen Europas gebaut haben.
Ohne Geschirrspüler wäre Ehe gar nicht möglich.

Wie funktioniert überhaupt ein Geschirrspüler?
Fragt man einen Gütersloher, dann antwortet der: „Gemäß dem sinnerschen Kreis wird durch das Zusammenwirken der Faktoren Zeit, mechanische Energie, Temperatur und Chemie das Spülgut gereinigt.“

Fragt man eine Hausfrau, sagt die: „Aufmachen, Dreckgeschirr reinstellen, weg ist es. Später dann mal anmachen und ausräumen.“

Mein Gatte hingegen, sieht diese Erfindung viel differenzierter.
Er stellt sein Geschirr erst gar nicht in die Nähe des Gerätes und bemerkt aber später erfreut dass irgendwann das Geschirr sauber in den Schränken wiederzufinden ist. Faszinierend.
Er notiert sich: Dass seine bloße physische Anwesenheit das bewirkt haben müssen.

Aber vielleicht würde mein weiblicher Charme diese konsequente Fehlanalyse noch verzeihen, wäre das nicht eine Marotte, die mich fast zur Weißglut bringt.

Neben seiner Marotte, eine bereits eingeräumte Spülmaschine als „NICHT VOLL GENUG“ zu bezeichnen, dann alles umzuräumen (um dann hinterher mir ein überzähliges Teil in die Hand zu drücken mit den Worten: „Das musst du so spülen!“) kommt es noch zu Folgendem:
Gatte glaubt ernsthaft, dass alle Sachen vorgespült werden müssen.
Was das denn für ein Wasserplemperei wäre, bitteschön, frage ich entrüstet, als ich im kücheneigenen Waschbecken klebrige Schalen und verschmierte Schüsseln, soßentriefende Teller und kakaohaltige Becher mit kalten, siffigen Wasser in ihnen vorfinde.
Gatte würde das vorspülen, ich könnte das nasse, schmierige, kalte Zeugs dann später ja in die Spülmaschine räumen.
…. Es erübrigt sich von selbst zu erwähnen, mit wie viel „Iiieeehhh“ und „Würg“ und „Yiirgh“ das verbunden ist, wenn das fettige Dreckwasser einem dann von den Händen tropft, während man den Mist einräumt.

Ich versuche es mit Sachlichkeit: „Gatte! Das ist Wasserverschwendung!“
Oh, nein, nicht mit Gatte! Der zwar selten eine Gebrauchsanweisung liest, aber gerne mal Werbeprospekte auswendig lernt und mir seelenruhig mitteilt, dass die Maschine so viel spart, dass diese paar Tropfen die Sache nicht weniger effektiv machen!

Und so referiert er: „Laut einer internationalen Studie wird zum Abwaschen eines Maßgedecks beim händischen Abwaschen im Durchschnitt 49 Liter Wasser benötigt!“
Dann hebt er den Zeigefinger: „Mit einer ostwestfälischen Geschirrspülmaschine weniger als 10 Liter Wasser!“
...ich hasse diese haushaltsscheuen Streber-Sachsen… grolle ich innerlich...
Es kommt noch mehr. Gatte referiert von rotierenden Düsen, Wasserstrahl und Volumenstrom, von Tensiden und noch mehr Kram.
Währenddessen sehe ich auf das verschmutzte „vorgespülte“ Zeug im Waschbecken.
„Und wer macht dass jetzt weg?“
„Du natürlich.“
Aber klar…. Ich habe ja Zeit.

Nein, Männer und Frauenhaushalte passen einfach nicht zusammen…


In diesem Sinne
Die Ionentauscherin

Redakteur




04. Januar 2018, 12:16

Der virulente Januar-Blues


Hallo Mädels,

der Januar ist der blödeste Monat von allen. Er ist grau, er ist kalt, er ist nass, der nächste Grillabend ist unendlich weit weg, und richtig hell wird es auch nie mehr.
Da bleibt einer beurlaubten Kunstschaffenden nicht viel mehr übrig, als eloquent die pubertierende Kinder hinaus an die frische aber ansonsten wenig positiv besetzte Luft zu bringen, am besten Richtung Supermarkt mit ausreichendem Chips und Autozeitschriften-Vorrat, in der Hoffnung, die Pubertiere bleiben anschließend in ihren zugewiesenen Arealen (die in der Zwischenzeit von einem SWAT Team gestürmt wurden und das alle Stinkesocken und ähnlich hoch toxische Textilien entfernte).
Mir selbst bleiben trübsinnig langweilige Spaziergänge durch matschbraun-popelgrüne Landschaften, um dort meine Gedanken zu vertrödeln.

