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Der Blog


     

 


17. Mai 2019, 13:55

Was ich schon immer sagen wollte


Hallo Mädels,

ich hab bislang keine Folge Games of Thrones gesehen.


Ja, okay, bewerft mich nur mit magischen Kronjuwelen.


In diesem Sinne
Uninformierte



Redakteur




22. März 2019, 09:12

GNTM mit berühmtem Nacktshooting und Box-Fashion

Hallo Mädels,

jeder Mensch muss mal Trash gucken. Ich auf jeden Fall. Vor allem, wenn ich zu viel kluges Zeug gesehen habe und zu viel kluge, nette Leute um mich habe, dann muss ich unbedingt mal Trash gucken. Um mich zu erden. Um mir klar zu machen, die Welt ist nicht klug und nicht nett. David Lynch kann helfen, aber dessen Trash ist auch schon zu klug.

Es muss schon GNTM sein.
Ich gucke es mit meinen (nicht allzu jungen) Kindern, und wir rätseln immer: Sind die wirklich so? Oder hat ihnen das gerade einer gesagt, die sollen gerade dies oder jenes Seltendämliche machen oder sagen? Oder wird man so, wen man sich schminkt? Kontaktgift?
Wir wissen es nicht, vermuten aber immer einen Sinn im unsäglichen Unsinn.

Gestern war offenbar wieder so ein Tag an dem der Chef vom Sender gesagt hat: Da muss mehr Attitüde rein.
Oder so was.
Sagen die bei GNTM ja immer.
Oder Glamour.
Nur Glamour ist schwierig bei so einer Truppe, die aussieht wie auf einer Klassenfahrt, wo der Lehrer gerade mit Magen-Darm-Grippe abgeholt wurde und sie sitzen in der Jugendherberge fest und wissen nicht, wo die Tür ist (weil alle das Handy abgeben mussten).

In dieser Folge sieben von „Germany‘s Next Topmodel“ ist eine von denen (die fast alle gleich aussehen, wenn sie geschminkt sind) eine andere (die von den Kameramännern geliebt wird, weil sie immer was Kreuzbescheuertes macht) ja, was eigentlich? Geohrfeigt? Gehauen? Geschubst? Gekniffen? Oder nur nach dem Weg zum Bäcker gefragt worden?
Wie auch immer. Drama. Verdeutlicht von Frau Klum mit Dramablick. Da ist das Nacktshooting nun wirklich egal, oder? Oder sonstiger Content.
Es wurde bereits im Internet angekündigt und wir warten alle auf die Schlägerei.
Aber vorher kommt erst mal alles andere:
Also das Nacktshooting.
Laaaangweilig.
Man sieht von den Damen ja sowieso nur Hunde an den entscheidenden Stellen, die sich eigentlich nicht bewegen (was haben die geraucht? Die Hunde jetzt).

Es ist soooo unsagbar. Vor allem, wenn das Mädchen, was das Nacktshooting am besten gemacht hat, als Belohnung eine Fahrradhelm-Kampagne des Bundesverkehrsministeriums shooten darf. Jippi!
...also sie trägt den Helm dabei auf dem Kopf. Ohne Hund.

Frau Bündchen kommt. Ein altes Topmodel, dass aber soundsoviel Follower irgendwo hat und deswegen offenbar ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft. Die Neumodells sind außer sich, wobei meine Jungs stark bezweifeln, dass die überhaupt wissen, wer das ist (diese Leute haben es ja an sich, dass sie in Realität ganz anders aussehen als auf Fotos), aber diese Frau Bündchen hat einen sensationellen Geheimtipp. Sie weiß, wie man trotz des ganzen Stresses im Model-Business entspannt bleibt:
Und zwar sagt sie: "Atmen“.

Und recht hat sie! Ohne Atmen hat man viel mehr Stress! Probiert es aus. Vielleicht habt ihr dann auch so viele Follower!

Und wann kommt die Schlägerei?
Schwarzes Bild.
Das war es schon???
Enttäuschend!
Immerhin Heidi Klum mit Weichzeichner und Dramablick.
Ooooch. Schon vorbei?
Na, immerhin haben wir was zu reden, wenn wir schon nix gesehen haben...


Hach, wenn man so einen Trash gesehen hat, denkt man fast, der Blödsinn, der um mich herum geschieht, hat wenigstens Methode….

