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04. Mai 2015, 16:48

Englischer Namenstag


Hallo Mädels,

die Nachricht des Tages ist raus.

Charlotte Elizabeth Diana.

Das sind die Namen eines einzigen Babys. Einer königlichen Windelträgerin.

Meine Söhne haben auch drei Namen, jeder drei. Zusammen sechs.
Wenn ich eine Tochter gehabt hätte, hätte sie dann entsprechend Therese Erna Helga heißen müssen.​.​.​ach, Royals sind ja soooo eingeschränkt mit den Namen. Für Männer gibt es in diesem Berufssegment nur Henry, George oder Edward und bei den Frauen eigentlich nur Mary und Gordy - äh.​.​. Elisabeth.
Aber gut.
Jetzt hat es einen Namen.

Den Rest des Tages können wir nun der zugfreien, bestreikten Woche einen Namen geben.

Scheiße Kacke Mistmistmist würde sich anbieten.


In diesem Sinne
Irma

Redakteur




04. März 2015, 09:14

Nepper, Schlepper, Handyrechnung

Hallo Mädels,

was waren das noch für Zeiten, als Eduard Zimmermann (XY-ungelöst) noch auf uns aufpasste, damit niemand uns beklaute, haute oder kidnappte?

Diese Schutz-Aera ist leider vorbei. Wir müssen selber aufpassen, alles googlen, immer informiert sein.
Und ZACK.​.​.​nun bin ich voll in die Falle getappt. Fing harmlos an. Ich habe, als Jünger der Super-Medien-Welt, natürlich ein Smartphone. Ich liebe es. Es ist schön, es macht schöne Geräusche – und ich bin schön doof. Kurzum ich bin der ideale Smartphone-Nutzer.
Smartphones verfügen nicht nur über eine Telefonfunktion, die witzigerweise kaum ein Schwein nutzt, weil es ja nun WhatsApp gibt. Tooootal schön. WhatsApp ist ein internetbasierter Instant-Messanger für den bequemen Austausch von sinnlosen Textnachrichten, aber auch von albernen Fotos und noch alberneren Filmchen und diesen süßen Emoticons.
Sowas von süß diese Emoticons!​!​! (Kommt von: Emotion plus Icon)
Als Emoticon werden Bildchen bezeichnet, die ein Smiley oder Tierchen oder sonstwas Niedliches nachbilden, um Gefühlszustände auszudrücken.
WIE FÜR MICH ERFUNDEN!

Okay, ich beruhige mich wieder und frage investigativ nach: Was genau haben die Germanen damals eigentlich OHNE gemacht? Ich meine, in einem Leben ohne WhatsApp? Ohne die fantastische Möglichkeit, Cäsar ein Emoticon zu schicken. Eins mit Zunge raus, einem Limes und Hermannsdenkmal?

„Hey, what's up, Caesy? Easy, Junge, wir machen hier den Limes klar und alles supi mit den Legionen! Und was genau will dieser nervige Varus hier? Baut der uns ein Viadukt und führt den neuen Kalender ein? Wir nehmen gerne Fußbodenheizung! Mach mal ruhig, lass uns später weiter chatten, aber jetzt erstmal chillen!​“

Ohne WhatsApp undenkbar. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf.

Smartphones können alles! Navigieren, Standort an die NSA verraten, knipsen, filmen, sich abhören lassen, musizieren, mailen, mit Aktien dealen, Temperaturen im Ferienhaus runter regeln, recherchieren, Wetter vorhersagen, spielen (bis der Arzt kommt) und wahrscheinlich kann es auch aufs Klo gehen – ganz sicher aber solche Geräusche machen.
Doch die eifrige Online-Nutzung verursacht erhebliche Kosten, was vielen Kunden erst mit Blick auf die erste Telefonrechnung auffällt.
Jau. Aber sowas von.​.​.​Es waren bei M I R (Trommelwirbel):

100 glatte Euro.

Wegen Datenvolumen. Sprich, weil ich mal was Nettes geschrieben habe oder so. Aber, aber, aber, äh, was genau hab ich falsch gemacht? Nichts. Zumindest nicht viel. Ich habe kommuniziert wie mit dem alten, unfähigen Handy. Und damit war es passiert.​.​.