Warum bin ich nur immer so kompliziert? Ich frage mich, warum es nicht ohne Drama gehen kann bei mir?

Während ich mit Tannenzapfen Zielschießen veranstalte, verzweifel ich etwas an mir selbst. Nein, der Januar ist kein Monat, in dem ich mich leicht von mir ablenken kann!
Lichtblicke sind da die Joggingeinheiten mit meiner jungen Personal Trainerin. Anstrengend aber immerhin hat man anderthalb Stunden was zu tun.

Zurück daheim sitzt mein Ältester etwas heiser neben mir und blättert in einem BMW-Prospekt (M2), was bedeutet, es geht ihm besser. Er hat auch schon nach so lustigen Dingen gegooglet wie „Verbrennungen Dritten Grades“, weil einer seiner drei Helden daran laboriert.

Wie viel Helden hatte ich eigentlich in seinem Alter?
Grübel. Also da waren...
Toni Schumacher. Und Toni Schumacher. Und Toni Schumacher.
Ah. Auch drei.

Seit letzter Woche haben wir Husten im Haus. Es ist wie Mäuse im Keller. Man wird es nur los, wenn man die ganz harte Tour fährt. Bloß nicht weich werden! Mit Gift.
Und für das Kind: Tee trinken! Hustensaft trinken! Nicht jammern! Kalt duschen.

Ich kann mich daran erinnern, dass ich es früher eigentlich ganz schön fand, krank zu sein. Ihr wisst schon: man kommt von der Schule, wirft den Tornister weg und sieht ziemlich trübe aus. Auf dem Schulhof hat man weder seine Runden laufend hinter sich gebracht, noch mit dem Klassenkotzbrocken herzhaft gerauft.
Die Mama sieht mich nur kurz an und sagt: "Willst Du was essen oder lieber gleich ins Bett?" Dann schleicht man hinauf in sein Zimmer, findet es unangenehm kalt im Schlafanzug und die Bettdecke kommt einem eisig vor, dann liegt man da, bemitleidet sich selbst und wartet auf Rettung.
Meine Mama war die perfekte Ärztin, ich sage bewusst Ärztin, denn sie war mehr als eine Krankenschwester. Sie hatte diese resolute Zuversicht, dass man den grippalen Infekt überleben würde.

Meine Mama stellte bei ihren Visiten in meinem Zimmer folgende Fragen: "Wie fühlt es sich an. Drückt es, hier oder hier? Hast Du Schmerzen, und wo?"
Man jammerte unverständliche Antworten, entrüstet darüber, dass man das wissen sollte und bot ein Bild des perfekten Leidens.
Mama ließ das nicht gelten: "Micker hier nicht rum!"
Mickern war ein typisch pommerscher Ausdruck und hieß so viel wie Jammern.
Quasi als Strafe fürs Jammern bekam man ein Zäpfchen dort reingerammt, wo man sich nicht richtig wehren konnte. Aua! Nach einer Weile begann das Medikament zu wirken, man war wieder deutlich besser gelaunt und ließ sich nun ganz gerne unterhalten.

Darauf war die Familie natürlich nicht wirklich vorbereitet, aber mit viel Leid im Blick, schaffte ich es, dass Brettspiele hervor gezerrt wurden oder mein Vater eine Tüte Lakritz in hohem Bogen durchs Kinderzimmer warf und meinte: "Gut für den Hals!"
So oder so ähnlich wird es uns allen gegangen sein.
Irgendwann gewann die feste Überzeugung die Oberhand, dass man jetzt wirklich genug krank war und man zog wieder los.

Gesund-werden war also eher ein kurzweiliger Unterhaltungswert.

Meinem Ältesten scheint es genauso zu ergehen.
Gut so.

Ich bin nicht besser. Aber immerhin nehme ich klaglos alle Medikamente.
Selbstverständlich ohne die Nebenwirkungen durchzulesen!
Himmel! Ich bin der schlimmste Packungsbeilagen-Nebenwirkungen-Hypochonder! Ich glaub mir selber IMMER, dass ich wirklich ALLE Nebenwirkungen habe.
Auf einmal!
Innerhalb von Sekunden!
Noch VOR der Einnahme des Präparates!


NIE diese Zettel lesen!!!

