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Der Blog


     


01. Oktober 2017, 13:57

Das Buch

Hallo Mädels,

mir fällt es gerade ein:

Ich will ein Buch schreiben,
das so schön ist,
dass sich alle Leser wundern,
wie klug es ist.


In diesem Sinne
Fantastin

Redakteur




26. September 2017, 12:21

Buchmesse Frankfurt privat

Hallo Mädels,

das ziemlich schönste Buch ist da - aber Obacht! FRAUENROMAN! Also nicht offen zuhause rumlegen lassen, falls man zuhause freilaufende Männer hat. Die wissen ja nicht, wie gefährlich sowas ist!

Worum geht es?

Könnte jetzt den offiziellen Verlagstext hier reinschreiben, klar, aber ich will es Euch Mädels ja näher bringen. Und würde mich freuen (will sagen, wäre total sauer, wenn Ihr nicht sofort losstürzt, um es zu kaufen!) , wenn es die eine oder andere liest und mir (oder AMAZON, THALIA oder LOVELYBOOKS) mitteilt, wie es gefallen hat (ja, es wird euch gefallen - klare Ansage).

Es geht um...(Trommelwirbel...)

FRAUEN.

Echt? Was? Nein? Doch? Ooooorrrr!

Frauen, die ihr Leben leben und dabei allerlei Humor versprühen. Und natürlich geht das am besten, wenn in dem Leben noch Männer herumlungern und ein paar Kinder. Aber im Grunde geht es ja nun nicht um Erziehung (von Männern) sondern um Leben. Ihr werdet Euch schnell zurecht finden. Und die mich näher kennen, werden auch so manchen netten Menschen wiedererkennen! Ihr werdet es mögen.

UND NUN ZU DEN MÄNNERN.

Sollten nun aber doch ein paar Männer dieses Buch aus Versehen in die Finger bekommen und dann verstört zu Euch gerannt kommen und rufen: WAS IST DAS? FRAUEN? UND WAS SIND UM HIMMELSWILLEN ALLEINERZIEHENDE MÄNNER???

Dann erst mal beruhigen. Sagen: "Aber schau, der nette Mann findet ja hinterher eine ganz süße Frau - alles gut!"

Und wenn der Mann sich beruhigt hat, kann man dann noch sagen: "Schau, Schatz, das ist wie bei BONANZA! Ben Cartwright war auch alleinerziehend und hatte dazu noch die ganze Ranch Ponderosa zu versorgen und einen chinesischen Flüchtling als Koch beschäftigt! Das geht alles!" ...ich denke, das wird helfen. Zumindest wenn der Mann über 40 ist und als kleiner Junge diese Serie gesehen hat.

Sollte er jünger sein, äh.... dann tut es mir leid. Schocklagerung würde vielleicht helfen und eine Autozeitschrift!

Alles noch mal im Überblick:

Und ja, ICH , EURE Angie bin Hanna Simon. Bitte bedenkt das besonders, wenn Ihr meinen Mann trefft. Er heißt jetzt Herr Simon und freut sich sehr, wenn Ihr das auch alle zu ihm sagt....grins...gaaanz laut.

Hanna Simon
Ziemlich beste Mütter
Broschur, 384 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-3340-4
9,99 €


Mit lieben, wortreichen Grüßen und in der Hoffnung von Euch zu hören

Eure Angie

(siehe neue Fotos in meiner Galerie)

Redakteur




26. September 2017, 07:34

Ich bin kein Berliner

Hallo Mädels,

Im Frühjahr 1989 sagte man noch West-Berlin.
Heute sagt man ja nur noch Hauptstadt, Berlin oder die mit dem Flughafen.
Damals war es mit Mauer. Meine Mama lebte noch, und meine Eltern hatten eine Busreise gebucht. Ich war 18.
Für die Fahrt kaufte mein Vater mir einen Roman und meine Mutter mir einen Reisepass, in dem keinesfalls ein Stempel von Amerika drin sein durfte. Letzteres ließ sich leicht bewerkstelligen. Der Reisepass kostetet 60 DM. Ja, Mark.

Ich brauchte das Ding nie wieder!