In diesem Sinne
Frau Bäumchen

Redakteur




31. Januar 2019, 14:41

Fair Fashion – Jeder Mensch ist käuflich

Hallo Mädels,

geht das nur mir so, oder habt Ihr auch immer mehr Probleme, Dinge vor Eurem Gewissen zu verstecken?

Das mit Füßen getretene Recht, wenn es sinnvoll ist. Frauenrechte, Kinderrechte, Rechte von Minderheiten.

jaja, schon gut. ich mach hier nicht die große Box auf, ich bleibe im Kleinen.

Ich meine es viel einfacher… Ich meine so Dinge wie Einkaufen.
Jetzt nicht die Augen verdrehen, Ihr lieben Kämpferinnen!
Fangen wir doch da an! Einkaufen!

Ich liebe es einzukaufen, mich neu einzukleiden, Räume zu gestalten, Möbel und Stoffe auszusuchen, Schmuck und Düfte. Und natürlich auch Essen.
Ich koche gerne. Und mein Mann bekocht uns immer am Wochenende. Es macht unglaublich Spaß ihm zuzusehen, wie er da so brutzelt und kocht. Und ich trinke derweil irgendwas aus einer Flasche, die er mir (allerdings meist unter Protest – dass er ja arbeiten muss und ich trinke) aufgemacht hat.
Schönes Bild, oder?

Beim Alltags-Einkauf fängt es profan an. Ist es gut, das ich so viel Süßigkeiten esse? Und meine Kinder? Ist es gut, dass ich so gerne einen Wein trinke und meine Kinder gerne Limonade in Knallfarben?

Das sind egoistische Fragen, denn im Grunde frage ich bloß so blöd danach, weil ich bitte nicht dicker (noch dicker) werde will. Oder Runzelhaut bekomme (noch mehr).

Also frage ich nochmal genauer: Ist das Essen gesund?
Und was dieses Wort „gesund“ ja gar nicht einschließt, ist, war die Herstellung gesund für die Umwelt? Gesund für das Tier, die Pflanze, für den Erntehelfer?

Gut, man kann sich den Tag auch ganz anders versauen, aber ich muss das denken.
Und ich brauche dringend Antworten. Und auch den Mut zu antworten!

Ich bin kein Vegetarier. Ich mag gutes Fleisch und bin der Überzeugung, der Körper braucht es auch in Maßen. Ja.
Aber egal welches Fleisch? Hauptsache die Soße ist gut? Nein.
Stelle ich die Frage nach dem Preis? Beim Metzger?
Die Frage ist doch nicht, ob das teuer ist, sondern ob der Preis das rechtfertigt.

Rechtfertigt ein Schnäppchen eine kaputte Umwelt oder grausame Tierhaltung, schlecht bezahlte Arbeiter?

Auch wenn es klingt, als wäre ich eine guter, ein verantwortungsvoller Mensch, ist das leider nicht so.
Jeder Mensch hat seinen Preis. Und ich auch.

Irgendwann wechseln wir die Perspektive. Ich würde sogar sagen, die Perspektive wechselt UNS.

Wie viel Umstände nehme ich in Kauf, um ein schönes Kleid zu kaufen. Wann ist mir die Herstellung egal, wenn das Aussehen und der Preis stimmen? Und: Ist es wirklich meine Verantwortung?
Die Antwort ist schnell ausgesprochen. Ja.
Es ist meine Verantwortung.
Auch wenn ich mir ein neues Handy kaufe, obwohl das alte noch funktionierte, einen Kühlschrank, einen neuen Flachbildschirm (Manno, es gibt so tolle! Und wir haben so einen uralten, unscharfen!)…

Autofahren habe ich mir schon fast abgewöhnt. Gehe in meiner Stadt zu Fuß oder bin mit dem Rad unterwegs. Auch meine Kinder.

Gut, oder?
Reicht nicht, brüllt mein Gewissen wutentbrannt, und ich versuche es zu überhören.

Aber wann ist mein Preis erreicht? Viel zu schnell.
Wenn ich an die fair gehandelten, fair produzierten Dinge nur per Versandhandel dran komme.
Wenn ich Lust auf eine Bratwurst hab am Stand.
Und ja, ich gebe es zu, wenn manche Leute auf mich herab blicken und blöd fragen, ob ich keinen Führerschein oder kein Auto habe.
Das ist der Punkt. Das ist mein Preis. Und den zu bezahlen fällt mir schwer.