Ich bin daher wohl (fast) immer aus Unwissenheit gesund.


In diesem Sinne
Die wandelnde Wärmflasche

Redakteur




22. Dezember 2017, 09:26

Oh Tannenbaum

Hallo Mädels,

Ihr kennt das.
Er sagt: Das ist unser Weihnachtsbaum. Lob mich!
Ihr sagt: Das ist KEIN Weihnachtsbaum. Zumindest kein ernstzunehmender.
Er sagt: Es gibt keine mehr. Lob mich!
Ihr zeigt beim Einkauf im nächstgelegenen Supermarkt auf das umzäunte Tannengehege, wo noch Etliches zu erwerben gewesen wäre, das den Namen Weihnachtsbaum verdient.
Er sagt: Oh. Lob mich trotzdem, ich bin dein Held!
Ihr sagt: Hmpf.
Er wartet auf ein Lob.
Ihr schweigt.
Er sagt: Aber wenn er geschmückt ist, dann wird das schon.
Ihr sagt: Soll ich eine Tischdecke drüber werfen???

...

Das Fest der Liebe. Und vor allem der Geduld.

FROHES FEST!


In diesem Sinne
Tannengrüngeärgerte

Redakteur




06. November 2017, 10:08

Vom Backen und anderen Lebenswichtigkeiten

Hallo Mädels,

wenn es Euch noch nicht so recht weihnachtlich um die dekorierten Herzkammern ist, dann wird dieser Text Abhilfe leisten. Er handelt vom Plätzchenbacken.

Es sind genau diese Momente, bei denen ich unweigerlich an meine Mutter denken muss, wie sie damals meine neugierige Anwesenheit beim Backen ertrug und den größtmöglichen Schaden vom Gebackenen fernhalten konnte. Ich hing regelmäßig halb über dem Tisch, um alle Rühraktivitäten genau im Blick zu behalten.
Meine Mutter war stets ruhig und souverän in der orangefarbenen Küche. Ich liebte das an ihr und in mir manifestierte sich daher der sichere Gedanke, Mütter können alles.

Meine Mutter konnte Eigelb vom Eiweiß trennen und gleichzeitig mit einem Fuß die Schranktür, die heute noch so typisch knarrt, zuschubsen. Sie konnte Vanille- und Rumaromafläschchen öffnen, ohne dass die Dinger im hohen Bogen durch die Luft wirbelten. Sie konnte schaumige Cremefüllungen, klebrige Marmeladenplätzchen und sowieso die besten Weihnachtsplätzchen von der ganzen Welt. In S – aber auch in O-Formen. Und geriffelt.

Sie konnte Frankfurter Kranz.

Wenn sie Backpapier abriss, blieb sie in den Schultern locker, sie hatte dabei stets im Blick, wenn die Nachbarn am Küchenfenster vorbeigingen, und wo sie vermutlich gerade herkamen.
Das damals neumodische Backpapier, das lange Zeit bei echten Hausfrauen noch als Tipp hinter vorgehaltener Hand gehandelt wurde, machte ein sattes Ratsch und zeigte eine gerade, perfekte Schnittkante.

Wenn ich das mache, habe ich Streifenpapier.

Sie hatte schöne, weiche, aber ganz starke Hände und konnte selbst solchen Teig mit einer Hand kneten, bei dem heute mein elektrisches Rührgerät streikt. Sie trug dabei ihren Ehering, der durch die begehrte Masse vorwitzig durchblinkte.
Man findet Mütterhände wohl immer schön, sind es doch die Hände der Person, die einen als Baby gewickelt, gepudert, gefüttert und einem diese widerlichen Bauchschmerzen weggestreichelt hatte.

Das Oetkerbackbuch war an den Stellen, wo unsere Lieblingsrezepte standen, leicht gesprenkelt.
Doch erst mit dem handgeschriebenen Backbuch aus Zeiten, die meine Mutter in Hauswirtschaftskursen durchlebte, wurde es wirklich weihnachtlich.
Spritzgebäck. Kokoshaufen, Schwarzweißgebäck.
Alle Hausbewohner kamen bei aufsteigenden, verlockenden Düften zufällig vorbei, auch gerne alle fünf Minuten, um den richtigen Zeitpunkt abzupassen, wenn es ans Töpfeauslecken ging.
Meine Mutter reichte ohne Widerspruch die Rührschüssel rum und eine etwas angespannte Atmosphäre erfüllte den Raum, wenn jeder Familienangehöriger den anderen im Blick hielt, damit ja nicht einer zu viel herausleckte.