Auf dem Weg zum ersten Grenzposten wurden wir vom Busfahrer genau instruiert, dass wir keinesfalls die Grenzer ärgern sollten. Keinesfalls. Gott, war das gruselig. Dann kamen wir in Berlin an. Da wieder Kontrolle, aber die westdeutschen Grenzer hatten irgendwie was anderes zu tun als unsere teuren Reisepässe anzugucken.
Sehr enttäuschend.

Das unschöne Wetter tat sein übriges, um unsere Begeisterung im Niedrigsektor zu halten. Wir waren im angenobelten Hotel Schweizer Hof untergebracht, vor dem zu meiner persönlichen Verwirrung die britische Fahne hing. Mein Vater meinte, das sei hier die britisch besetzte Zone.
Die was?
Britisch, besetzt, wegen des Krieges.
Welcher Krieg?
Zu dem Zeitpunkt war ich schultechnisch noch bei den Punischen Kriegen. Und die waren definitiv nicht in Berlin. Kann sein, dass wir Alexander dem Großen hatte, aber definitiv nicht Kennedy, die für mich nur eine Gemeinsamkeit hatten, beide waren tot.

Sonst gab es aber alles in diesem West-Berlin , wie uns damals die fesche Reisetrulla erklärte, die in unserem Bus das Mikro bekam. Sie wirkte so, wie später mal Hape Kerkeling als Königin Beatrix. Resolut, mit Berliner Schnauze zum Gruppentarif dirigierte sie den Busfahrer, während sie uns das Gefühl gab, als Nicht-Berliner mal von "nüscht ne Ahnung" zu haben. "Aber dat jewaltich."

Sie zeigten uns monströse Wohnblocks und edle Altbauten, noble Seen und das Café Kranzler. Meine Mama und ich geizten nicht mit dem Wort "scheußlich!".
Den vorläufigen Höhepunkt in Drive-in-Geschichte markierten die Einschusslöcher am vereinsamten und fast schwarzgefärbten Reichstag ohne Kuppel.

Vorsichtig fragte ich bei meinem Vater nach, ob das auch die Briten gewesen wären. Er überlegte kurz. Das könnten die Sowjets gewesen sein. Oder die Amis. Oder die Franzosen?
Nein, schritt meine Mutter ein, die Franzosen bestimmt nicht!
Dann die Sowjets, meinte mein Vater und deutete mir an, ich solle wieder der Reise-Trulla zuhören.
Was waren denn nun wieder die Sowjets? Ach, die Russen!
Vom Russen hatte ich reichlich gehört. Und zwar in der Redewendung:
"Der Russe steht vor der Tür!"
Woher sollte ich wissen, dass der Russe die Tür vom Reichstag meinte.

Die Reiseleiterin am Mikro, die offenbar sehr engagierte Zwischenfragen von einem Herren mittleren Alters in Cordjacke beantworten musste, wies uns genervt auf die
Mauer. Das muss man sich mal vor Augen halten! Das Ding hatte zu dem Zeitpunkt (Frühjahr 1989) praktisch ihren Sinn schon hinter sich – es hätte da auch eine rote Ampel gereicht, denn die Sache mit der Grenze war nie wirklich modern gewesen, bald aber war sie dann nur noch ein Bauschuttentsorgungsproblem.
Nur das konnte da niemand wissen, ich am wenigsten.

Unermüdlich versuchte ich aus meinem Vater heraus zu bekommen, WARUM man denn überhaupt ein Volk so begeistert einsperrt. Ohne zu wissen, dass in diesem eingesperrten Teil des Landes der Mann wohnte, mit dem ich zwei Söhne haben würde.

Die Reiseleiterin hatte mittlerweile den Bus in die Nähe eines „Empörungspodestes“ dirigiert.
Das Empörungspodest war jene Treppenkonstruktion, die es dem Westbesucher ermöglichte, durchs Brandenburger Tor auf der anderen Seite (während die oben drauf geschraubte Quadriga uns beharrlich den Popo zeigte) zu blicken.
Der Blick war enttäuschend. Auf der anderen Seite war nichts los. Kein Mensch zu sehen.