Das geht so: Das Datenvolumen steigt stetig, ohne dass man jetzt das Gefühl hat, man macht was Teures. Da wird kein roter Teppich ausgelegt, da quellen nicht etwa Diamanten oder Markenjeans aus dem samtweichen Touchscreen.
Es ist das übereifrige Smartphone, das an meiner Stelle den teuren Unsinn macht.
Will sagen, ich hab mal komplett den Überblick über Surfdauer und Datenmenge verloren. Obwohl ich aktiv nur EINE einzige App in Benutzung hatte, haben sich mehrere Apps und andere lustige, eloquente Software auf meinem Smartphone selbständig aktualisiert. Und zwar auf die teure Variante. Über den falschen Handytarif.​.​. Mein so unschuldig anmutendes, smartes Gerät verbindet sich nämlich leidenschaftlich gerne und vollautomatisch mit dem Internet, sucht nach verfügbaren Aktualisierungen und lädt diese herunter. Egal, ob das mein Tarif erlaubt.
Und WhatsApp tat sein übriges. Es ist so verführerisch, mit anderen zu schwätzen, als seien sie gerade im Raum.

Heul.

Und die doofe Rechnung wird einem auch noch ganz OHNE Emoticons geschickt. Ein mitfühlendes Gesichtchen wäre da vielleicht tröstlich gewesen!
Nun hat mein Gatte mir für zuhause WLAN auf mein Smartphone gedröselt, und ergriff das geliebte Social-Media-High-Cost-Endge­rät (das ich vorübergehend in eine Eisenkiste geknallt hatte, damit es Einzelhaft hatte - ohne Verbindung mit anderen!​). Gatte war trotz Kostenexplosion (das darf man so bezeichnen(!​)) erstaunlich gelassen. Er reichte mir das Smartphone (es hatte was von damals, als er mir meinen frisch gewickelten Sohn im Kreißsaal in den Arm legte) und sagte: „So, jetzt darfste.​“

Ich sag mal so.
Ich sitze jetzt hier, schreibe diesen gesellschaftskritischen, hochbrisanten Text (über meine eigene Doofheit) mit meinem süßen Smartphone und verursache jetzt KEINE Kosten. Letzten Monat hingegen, habe ich DASSELBE gemacht, aber

100 Euro – ja echt - 100 Euro – ja, 100 Euro – wirklich 100 Euro – ohne Scheiß: 100 Euro

dafür gezahlt. Erstmal.


Mal ehrlich:
Smartphones können offenbar Geld scheißen, oder? Nur leider in die falsche Richtung.

In diesem Sinne
What's up, Angie?

Redakteur




19. November 2014, 08:47

Thema heute: Hilfe! Ich hab ein Proben-Problem


Hallo Mädels,

was den Menschen wirklich vom Affen unterscheidet, sind die Probepackungen in den Frauenzeitschriften.

Wenn ich meine Modezeitung frisch aus dem Briefkasten fische und auffächere, fällt mir erstmal ein Kilo Werbung auf die Füße. Nach deren Entsorgung bleibt der daumendicke Haut-Couture-Führer hügelig wie Rom. Das liegt an den Parfümpröbchen, den Shampoo-Give-Aways, den Hautverjüngungsextrakten und Schminkversuchen.
Alles bio-resistent in Alutütchen verpackt.

Die Entnahme dieser kleinen Freuden aus der Zeitung ist eine Kunst.
Reißt man sie zu schwungvoll heraus, ist bereits im Winter die Sommermode komplett weg.
Es gibt auch Seiten, die vollends in Parfüm getaucht wurden. Beim Blättern duftet es in der Nase. Ein altes Hausrezept von Coco Chanel besagt wahrscheinlich, dass man zur Verbesserung des Raumklimas nur eine VOGUE aufgeschlagen zwei Wochen rumliegen lassen muss.

Wenn alle Seite durchgelesen und betrachtet wurden, beginnt die Phase des Proben-Probierens.
Wenn Mario Barths „Freundin“ etwas anspruchsvoller wäre und die COSMOPOLITAN abonnierte, hätte der Guinnessrekord-Witzeerzähler längst im Olympiastadion berichtet, wie Frauen Alutütchen mit Shampööchen unter der Dusche zwecks Probe handhaben.

Ungefähr so:
Das zu testende Erzeugnis trägt diesen Monat einen unfassbar bombastisches Namen: „Fructis Prachtauffüller“.

Na, da kann keine Frau eines Bauunternehmers widerstehen. Ich auch nicht. Es handelt sich hierbei um ein Shampoo, das so riecht, wie sich ein Blinder die Farbe Himbeerrot selber vortanzt. Zudem erzeugt es eine Reaktion im Haar, wie wir es von industriellem Blitzbeton für Großprojekte her kennen.

Um es vorweg zu nehmen:
Das Zeug ist sen-sa-tio-nell!
Ich war in Sekunden so komplex frisiert wie Cassius Clay, nachdem er mit dem Namen Muhammad zum größten Amerikaner aller Zeiten wurde.