Der Ofen wurde vorgeheizt und surrte vertrauensvoll, wie es Frauen wünschen. Die Spülmaschine surrte gleich eilig hinterher.
Sie räumte alles getreulich auf. Dort, wo eben der Teig ausgerollt und mit Förmchen erstochen wurde und wo es nun aussieht, wie bei Oetkers unterm Sofa, wischte sie elegant rüber, wieder mit dem Blick aus dem Küchenfenster.

Sauberkeit erstrahlte. Gemütlich war es immer.

Dann sagte sie, was für mich das Zeichen war, heute wird nichts mehr gebacken:

"Ich hab Hunger auf was Herzhaftes."

Und machte sich ein Brötchen mit Salami, da biss sie dann rein, während das ganze Haus erfüllt war vom Weihnachtsduft, der süßer nicht sein konnte.


Ich lache immer bei dieser Erinnerung.
Warum?
Ganz klar, ich esse dab meist gerade selbst mein Salamibrötchen zuende.

Schönen November!

In diesem Sinne
Die kleine Mutter

Redakteur




26. Oktober 2017, 07:08

Aufklärender Text über Möpse


Hallo Mädels,

als ich jüngst mal wieder ein Foto über WhattsApp bekam und in so freudige Ausrufe ausbrach wie: Oh....süß...oh...​niiiiieeeedlich!" war mein Gatte extrem amüsiert.
Aber nicht etwa, weil er meine Tierliebe unterstützt. Aber nicht doch. Sein Humor ist manchmal sehr suptil...
Auf den Fotos waren nämlich die kleinen Hunde meiner Schwester zu sehen. Senden tut mir die Fotos meine Nichte.

Und als Gatte frug: "Was ist denn auf den Fotos so Süßes?" sagte ich (die ich gerne mal das Denken weglasse): "Möpse! Total süß!"
Er lachte so schallend, dass er zu keiner Replik fähig war.

Im Nachhinein war mir klar, dass das eindeutig ein Thema ist, was ich sowohl textlich als auch textil einfangen müsste und trollte mich zu meinem Schreibtisch.

Das Thema Mops, Möpse und andere erhebende Liebhabereien finden viele Männer und auch ein paar Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen interessant.
Zunächst aber sei bemerkt, es gibt ganz schön viele Möpse.
Selbst der große, verehrungswürdige Loriot sprach zu seiner Gemeinde: Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.

Ich habe Schwierigkeiten mit diesem zweideutig eindeutigen Themenkreis, obwohl ich selber mitsamt meinen X-Chromosomen eine Betroffene bin.
Aber ich habe nun mal keine Haustiere.
Um mich diesem griffigen Sachverhalt zu nähern, musste ich erst eine Bestandsaufnahme machen: Da gibt es allerlei Damen mit Mops-Hintergrund. Dolly Parton zum Beispiel. So manche frontal gut ausgestattete Dame trägt, obwohl der Mops ein anerkannter, englischer, reinrassiger Begleiter ist, ihre Doppelmopsfraktion textiloffen mit sich herum, während das dazugehörige Hirn meist Platz in dem Einkaufswagenchip-Seitentäschchen hat.

Ich sage dazu nur: Leinenzwang! Dann geht die lange Leitung in Ordnung.

Natürlich kann auch eine Frau einem guten, freilaufenden Mops etwas abgewinnen. Aber wahrscheinlich gilt da das Interesse eher der umschlingenden oder wenig verdeckenden Textilie als dem Innenleben, dem baren Mops sozusagen. Und ebenso wahrscheinlich ist es eher die Frau, die sich bei der Mops-Sichtung überlegt, ob es sich hierbei um einen Naturmops oder einen Mopshybriden handelt.

Mann und Frau.
Menschen mit unterschiedlichem Mops-Hintergrund.
Aber wir sind vereint in der Tierliebe, nicht wahr?

Eheliches Lachen erntete ich, als ich zu meinem Gatten sagte, ein Mops wäre kein abendfüllendes Thema. Irgendwie überredete er mich, eine beweisführende Versuchsanordnung zu testen und, sagen wir mal, eher wenig zu hinterfragen.
Doch mein Standpunkt bleibt auch am folgenden Morgen derselbe.
Der Mops eignet sich kaum für einen anspruchsvollen, erhebenden Mädelstext. Und als Diskussionsthema zu fortgeschrittener Stunde finden in der Regel nur Männer das Thema erhebend...