Als ich heimkam, brachte ich den Film erst nach Weihnachten zum Fotoladen. Als ich die Mauerfotos abholte, stand das Ding schon nicht mehr.


Heute ist die größte Attraktion in Ganz-Berlin mein Schwiegervater.


In diesem Sinne
Die Schwiegertochter aus dem Westen

Redakteur




25. September 2017, 08:31

Wahl 2017

Hallo Mädels,

der schlimmste Weg, den man wählen kann, ist der, keinen zu wählen.

Ist das wirklich der schlimmste?

Ich denke es geht doch noch schlechter. Man wählt einen Kampfhund (einen blonden, deutschen Schäferwuffi?), damit der andere wegbeißt und es dir dann besser geht.

Aber was macht man, wenn man zu spät (und sehr erstaunt) feststellt:
Er beißt absolut jeden...auch DICH...

Wahl 2017

In diesem Sinne
Wahlberechtigte

Redakteur




25. September 2017, 08:22

Manchmal

Hallo Mädels,

halb voll oder halb leer.

Ist es gut, dass man genau weiß, wie sehr man sich angestrengt hat - als man nicht erreichte, was man sich wünschte?
Oder ist es doppelt bitter?

Wenn ich das mal wüsste...


In diesem Sinne
Montagsdepression

Redakteur




22. September 2017, 08:29

Film ab!

Hallo Mädels,

nun, ich bin ja dafür bekannt, dass ich gerne mal Blödsinn mitmache.
Gestern hab ich wieder was mitgemacht, aber es war kein Blödsinn - sondern ein Imagefilm. Oder wie das die Leute, die was davon verstehen, nennen...

Image? Gefilmt? Von wem und für wen?
Nun. Wir wissen alle, dass es der Einzelhandel ein bisserl schwer hat. Wie schnell klickt man sich etwas herbei.
Das ist so und das sollte man nicht verteufeln.
Aber die Läden in unseren Einkaufsstraßen brauchen wir trotzdem. Läden, in denen man die Ware sehen, probieren, und berühren kann. Und sich beraten.
Ein Medikament ohne Beratung hilft genauso winig wie ein Buch ohne Beratung.

Wenn es das Falsche ist - ist es das Falsche! Und hat keine Wirkung.
So einfach ist das.

Also hat sich der Buchladen bei uns was ausgedacht. Imagefilmchen.
So einen klitzekleinen Film hat man nun auch mit mir gedreht. Da soll ich was über den Buchladen sagen.
Oh, da seid Ihr bei mir richtig! denke ich freudig! Ich sage gerne was über irgendwen!

Doch es ist alles ganz anders!
Nicht so! Ich sollte schon sehr zielgenau aus der Sicht einer Autorin sagen, warum ich unseren Mühlheimer Buchladen so wichtig finde.

"Halten Sie sich möglichst kurz!" meint der junge Mann, während er mit mir einen sonnigen Platz sucht, findet und dann das Stativ aufbaut. Der junge Mann scheint sehr genau zu wissen, was er da tut, was ich sympathisch finde.
Aber kurz? Wer? Ich???

"Kurz? Kurz halten? Wie geht das?" frage ich und er hält das fälschlicherweise für einen tollen Ulk.
Er baut sein Equipment (ich liebe dieses Wort!) auf und um, dirigiert mich auf die richtige Stelle mit dem richtigen Licht. Er ist sehr freundlich und ermutigt mich, mir schon mal etwas zu überlegen, was ich sagen will. Oha. Mir ist aber nur im Gedächtnis: kurz halten.
...wie macht man das?

Er hat auch ein Mikrofon an einer Stange dabei. Super professionelles Zeug.
Es ist aber leider kein "Puschelmikrofon". Kennt Ihr die? Wie diese halb verwehten Reporter immer haben, die sich so engagiert in Städte stellen, um ethusiastisch einen hübschen Vorbericht auf die zu erwartende Verwüstung durch weibliche Hurrikans zu bringen.
Ich mag zwar Hurrikane gar nicht, aber Puschelmikrofone. Sie sehen aus, als hätte Mutti den alten Flokati zum Lüften rausgehängt.

