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09. September 2018, 08:22

Lesebrille

Hallo Mädels,

am Tag der Erkenntnis wusste ich plötzlich: zum Lesen bräuchte ich entweder einen längeren Arm oder eine Lesebrille!
Denn ich kann die Buchstaben kaum noch baräugig erkennen.

Diese Wahrheit birgt natürlich katastrophales Frustpotenzial, denn es sagt nichts anderes als:
Du bist alt.

Altsein will niemand, aber jung sterben auch nicht. Ich will mich also fügen und noch älter werden.
Daher erwarb ich im Fachhandel eine Lesehilfe.

Und da kamen die Buchstaben wieder allesamt zum Vorschein!
Welch Wiedersehensfreude!

Und es ward augenblicklich das Lesen wieder eine Freude!
Halleluja, meine müden Augen dankten es mir sogleich. Sie vermittelten nun wieder sinnstiftende Sätze und hielten einem abendlichen Lesevergnügen länger stand.

Und dann kam das Unvermeidliche...

Das Gesuche nach der Brille.

Wo ist sie bloß?
Hier? Oder hier? Im Sessel? In der Schublade? In der Handtasche?

Gleich nachdem die kluge Brille gewahr wurde, welche Abhängigkeit ich zu ihr aufgebaut hatte, ließ sie es mich spüren und verschwand wortlos.
Mal dahin, mal dorthin.
Mit Vergnügen wurde sie Zeuge wie ich jämmerlich hinter ihr her rief.

"Das ist wie bei den Männern!" sagte meine Freundin, als sie mich mal bei meinem etwas absonderlichen Such-Ritual beobachtete. "Besorge dir schnell eine zweite Brille!"

Gesagt, getan.
Und hat es genützt?
Aber jaaaaa!

Nun suche ich jeden Tag hinter zwei Brillen her...


In diesem Sinne
Die Aushilfsssehhilfe

Redakteur




31. August 2018, 10:12

Freitag


Hallo Mädels,

damit das ein für alle Mal geklärt ist:

"Die größten Schwierigkeiten liegen da,

wo wir sie suchen."

Wenn wir so ins Wochenende starten, kann nichts mehr schief gehen.


In diesem Sinne
Frau Freytag

Redakteur




31. Juli 2018, 13:25

Von der Liste der Lieblingstätigkeiten gestrichen


Hallo Mädels,

heute schon den Bio-Müll rausgebracht?
In das Müllhäuschen mit 1000 Grad Hitze?
Wo die Fliegen ohnmächtig um die braune Tonne herum liegen?

Ich schon. Und so sage ich Euch aus den Tiefen meines Erfahrungsschatzes:

LASS ES!!!!


In diesem Sinne
Biologisch ablesbar

Redakteur




17. Juli 2018, 11:06

Bevor du mir sagst, ich soll still sein


Hallo Mädels,

oft rede ich. Oft ist es auch ganz unterhaltsam, wenn ich rede. Aber oft rede ich, weil man das von mir erwartet. Und dann gibt es sehr vornehme Menschen, die sagen: "Halt den Mund, du vorlautes Kind, wer so viel redet, hat nicht viel im Kopf."

Na ja.
Ich sag mal so:

Nicht immer sind die Stillen auch die Weisen. Es gibt verschlossene Truhen, die leer sind.



In diesem Sinne
Schatzsucherin

Redakteur




29. Mai 2018, 12:00

In Erinnerung an meinen Lateinlehrer

Liebe Mädels,

die lateinische Sprache ist für mich vor allem dann von unschätzbarem Wert, wenn ich etwas sagen will, dass auf Deutsch zu anstrengend klingt.
Oder mich zur Besserung mahnt.



Dum vitant stulti vitia in contraria currunt.



In diesem Sinne
Eine Dummheit


Redakteur




15. Mai 2018, 10:16

Fleiß ist die letzte Zuflucht des Versagers

Hallo Mädels,

mit dieser prächtigen Überschrift will ich euch heute gleich mal aus der Komfortzone locken. Klappt es?

Es stehen bald wieder Zeugnisse an. Aus diesem Anlass heraus diskutiere ich mit meinem Sohn über den Sinn von fleißigem Lernen.
Diese Diskussionen sind in der Regel lang. Und laut. Lang und laut. In der Regel bestimmt die lautstärke auch die Länge, denn ich gebe dann irgendwann auf.
Leise. Heiser.

Und dann beruhige ich mich irgendwann und frage mich ernsthaft: WAS DISKUTIERE ICH HIER EIGENTLICH???
Diskutiere ich eher über

Fleiß

oder über das

Lernen

?