Summa summarum sind Möpse gesellig, weich, samtig, zutraulich, bisweilen bissig, verschlafen und können sehr vorwitzig aus ihren Körbchen springen.
Eine gute Mops-Doku habe ich bisher nicht gesehen. Kein Mare-TV mit Mops und ebenfalls keine Mops-Sichtung bei den Wettervorhersagen, selbst wenn von heranziehender, feuchter Wärme mit Hurrikan-Namen Uschi die Rede ist.

Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes kommen seit Beginn der Aufzeichnungen ohne Möpsewarnungen aus.
Wer den Möpsen ihre Namen gibt, weiß niemand.


Im Nachgang will ich sagen, das Thema Möpse eignet sich doch nicht für einen Text.
Ich überlege daher was mit Muschis zu machen. Oder ist das zu katzig?


In diesem Sinne
Die Tierärztin

Redakteur




23. Oktober 2017, 11:06

Krimi mit zweifelhaften Fußnoten

Hallo Mädels,

ein Ehemann ist ein dicklicher Raum voller Wunder. Er liest schnell und verbraucht Unmengen Bücher und das seltsamste dabei ist, er schnipst beim Lesen mit den Füssen.
Machen das Eure Männer auch?
In der Nachbarschaft versicherte man mir, dass Mit-den-Füssen-Schnipsen eine sehr verbreitete Eigenschaft von lesenden Ehegatten sei.
Das westeuropäische wie auch das asiatische Fußschnipsen ist durchaus eine Kunst. Dabei reibt der dicke Zeh (der bei uns früher der große Bockermann hieß – in Asien aber anders) an dem nebenliegenden langen, dünnen Zeh. Das macht dann ein leises Schnips, nicht so laut wie mit den Fingern, aber hier macht die Quantität die Qualität vergessen.

Schnips, schnips, schnips.

Da ich selber selten die Fachrichtung, die mein Mann als Lesestoff im Bett bevorzugt, (Sportzeitungen mit Leistungsberichten und Tabellen über BMW-Motoren) als besonders lesenswert einstufe, kann ich nicht nachvollziehen, ob das Fußschnipsen bedeutet: Oh, hier ist es aber gerade sehr spannend!
Hinzukommt, dass mein Ehemann besonders gerne Krimis liest. Ihr wisst schon, die mit dem vielen Blut!
Ich finde Krimis ekelig. Der Tod ist ja schon traurig genug. Warum dann auch noch drüber lesen? Und dann grausam und bewusst herbei geführte Todesfälle! Da bestellt sich selten einer einen Coffee to Go.
Der Trend scheint dahin zu gehen, dass man dauernd auf exzessive Serienmörder trifft, die als Tagespensum ganze Kleinstädte dahinmetzeln. Man muss filmisch mitgehen in die Pathologie und dort einen Kollegen treffen, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die Augäpfel in Scheiben zu schneiden, den kehlkopf zu sezieren, das Hirn nach etwaigen Schädeltrümmern zu durchkneten um dann im Muskelgewebe des Allerwertesten eine geheime Botschaft eintätowiert zu finden. Endlich kommt der schlechtgelaunte Inspektor, der in Scheidung lebt und als moralischen Tiefpunkt zu spät zum töchterlichen Flötenkonzert Der Markt von Gödöllö (eine Komposition von Bela Bartok) kommt. Seine Tochter sitzt auf der Bühne und heult sich die Augen aus und verspielt sich dann prompt bei dem von ihr als Solo vorgetragenen Stück Malkyshay, ein tragisches Indianerlied für Holzblocktrommel und Kuhglocke.
Ganz ehrlich. Das kann man ja gerne in einer Fachzeitung für Proktologie veröffentlichen, aber doch nicht abends im Bett! Und dann noch mit dieser Fußnote.

Schnips, schnips, schnips.

Ich schaffe es kaum, einen Thriller durchzuhalten. Sie rauben mir den Schlaf. Abgesehen davon, kann ich den abschließenden Beweisführungen nicht folgen, weil ich die Hälfte der Beweise und Indizien schlichtweg überlesen habe.
Und natürlich tut mir auch die Tochter vom Inspektor leid, weil ihr Papa nun ihren flötistischen Patzer auf seine digitale Kamera (zwar verwackelt und nur von ganz hinten) für immer und ewig dokumentiert hat. Mein Mann muss mir dann hinterher alles erklären.

Schnips, schnips, schnips.