"Wie kommt man bloß darauf ein Puschelmikrofon zu bauen?" frage ich, da mir noch kein KURZER Text für den kleinen Imagefilm eingefallen ist. Er guckt erst skeptisch, dann nickt er freundlich. Er sieht aus wie Manuel Neuer. In dunkelhaarig. Mit Bart. Und mit heilem Fuß. Also eigentlich gar nicht wie Manuel Neuer. Egal. Ich bin unkonzentriert.

"Da hat sich damals einer eine tote Katze um das Mikro gelegt!" schlägt er vor und grinst. "Tatsächlich nennt man das Mikro 'Katze'."

"Oh." Mir verschlägt es die Sprache, was ein wunderbarer Beweis dafür ist, dass ich mich doch kurz fassen kann.

Er hat die Kamera eingestellt, hält das Mikro hin und schnipst. Ich zucke zusammen. "Nur zum Synchronisieren. Später." erklärt er.
Dolle Sache.
Die tote, gewickelte Katze geht mir nicht aus dem Kopf. Wie mag der darauf gekommen sein? Damals stand offenbar dieser Mensch in einem Strum. Sein Toningenieur war den Tränen nah, weil man kein Wort der Reportage verstand und dann kam huiiiii eine tote Katze vorbei geflogen und die haben sie drum gewickelt und...

"Fertig?"

"Äh." ich wuschel durch meine mühsam sortierten Haare "Also gut!"
Und ich rede los.
Als ich fertig bin, kommt er hinter der Kamera her und sagt nickend: "Seeehr schön. Nur viel zu lang."

"Oh." Er versteht, dass das heißt: Ich kann nicht kurz.

"Ich gebe Ihnen mal einen Tipp. Lassen Sie das weg und das und das auch noch und das." Er zählte all das auf, was ich so wichtig gefunden habe. Aber gut. Er ist der Chef mit dem Mikro...

"Äh." ich nicke zaghaft. Er schnipst wieder und ich rede.

...

Im Grunde hab ich letztendlich so viel gesagt wie: "Hallo. Kauft bitte im Buchladen ein." So ähnlich.
Ihr könnt es euch angucken, wenn es online gestellt ist. Aber erwartet nicht, dass ich viel sage. Achtet lieber auf meine Haare. Sehen sie nicht etwas aus wie ein tote Katze?


In diesem Sinne
Reporterin ohne Hurrikan


Cover AMAZON.jpg

Redakteur




18. September 2017, 08:38

IAA oder BMW mit Duschgriff

Hallo Mädels,

lange habe ich Euch nichts mehr von unserem Freund, dem BMW erzählt.
Er ist weiß, er ist groß, und er ist schweigsam. Aus meiner Sicht ist er ein nützlicher Gegenstand, aus der Sicht meines Gatten ist er ein Familienmitglied.
Mit mir redet dieses Familienmitglied übrigens nicht, nur mit meinem Gatten, der sich selbst für einen BMW-Flüsterer hält und sofort spürt, was sein Liebling braucht.

Und so beschloß mein Herr und Gebieter, unserem Auto was zu gönnen.
Wisst Ihr, was eine Domstrebe ist?
Nein?
Ich sag es mal so: Das ist ein Duschgriff in der Motorhaube. Ja, genau. Klingt merkwürdig. Ist es auch. Mein Gatte erwarb ihn und baute ihn ein.

Soweit so gut. Er kann generell einbauen was er will, meinetwegen auch den FLUXKOMPENSATOR aus "Zurück in die Zukunft", wenn er bitte bloß heil und gesund mit dem Auto nach seinen Fahrten heim kommt.
Die größte Autoblödsinn-Brutstätte nennt sich IAA.

Nach einem IAA Besuch wollte Gatte aus seinem Einbau ein gesellschaftliches Highlight generieren. „Wir werden nun den Raum krümmen!“ kündigt mein Gatte unsere Testfahrt ergriffen an.