Wenn man diese Frage zweimal schüttelt, gibt man auch seinen Sinn nicht sofort verloren.
Fleiß und Lernen gehören zusammen?

Etwa nicht?

Immer wenn ich nicht mehr weiter weiß, google ich. Das Internet als modernes Orakel. Irgendeine Antwort wird es schon geben - und die muss ich dann nur mit viel Herz interpretieren, bis was Brauchbares rauskommt...

Wenn man Zitate über Fleiß sucht, dann findet man ganz viele, ganz ernste und fast alle von Goethe.
Da denke ich mir ärgerlich: "Na, der olle Fleißfürst hat gut reden! Der Typ hat immerzu was Geschrieben und es war alles im sehr gescheit!
War unser Johann Wolfgang eigentlich fleißig oder lernte der bloß leicht? Die Klugen können immer so daherreden von Fleiß. Das ist ja so einfach!

Ich war nie fleißig. Und werde es wohl auch nie sein. Das einzige, was mir hilft, ist Struktur und ein guter Plan. Beides hat nichts mit Fleiß zu tun.
In meiner Sicht ist im Grunde auch nicht das Gegenteil von Fleiß Faulheit.
Eher Konzeptlosigkeit.


Und so stehe ich hier. So faul wie nie zuvor.
Und ende hier.
Ich muss nämlich noch ein bisschen Nichts tun. Aber mit Plan.


In diesem Sinne
Der Faltplan

Redakteur




11. Mai 2018, 10:07

Läuft

Hallo Mädels,

manchmal, wenn man einen Lauf hat, merkt man das gar nicht. Wenn alles glatt geht, dann kommt es einem eher so vor, als habe man keine Zeit. Und ist etwas in Eile.
So geht es mir gerade.

Sitze am neuen Mansukript. Bald wieder eine Lesung. Dazu das Herz voller schöner Flausen und im Sinn nur Unsinn. Schreiben und Fühlen. Gut eingeteilt, gut geplant, für gut befunden.
Ja, es läuft.
Aber genießen kann ich es nicht richtig.
Warum nur so umständlich, Angie?

Gestern Abend auf dem Balkon, ich brauchte Rat und sah den Flugzeugen zu, wie sie der sicheren Landung entgegenströmten, las ich ein wenig Robert Gernhardt.
Gernhardt ist immer eine gute Idee, denn bei ihm weiß ich, dass er mir den Kopf zurecht rückt, wenn er allzu


verrückt, verzückt, verzickt


ist.


Folgendes Gedicht:


Vor zehn jahren waren wir
alle zehn jahr jünger.
In zehn Jahren sind wir vielleicht
allesamt schon Dünger.

Darum, Freunde, pflückt den Tag,
feiert seine Süße.
Dem, der euch entgegenritt
tretet auf die Füße.


So ist es.
Es läuft.


In diesem Sinne
Die Schreibende

Redakteur




29. April 2018, 17:16

Warum sind mir manche Menschen so wichtig?

Hallo Mädels,

was mich seit jeher fasziniert, warum mir manche Menschen wichtiger sind als andere. Schon in der ersten Sekunde weiß ich es: DER Mensch ist mir wichtig.
Mit einem Blick ist es klar.
Es ist so ein einschüchterndes Kribbeln. Ich werde ganz starr und versuche hochkonzentriert bereits in der ersten Sekunde hellwach zu sein im Umgang mit diesem Menschen.

Ich lese ja viel über Evolution. Ihr wisst schon, die Lehre über die erfolgreichste Geschichte aller Zeiten über Kopierfehler bestimmter DNA. In dem Fall, der der Menschen.
In Wahrheit ist Evolution die Lehre vom Überleben.
Da meine Entscheidung, ob mir jemand wichtig ist, in weniger als dem Bruchteil einer Sekunde von mir getroffen wird, gehe ich als kleiner Evolutionsforscher-Anfänger davon aus, dass das Instinkt ist.
Also ist mir jemand NUR DESHALB wichtig, weil er mir mein Übeleben sichert, richtig?
Er ist mir nur aus total egoistischen Gründen wichtig.

Oh nö! Wie fies!

Bei manchen mag das stimmen. Eltern zum Beispiel. Oder die eigenen Kinder.
Aber warum sind mir Leute wichtig, die eigentlich nur Stress und Arbeit bedeuten? Warum ist es mir wichtig, sie um mich zu haben? Was HABE ich davon?