Ich kaufe zwar die Bratwurst aber kein Auto, aber ich fühle mich schlecht.
Und das, weil ich Gutes tun wollte.

Schlechtes Geschäft. Oder?

In diesem Sinne
Preisboxerin

Redakteur




04. Mai 2018, 14:40

Puffärmel

Hallo Mädels,

kennt Ihr das? Es ist Ende des Winters, dann Frühling und Ihr denkt immer so vor Euch hin: Oh, meine Söhne haben keine passenden Jacken mehr für den Sommer.
Und man denkt das so.
Und macht nichts.
Weil Klamotteneinkaufen mit Söhnen doch...sagen wir mal...sehr speziell ist.

Und dann muss man nun endgültig in den Sauren Einkaufskorb beißen, denn die Kinder kommen mittags mit knallroten Kopf heim, weil die SkiJacke bei zwanzig Grad Außentemperatur nun doch irgendwie gesundheitliche Risiken birgt...

Also los.
Anfangs versucht man noch zu beraten und gibt es dann schnell auf. Totenkopf hin oder her, tiefschwarze Trauerkleidung oder zu flippig, es ist ja schon fast alles egal, Hauptsache eine Jacke die den Regen ein bisschen fern hält...

Und dann schaut sich die Mutti doch gerade mal gaaaaaanz kurz selber um. Begleitet von kritisch-genervten Teenagerblicken.
Derart unter Druck gesetzt, kommt es wie es kommen muss.

Zum Impulskauf.

Ganz falsch!
Quasi der klassische Anfängerfehler einer Mutter!!!
Nichts kaufen, nur damit man mal auch was Neues auf der Haut hat!!!
Bloß nicht.

Zu spät. Zuhause habe ich mir dann meinen Kauf mal näher angesehen.

Ein süßes T-Shirt. Nur leider mit Puffärmeln!
Ich mit Puffärmeln?
Ich habe Oberarme wie ein Preisboxer!!!!

...und den Kassenbon hab ich auch nicht mehr...klassisch...


In diesem Sinne
Die Kauflaune

Redakteur




30. November 2017, 10:50

Schatz, du bist nicht dick, du bist untergroß

Hallo Mädels,

es gibt sie wirklich. Diese Momente, in denen wir Frauen unsere herzallerliebsten Ehemänner sehr gerne mal nach Huaca Pieta schicken würden.
Huaca Pieta liegt in Lateinamerika und dort wächst der Cayennepfeffer.

Beispiel gefällig? Okay, wenn mein Schatz mich mit selbsterdachten Kosenamen bedenkt. Am besten noch vor viel Publikum. Aktueller Spitzenreiter in den peinlichen Liebesflüstereien:

„Schnuckie, alter Zossen!“

Wer will das nicht in einer belebten Einkaufsstraße hören?
Ja, die Liste ist lang für viele, viele Reisegründe in die ewigen Eheferiengebiete:

- Nix wegräumen
- Alles besser wissen
- Das beliebte: Altejogginghosetragen bis sie vom Fleisch fällt
Und nicht zu vergessen:
- Das Leereklorollensolangeignorie​renbisdiemuttieingreift

Aaaaaarghhhh.
Aber dann gibt es auch diese wunderbar erhellenden Augenblicke:

Schatz, lass das doch stehen, das ist zu schwer für dich! (wenn man Blumenkübel umräumt)
Schatz, ich koch dir was Schönes.(Sonntags)
Oder
Schatz: Na, wenn dir das Spaß macht? Dann tu es doch! (wenn man eine Aufgabe übernehmen will, die ein bisserl kribbelt)

Ach, was ist doch so ein Ehemann schön, nicht wahr? Die absolute Krönung (und da kann ich so emanzipiert sein wie ich will) ist, wenn er sagt:

„Du bist doch gar nicht dick. Und wenn doch: Mir gefällt es.“

DAS sind diese Momente, an die wir im Standesamt gedacht haben, als wir unser kleines „Ja!“ stammelten. Und es ist dann auch jener, in dem ich die Flugtickets nach Huaca Pieta wieder in der Schublade verschwinden lasse!

Ich bin zwar blöd, aber ICH BIN NICHT DICK!!!
...nicht sooo sehr zumindest. Nicht immer.
Im Halbdunkeln geht es.