„Nochmal zum Mitschreiben,“ beginne ich und merke sogleich, dass ich mich bereits in Talfahrt auf unwiedergutmachbare Blasphemie befinde. Denn ich traue diesem merkwürdigen Einbauteil nicht. „Du hast ein Carbon-Dings vorne in die Motorhaube geschraubt und davon wird dein Auto schneller?“

„Du kannst Fragen stellen!“ Er scheint entrüstet und zieht für die Testfahrt seine Lieblingsjogginghose an. Ich verdrehe die Augen.

„Wenn das so wichtig ist, warum wird das Ding nicht gleich von BMW eingebaut?

Man bedeutet mir von allen Seiten (seine Söhne sind SELBSTVERSTÄNDLICH seiner Meinung!) , ich solle nun den Mund halten. Was ich tue, denn kurz, nachdem der Wagen die Garage verließ, hörten wir:

Tock Tock Tock Tock Tock Tock

„Äh, was ist das?“ Breche ich das Schweigegebot.

„Nix, nix!“

Zwei Kilometer in mäßigem Tempo begleitet uns das Tocken.

Tock Tock Tock Tock Tock Tock

„Da ist doch was?“ Ich wieder.

„Nix, nix!“

Zwei weitere Kilometer in mäßigem Tempo und immer noch das Tocken.

Tock Tock Tock Tock Tock Tock

„Meine Ohren summen schon!“ meckere ich.

Weitere Kilometer in mäßigem Tempo. Die Geräuschkulisse bleibt.

Tock Tock Tock Tock Tock Tock

„Hat das was mit dieser neuen Kirchenspeiche zu tun?“ Erkundige ich mich schnippisch.

„Domstrebe, es heißt DOMSTREBE!“

„Sag ich ja. Hat es damit zu tun?“

„Öh.“ Er schaltet. Was immer wieder faszinierend ist, weil wir ja eigentlich einen Automatikwagen haben.

„Das heißt: Ja?“ Ich lasse nicht locker.

„Äh, warte, gleich sind wir auf der Autobahn.“ Und tatsächlich. Wir erreichen die leere Autobahn. Gatte beschleunigt kaum merklich und jubelt schließlich. „Schau! Bei dieser Geschwindigkeit ist das Geräusch weg! Und wie er nun fährt! Wie sich das anfühlt.“

...

Nun ja.
Liebe Mädels, ich will hier mal für Euch ein Resümee ziehen:

a) dieser Duschgriff ist aus Carbon, einem industriell hergestellten Werkstoff aus kohlenstoffhaltigen Ausgangsmaterialien
b) schweineteuer
und
c) das Ding macht Geräusche bei normaler Stadtgeschwindigkeit.

Bitte?

Und NEIN!
Nein, es überzeugt mich nicht, dass das Geräusch irgendwann aufhört.

Wir sind dann mit dem Ding zum örtlichen BMW-Händler gefahren, der uns das Tocken wieder rausbaute. Nun fahren wir mit Duschgriff zum Einkaufen. Hurra (Augenverdreh). Was tut man nicht alles, damit unsere Helden sich gut fühlen...


In diesem Sinne
Die Beifahrerin

Redakteur




15. September 2017, 13:08

Zahltag


Hallo Mädels,

heute ist es also so weit. Das Buch ist da!

Sehr aufregend. Zu aufregend. Ich verkrümel mich lieber irgendwohin und halte die Luft an.


In diesem Sinne
Ich

Redakteur




12. September 2017, 11:19

Zitatetag


Hallo Mädels,

drei Tage noch!
Spannend.
Aufregend.

Wir lesen 1.000 Bücher, auf der Suche nach dem Sinn. Eins geht da noch!


In diesem Sinn
Ziemlich beste Angie

Redakteur




10. September 2017, 12:28

Ich bin dann mal da – oder warum Hape Kerkeling so erfolgreich ist

Hallo Mädels,

bisweilen ist man mental derart offshore, dass man Rettung benötigt.

Freundinnen sind in der Regel dafür zuständig. Hat man solche gerade nicht zur Hand oder will man die Hilfe gerne mit ins Bett nehmen, eignet sich dafür eigentlich nur ein Ratgeber im Taschenbuchformat. In Buchläden füllen sie ganze Wände, es gibt eine eigene Bestsellerliste für sie und ganze Verlage arbeiten sich alleine an ihnen ab.