Ich weiß es nicht.
Um ganz ehrlich zu sein.
(Ehrlichkeit hat mal so gar nichts mit Evolution zu tun, fürchte ich)
Klar, dieser eine Typ mit der Frau, die beide sind einfach spitze. Das ist klar, warum die mir sofort wichtig sind. Sich an die zu halten, ist clever. Die haben es raus. Das fühlt man sofort. Die wissen, wo der Hase herläuft und zugleich bringen sie mich zum Lachen. Lachen! Lachen ist Leben! Das ist das pure Leben, das mich an den beiden fasziniert! Wer das nicht checkt, hat in der Evolution mal gerade einen Stehplatz in Fahrtrichtung gewonnen und ist RAUS!

Aber warum sind mir auch andere Menschen wichtig. Warum gehen mir auch andere Leute nicht aus dem Kopf? Warum SORGE ich mich. Sorge, sie könnten mich nicht mögen, SORGE, diesen Menschen könnte was fehlen? SORGE, sie niemals wieder zu sehen oder zu sprechen?
Was hab ICH davon?
Himmel, warum ist mein Leben so wundervoll kompliziert?

Nun denn.
So sitze ich auf meinem Balkon in der Sonne, genieße die Zeit an einem warmen April und zerbreche mir über diesen einen ganz besonders wichtigen Menschen den Kopf.

Und denke:
Hey, Wichtiger Mensch, geht es dir gut? (ich dutze ihn einfach mal)
Hey, kann ich irgendwas helfen? (ich gehe natürlich davon aus, dass ich evolutionär gesehen eine Art Wonderwoman bin und er ein armer hilfloser Wurm - vereinfacht viel)
Hey, kannst du mal aus meinem Sorgenkatalog hüpfen? ICH HAB AUCH NOCH ANDERE DINGE ZU BEDENKEN!

Klappt nicht.
Und irgendwie...
...irgendwie...
...irgendwie ist das nett vom ihm. Von diesem wichtigen Mensch. Er bleibt hartnäckig in meinem Kopf.

Schön hier auf meinem Balkon.
Schön, dass es so viele Menschen in meinem Leben gibt.


In diese Sinn
Die Sorgenfrohe

PS Evolution wird gerne zusammengefasst als die Überlebensstrategie der Fittesten. Das kann sein, dass ein Tier eine clevere Strategie beim Überleben hat, es kann sein, dass die Art einfach nur so viele Nachkommen erzeugt, dass einige immer übeleben werden oder es kann sein, sie sind die Klügsten.

Mit klug sind laut Definition wir gemeint. Die Menschen.
Ich bin auch ein Mensch.
Ab und zu.

Redakteur




11. April 2018, 08:22

Zeitversetzte Zeitverschwendung

Hallo Mädels,

es passiert ja so viel Überflüssiges in unserem hübschen Mitteleuropa und damit in unserem zeitweiligen Leben.
Manche Dinge nennt man Zeitverschwendung.
Männer zum Beispiel sind mitunter die schlimmste. Aber auch Geld.
Aber davon will ich HEUTE gar nicht reden. Diesmal meine ich die Uhrenumstellung, die nun ein paar Wochen zurück liegt, aber immer noch die zeitlosen Gemüter bewegt.
Für viele ist die halbjährliche Zeitumstellung ein Ärgernis. Deshalb soll die EU-Kommission nun die Vor- und Nachteile genau untersuchen.

Ein zeitgeistiges Thema, möge man erst meinen. Nein, es ist ein zeithaftes Thema.
An Sinnlosigkeit kaum zu überbieten stellt sich zumindest mir armen Zeitreisenden die Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit dar.

Winterzeit ist übrigens schon mal ganz falsch, das heißt nämlich Normalzeit.

Also der Sommerzeit hauten wir vor einigen Wochen die Zeiger um die Ohren.
Eine Stunde zurück, bedeutet eine Stunde mehr am Sonntag. Der Tag hatte also wirklich 25 Stunden.
Erklärung hierzu (unvermeidlich, auch in der Kürze der Zeit): Die MESZ, wie man das zwanghaft Unzeitgemäße während der warmen Jahreszeit so hübsch unhandlich abkürzt, ist eine Vorverlegung der Tageszeit-Zählung um eine Stunde vor der Zonenzeit von 15 Grad östlicher Länge. Will sagen, das ist die Sache mit Greenwich, die sich mir noch nicht ganz erschloss.
Hinweis von mir als Zeitzeuge: Das mit der östlichen Länge gefällt dabei besonders. Mein östlicher Gatte mag das gar nicht, wie ich anzüglich dabei grinsen kann.