Aber bis es dazu kam, passierte Folgendes:

Ich lege Duschgel- und Shampoo-Probe zurecht.
Ich betrete die Duschkabine und benetze mich und mein Haupthaar nach der Methode Wanninger (also vorschriftsmäßig von oben nach unten) mit Wasser.
Greife zum Shampoopröbchen, das sich in der aus besagtem alulastigen Plastikzeug bestehenden Tüte befindet.
Suche Anreißstelle (die Kerbe in einer der Ecken).
Finde sie.
Aaaaahhhhh!
Und nun geht ein unsagbares Gezerre und Gefingere und Gerangel los.
Anschließend Gefluche.
Tüte ist weiterhin makellos verschlossen.
Grrrrrrrr!

Mit glitschigen Fingern wird das nichts!

Verlasse Duschkabine.
Suche Schere.
Finde nur Nagelschere, die den typischen Schlangenschnitt hinbekommt.
Rutsche fast aus.
Betrete erneut Duschkabine.
Quetsche und Walke die Probeflüssigkeit aus Recycleminiverpackung.

PLATSCH.

Rosa Probeflüssigkeit landet in Duschwanne.
Erneutes Fluchen.
Mit den Fingern mühsames Zusammenwischen der Probeflüssigkeit.
Uff.​.​.​Nun endlich im Haar.


Ich sage Euch: Die Geschichte des Haarewaschens ist eine Geschichte voller Missverständnisse.​.​.


In diesem Sinne
Die Probebohrung

Redakteur




15. September 2014, 09:11

Der Trend-Trend

Hallo Mädels,

früher dachte ich, große Entscheidungen werden in großen Großraumbüros von großen Männern in großgemusterten Anzügen und großartigen Schlips getroffen.
Eigentlich denke ich das immer noch.

Für viele Leute IST ein Modetrend eine große Entscheidung. Zumindest wenn ich der VOGUE und der GLAMOUR glauben darf. Zwei Zeitschriften, die mich monatlich darüber belehren, wie unsagbar falsch ich angezogen bin. Das bin ich gewohnt. Bereits in der Schule, wo ich die Klamotten (und durchaus geliebten Sachen) meiner Schwester auftrug, sagte man mir, dass ich modisch ziemlich daneben lag.

Das Lesen von Modezeitungen gibt mir also ein Stück Jugend zurück.

Damals hatte ich nun mal nichts anderes anzuziehen. Heute wäre das theoretisch anders, aber beim Durchblättern der Hochglanz-Medien bin ich von zwei Erkenntnissen beseelt.
1. Das ist super fotografiert!
2. Das kann aber keiner tragen!

Wie geistig unbemannt muss man sein, um Haut Couture ernsthaft anziehen zu wollen? Selbst sogenannte „Basics“ scheinen mir eher „sauer“ als „basisch“ (kleiner Chemikerscherz).
In dem einen, nach Parfümproben duftenden Druckerzeugnis steht, dass Blumen Trend sind und „üppig“. In der zweiten Zeitung steht, man muss „leger“ sein und mit Fransen behangen. Sogar auf zwei aufeinander folgenden Seiten derselben Zeitung wird sich widersprochen. Verwirrend.

Trends sind der Evolution geschuldet. Früher wurde jeden Tag gejagt. Heute braucht man nicht zu jagen, daher generiert der Einzelhandel künstliche Jagdtrophäen, um uns das Gefühl zu geben, wir haben etwas Lebenswichtiges erlegt. Und wenn es nur die Herbstjacke mit Blumen und mit oder ohne Fransen, leger oder üppig ist.
Mode macht also schön. Man muss nur dem Trend folgen und ist de facto schön. Klappt nicht im Auge des Betrachters, aber im Hirn des Käufers.

„Nicht jede Frau kann ein Schwan sein.​“ Sagte schon Truman Capote (der Schöpfer der Schönheitsbibel „Frühstück bei Tiffany“), den ich zu lesen mir gerade gönne, ohne dass das ein Büchertrend ist.
Eine Schönheit, so Mister Capote, ist niemals eine Frau, die von der Natur und der Welt kümmerlich bedacht wurde. Gott schenkt ihr Aussehen und einen Helfer (Vater oder Ehemann) mit einem dicken Bankkonto.
Nur das macht sie schön.
Und nur das befähigt sie, den Trendkurs zu halten.

Wir fassen zusammen: Geld stinkt nicht und macht schön.