Ratgeber. Sie sehen aus wie harmlose, freundliche, bunte Büchlein, sind oft in einer simplen, gutmütigen Sprache geschrieben (abgesehen von Finanzratgebern, die haben dieses Schnöselige natürlich gratis dabei), die dem Leser das Gefühl geben: Hier spricht ein ganz normaler Mensch zu mir und der hat es geschafft – verdammt, nun muss ich es auch schaffen!

Ratgeber gibt es für alle möglichen aber auch unmöglichen Fragen des Lebens (und danach).
Kochen, Essen, Nichtessen, Tischdecken, Alltags-Deko und natürlich Beziehungen, Beruf, Mode, Aufräumen, Wegräumen, Reisen, Zuhausebleiben und Fliesenlegen.

Es ist nicht bekannt, ob Goethe je vorhatte, einen Ratgeber zu schreiben und wenn ja, ob er Fliesenlegerratgeber ins Auge gefasst hätte. Hätte er, so wäre das noch heute ein Bestseller und deutsche Nasszellen wären für immer goethisch gefliest.

Der erfolgreichste Ratgeber (abgesehen von ICH BIN DANN MAL WEG von Hape Kerkeling) dürfte in Deutschland die Reparaturreihe sein:

JETZT HELFE ICH MIR SELBST

Sie gibt es seit 1962. Ich selber habe diese Bücher live und in Farbe schon in den 70ern bewundert. Damals für einen R4. Wobei mich der zweite Band (Opel Rekord) auch sicher fasziniert hätte!

Deutsche sind ratgeberbesessen. Vielleicht, weil sie immer mitreden wollen, es besser wissen müssen oder weil man sich auch als Doofer im Stillen alles anlesen kann. Und dann geht man mit breiter Brust auf die Straße und kann voll schlau daher reden.

Obwohl wir in einer Wegwerfgesellschaft leben, sind Reparatur-Ratgeber immer gut zu verkaufen. Zum einen, weil ein Gegenstand, der richtig, richtig kaputtrepariert wurde, mit gutem Gewissen dem Alteisen übergeben werden kann, aber auch weil Ratgeber keine Widerworte geben.
Man kann sie wegstellen und sich einreden, man habe THEORETISCH das Wissen parat.

AM ARSCH VORBEI IST AUCH EIN WEG.

Das ist der sehr eingängige Name des letzten Ratgeber, den ich las. Auf Empfehlung meiner Freundin. Es heißt bei uns jetzt das „Arsch“-Buch und wir haben natürlich anschließend eifrig diskutiert über den Inhalt. Also was wir NICHT davon umsetzen wollen.
Also ziemlich viel. Okey, ich hätte mich auch direkt mit meiner Freundin über das Problem, dass ich mir alles zu Herzen nehme, beratschlagen können, aber so hatte es zudem diesen informierten, recherchierten Anstrich.

Also das, was jede Freundin, die bei Verstand ist, dir sowieso raten wird, stand in diesem Buch noch mal schwarz auf weiß.
Hier ein paar wichtige Stellen:


a) wenn du zu dick bist – kauf deine Klamotten eine Nummer größer.

b) wenn du nicht kochen kannst – lass es und kauf dir eine Küche, die gut aussieht

c) wenn dein Kind in die Pubertät kommt – vereinbare ein Treffen mit ihm danach

d) wenn dein Schrank unordentlich ist – kauf dir einen neuen und neue Klamotten

e) wenn dein Auto kaputt ist – kauf dir ein neues

f) wenn es mit dem Gatten nicht mehr klappt – kauf dir… (da hab ich nicht weiter gelesen)


Ratgeber werden zwar sehr gut verkauft, aber oft nicht (oder nur teilweise) gelesen. Es ist auch nicht allzu sinnvoll, sich danach zu richten, was jemand auf ein paar Seiten zusammengestellt hat - aber dafür geben sie einem dieses wahnsinnig gute Gefühl.
Man hat ein Problem erkannt, es zwar nicht beseitigt, aber ein Buch dafür gekauft.

Gut gemacht.

Und nun schnell damit ins Regal.


In diesem Sinne
Ratnehmerin

Redakteur



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