Warum also das wilde Gefuchtel mit der stündlichen Vorverlegung?
Antwort: Man will damit im Sommer den frühen Sonnenaufgang nutzen und gleichzeitig die Tageslichtdauer am Abend künstlich verlängern.
Was nachgewiesenermaßen eines der dümmsten Ideen seit der Zeitdilatation ist. Und vor allem, wenn man das Licht nutzen will, warum lässt man dann im Winter nicht die falsche Zeit einfach weiterlaufen?

Ach, Kinder, das geht jetzt alles von Eurer Zeit ab!

Schlussfolgerung - das Umstellen auf Sommerzeit ist kompletter Unsinn, da es ungeeignet ist zur Energieeinsparung – zumal es unglaubliche Summen kostet, all die Chronographen nicht nur hin- und her- sondern auch umzustellen.
Deshalb denkt jetzt das EU-Parlament darüber zeitnah nach.

Aber was ist mit unserer inneren Uhr?

Die kann man sogar biologisch nachweisen, ich finde das erfrischend.
Nachweisen! Herrlich. Aber Zeitverschwendung. Jeder Eumel hat im Herbst an dem Sonntag, der der Zeitgleichung folgt, bereits eine Stunde früher Hunger und sagt beim Anblick des vollständig verdunkelten Abendhimmels um 18 Uhr 30: "Huch, das ist aber mal schnell dunkel geworden!"
Aber sicherer ist es schon, wenn – wie hießen die noch gleich? – Chronobiologen sich der Sache noch mal annehmen. Oder?

Also sie fanden heraus: Wenn man die Uhr eine Stunde vordreht, dann fehlt dem Menschen hinterher eine Stunde.
Hervorragend. Das hat echten Zeitwert.

Ich ergötze mich allerdings später einige Zeiteinheiten lang ausgiebig an den im Fernsehen dargebotenen Interviews erschreckter Einkaufsstraßenpassanten, die nach dem Hinhalten des Mikrofonpuschels hektisch zugaben, nicht genau zu wissen, ob man die Uhr vordrehe oder zurückstelle. Manche wussten nicht mal, was das eine oder andere für sie stundentechnisch bedeute.

Kein Problem: In knapp zwei Monaten werden die selben Reporter-Zeitlupen die selben Passanten befragen, was man eigentlich Weihnachten feiere und eben solche sinnfreien Antworten bekommen.

Egal. Wir haben es ja hinter uns mit den Uhren.
Und dem Umstellen.
Und die vom EU-Parlament sollen weiter debattieren, sie haben ja alle Zeit der Welt dafür...


In diesem Sinne
Eure Zeitzünderin

Redakteur




19. März 2018, 11:12

Countdown läuft

Hallo Mädels,

heute Abend geht es also los. Oder nicht? (Ok, dieser Satz ist bewusst etwas kryptisch gehalten - einfach gelassen weiterlesen)...

Hier ein Zitat aus gegebenem Anlass:

Das Wunderbare am Menschen ist,
dass er wohl derselbe bleibt,
aber nie der gleiche.

Wilhelm Raabe

Momentan ist die Zeit der Wahlen. Wo du hinguckst, wird gewählt.
Ach, denkt man, da, da ist ja was los!
Pustekuchen.
Eigentlich sollte es tatsächlich so sein, wenn man die Wahl hat, dass man häufig danach auch eine Veränderung spürt. Ent weder man hat das Alte bestätigt und kann frohen Mutes und erhobenen Hauptes loslegen - oder alles ist neu.
Was ist aber nun los?
Nix ist los.
Die Wahlen, die momentan veranstaltet werden, sind eher mau.
Angela bliebt Angela.
Putin bleibt Putin.
Fehlt es uns an Mut? Haben wir Angst davor, unsere Zukunft anzufangen?

Die Existenzialisten haben vor nicht allzu langer Zeit festgestellt, dass Angst etwas ist, dass uns Menschen zu eigen ist.
Dass wir Angst nicht verdammen sollen. Angst ist gut? Na, sag das mal meinem Bauch. Und meinem Herzen!
Während viele Religionen sagen, wer Angst hat, glaubt nicht genug (pfui!) - sagen die Existenzialisten, nein, Angst gehört zu uns. Wir müssen sie annehmen, das lässt uns reifen, besser werden, Mensch sein.
Her mit der Angst.
Vom Angsthasen zum Angstelefanten?

...ich sag mal so...

Oh, Gott, ich hab sowas von gestrichen die Hose voll... das wird ja eine Superangie werden, wenn das fertig ist!


In diesem Sinne
Angstgegner ist jeder

Redakteur



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