Eine genaue Schätzung der jährlichen Instandhaltungskosten der weiblichen Schönheit wäre möglich, würde aber nur zu Neiddebatten führen.
Dann doch lieber die Modezeitungen aufblättern und denken: „Wow, das kann nun wirklich niemand tragen, ohne über die eigenen Füße zu stolpern, aber es ist ein großartiges, geschlechtloses Symbol grenzenloser Sexualität!​“

In diesem Sinne
Madame Lagerfeld

Redakteur




27. März 2014, 08:15

Prinzip Luxus

Hallo Mädels,

langsam verstehe ich, was Luxus ist.
Ich weiss noch, wie mein Lateinlehrer uns freudig erregt mitteilte, wie gebräuchliche Worte im Ursprung gemeint waren.
Luxus bedeutete damals, bei den alten Lateinern (die ja wohl die blödsinnige Verschwendung erfunden haben dürften):

Liederlichkeit.

Na, das trifft es eventuell noch heute. Es ist Verschwendung. Das Phänomen einer Besitzerkultur, die über das normale und vor allem sinnvolle Maß weit, weit hinausgeht.

Wenn ich mir meine süße kleine Reichenschlampe Lisa (Ihr erinnert Euch?​) anschaue, wie sie mit sterling-silbernem Dekoklimbim herumhantiert, um einen Kuchentisch "ein bisschen zu pimpen" und dabei ein Vermögenswert von mehreren tausend Euro über einer edlen, aber indiskutablen Tischdecke verstreut, dann denke ich, dass Luxus im Grunde immer nur das selbe ist.

Verknappung.
Der Mensch hat wahrscheinlich seit der Steinzeit nur eine Sache wirklich verstanden, und diese Erkenntnis gleich für immer im Hirn festgeschraubt. Dinge, die selten sind, immer aufheben und mitnehmen. Feuersteine, Mamutzähne, Ozelotfelle. Mitnehmen, kann man tauschen, ist immer zu gebrauchen.
Wenn wenig, dann wichtig.

Luxus bedient keine Liederlichkeit. Luxus bedient den Steinzeitmenschen. Guck hier das ist selten. Fang es dir!

Wenn ich es so betrachte, bin ich gleich rasend gut gelaunt, wenn ich bei Luxus-Lisa in der italienischen Designer-Sofalandschaft Platz genommen habe und mir anhöre, dass ihr Mann sich eine Rolex gekauft hat. Potthäßlich.

Und während er mich stolz mit dem Teil am Arm anstrahlt, denke ich unweigerlich:

Ugga! Ugga!

In diesem Sinne
Madame

Redakteur




26. März 2014, 11:25

Immer noch Mode

Hallo Mädels,

offenbar bin ich gedanklich in meine Vogue hineingekrochen.
Obwohl ich mit Mode nicht viel anfangen kann, bin ich wie hypnotisiert von dem Thema. Meist fällt mir Mode an jenen Menschen auf, die durch ein klassisches, dezentes Outfit ihren Anspruch auf Professionalität, aber nicht auf Schönheit demonstrieren. Und ich liebe diesen Zirkus, der um Mode gemacht wird. Es ist eine extraordinäre logistische Leistung und dazu eine glamouröse, vergängliche Kunst, die eigentlich jeder so dringend braucht wie Pickel am Po.

Der zauberhafte Riesenaufwand nur für einen kurzen Moment der Unterhaltung. Es ist wie das Schreiben.

Ich beschäftige mich daher mit Anna Wintour. Kennt Ihr Mädels nicht?
Lach. Oh! Doch!
Kennt Ihr!
Diese spezielle Dame ist der TEUFEL IN PRADA. Sie ist die Chefredakteurin der VOGUE und nach Aussage einiger verhuschter Leute die mächtigste Medienzicke der Welt.
Wow. Ich bin fasziniert. Powerfrau? Eher Power als Frau, aber stört mich nicht, ich will ja nicht mit ihr arbeiten.

Was mich viel mehr beeindruckt, ist die Professionalität mit der Mode und diese Modezeitschrift gemacht werden. Durchdacht, strukturiert, inszeniert, gepushed, einwandfrei logistisch ins Bild gesetzt, mit der einzigen Zielgebung: Werte aus dem Nichts erschaffen und vergolden. Wahnsinn.

Da bleibt nur ein sehr unschöner Gedanke:
Was für eine blöde Herde an Kunden muss man da bedienen?

Man würde sich wünschen, dass die zweifelsohne unglaublich reichen Kunden nur einen Hauch professionellen Geschmack, Sinn für Kunst, eine Ahnung von Ästhetik hätten, um die Dinge zu tragen. Oder zu lesen.

Karl Lagerfeld sagt: Mode ist das Metier der Ungerechtigkeit.

Das ist klug und grausam. Aber wahr. Immerhin bezahlen die reichen Kunden viel Geld dafür. Auch wenn sie nicht wissen, was sie da in Wahrheit an Arbeit und Aufwand gekauft haben.

In diesem Sinn
Die, die Schuhe nach Bequemlichkeit aussucht.

Redakteur



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