Fußnoten werde ich ab jetzt immer überhören. Ich komme sonst ja zu nix.


In diesem Sinne
Das Alibi

Redakteur




05. Oktober 2017, 08:23

Schule, Eltern und Lehrer. Und Hausaufgaben. Und irgendwas mit doof.

Hallo Mädels,

neulich las ich:
"Angela fand guten Kontakt zu ihren Mitschülern. Sie bemühte sich, ihren Lehrern zuzuhören. Angela beteiligt sich lebhaft am Unterricht. Sie schreibt langsam und lesbar. Sie versucht, selbständig zu arbeiten."

Dieser hochinteressante Text stammt aus dem Jahr 1977. Kenntnis genommen hat eine mit liebgewonnene, weiche Frauenhandschrift, die sich später unter jedem Zeugnis und unter jedem (missglücktem) Diktat finden würde. Die Themenbereiche auf oben angedeutetem handschriftlich verfassten Hinweiszettel umfassten die Bereiche
Sozialverhalten,
Arbeitsverhalten und
Hinweise zu Lernbereichen. Darunter ein hübsches Stempelchen mit Bielefelds Wappen.
Richtig. Das ist ein Auszug aus meinem ersten Zeugnis. Beschämt merke ich, dass schon immer Sozialzeugs wichtig war, nur heißt es jetzt Sozialkompetenz.

Schule ist im Grunde ein faszinierendes Thema und ich nähere mich diesem mit aller gebotenen Demut. Draufhauen ist nicht glückselig machend, aber so richtig den Kopf heben mag ich auch nicht. Früher war es so, beim Abfragen der Hausaufgaben war immer der dran, der den Lehrer zuerst anguckte. Streber fixieren ihre Lehrer übrigens andauernd- auch auf dem Flur!
Daran magst du sie erkennen, Sterblicher!

Viel geändert hat sich nichts.
Der Schüler ist genauso frech und genauso am Arsch wie früher...

Neulich fragte mein Sohn, wie er seine Hausaufgaben machen sollte. Es waren irgendwie ziemlich haarige Aufgaben der 8. Klassem und er sollte die Ergebnisse in einem optisch anspruchsvollen Muster aufschreiben.
Ich erkannte das Muster, aber nicht den Sinn.
Oft steht als Lösungshilfe daneben, man könnte jemandem fragen oder im Internet googeln. Meine Kinder sind wirklich wahre Weltmeister (siehe hier: www) im Googles. Letztens haben sie ein Bratapfelrezept gefunden und meinen Vater verdonnert, das beim nächsten Freigang abzuarbeiten.

Mein Sohn ist immer genervt und seufzt lange, wenn ich was erkläre, weil er meint, ich würde zu weit ausholen (neulich erklärte ich den Ausdruck Fifty-Fifty mit einem Crashkurs Prozentrechnung).
Meist jedoch verstehe ich die Aufgaben gar nicht erst. Vor allem in Deutsch, was mir jetzt aber klar wird, nachdem ich mein eigenes Zeugnis vor Augen habe:

"Angela bemüht sich, einen unbekannten Text zu lesen, zu erfassen und wiederzugeben."
Der krasse Unterschied von 2017 zu 1977 ist: Wenn Schüler heute "bemühen", sind die Lehrer schon weltumfassend dankbar.
1977 jedoch war es eine andere Formulierung für: Seltendämlich.
Was aber so geblieben ist: guter Unterricht benötigt immer noch einen guten Lehrer.

Ich bin mir nicht sicher, welche Partei ich ergreifen soll. Für Lehrer oder gegen Lehrer. Was dazwischen gibt es nicht.

Manchml könnte ich die Lehrer beißen. Aber nicht zu knapp. Manchmal bin ich dankbar, dass sie ihren Job machen.

Einige meiner engsten Familienangehörigen sind Lehrer. Oder gewesen. Sie sind tatsächlich erstaunlich lebenstauglich, nett, klug und witzig.
Es ist schwierig eine Berufsgruppenbeleidigung wortgewaltig zu Papier zu bringen, wenn man offenbar die wenigen Ausnahmen zufällig in der eigenen Familie beherbergt und eine Blutsverwandtschaft definitiv nicht zu leugnen ist.

Ich bin also ratlos.

Aber ab und zu finde ich Schule einfach doof.


In diesem Sinne
Abi 19hundertnochwas

Redakteur



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"Man trinkt Tee, um den Lärm der Welt zu vergessen." (T'ien Yi-Heng)