Ohhhhhh doch, Fräuleinchen! schreit da die Waage.

Frust im Buttercremetortendiagramm.

Ich schnappe mir meine Frauenzeitschrift.
Ich sehe: Schöne Frauen, schöne Frauen, schöne Frauen, Mann, schöne Frauen.
Es ist zum Ausflippen. Ich will auch. Aber dafür dürfte ich

1. nie mehr was essen und
2. brauche ein Komplettlifting – was sag ich, eine ZEITREISE RÜCKWÄRTS !!!

So ein Mist.

Da im Magazin lese ich es neben einer dünnen Frau (maximal 16 (Alter+Gewicht)): „Diäten sind kinderleicht (tolles Wortspiel)! Du entdeckst die richtig ungesunden Kalorienbomben. Häufig ist einem gar nicht klar, wie viele Kalorien manche Speisen überhaupt haben. Wenn du dann die Kalorienbomben reduzierst, wirst du leichter ein gesundes Kaloriendefizit erreichen.“

Da schrei ich aber zurück: „Die musste ich nicht entdecken, die kannte ich schon! Das sind nämlich allesamt meine Lieblingsspeisen. Da schmeckt man was, wenn man zubeißt!“
Ich will essen!
...Aber nicht dabei aussehen wie ein Pferd!

Arrrghhh.
Ich kann doch gar nichts dafür! Ich bin unschuldig! Das Essen rennt quasi hinter mir her. In der Werbung. Selbst in Dekozeitungen kommen mir ununterbrochen Rezepte dazwischen. Mit viel Sahne. Und mit Marmelade. Und Butter. GUTER Butter.

Ich kann es ja mal mit dem neuen Wunderzeug versuchen?
Diätdrinks.
Hat tausend Namen in der Werbung das Zeug.
Irgendwie ist das essbarer Bauschaum, aber es sieht so aus! Ich habe es versucht!!!
Das ist so ein Shake, der mit dem Mixer zu einem Schaumzeugs verrührt wird und mir nach der Einnahme ungefähr FÜNF Minuten ein Sättigungsgefühl bringt.
Selbstverklebung als einzige Rettung! Hilfe!

Dialog des Tages:
Ich: „Schatz? Wo bist du? Sag doch mal was Nettes, bin deprimiert!“
Er: „Klar, alter Zossen, komm ins Bett, du bist so schön weich.“
Aaaarghhhhh!



„Letzter Aufruf für den Flug 4711 nach Huaca Pieta!!!!“



In diesem Sinne
Sondergepäck kostet extra

Redakteur




14. November 2017, 09:55

Never change a winning Nutella

Hallo Mädels,

wer von uns erinnert sich nicht an die 80er Jahre als CocaCola plötzlich seine eigene Renaissance feiern wollten und seine Rezeptur veränderte ? Und wir alle da standen und uns fragten:

Äh?

Irgendwie war es uns so, als wäre diese Rezeptur bereits seit dem Mesolithikum in Höhlenwände gemeißelt.
Damals hatte der Sirup-Gigant einen kleinen, nervigen Terrier am Hosenbein, der da seelenruhig vor sich hin pinkelte. Dieser Terrier hieß Pepsi und verkaufte wie die CocaColaCompany einen süßen, braunen Getränkesud, der mit Wasser aufgeschäumt so gar nicht den Durst löschte - aber suuuuuuper angesagt war.
Bei uns Kindern zum Beispiel.
Zu Geburtstagen gab es ab und zu (wenn unsere Eltern dran dachten) eine Flasche des hippen Gesöffs - und man war stolz wie bolle, seinen Gästen DAS anbieten zu können. Meist versuchte man dabei, einen ganz souveränen Eindruck zu machen. Gerade so, als würde man JEDEN Tag quasi darin baden. Tat man selbstredend nicht. Und die jungen Gäste in der Regel auch nicht. Klar. Aber die taten auch so.

Ob das Zeug wirklich gut schmeckte?
Es schmeckte zumindest nicht schlecht.
Aber in erster Linie war es eine Art Eventtrinken. Man trank echte Cola. Von Coke. Nicht etwa die verpönte AfriCola (die viel coolere Werbespots hatte. Ich sehe da immer die vereisten Nonnen vor mir…). Nein, man war ein Brauseopfer.

In den 80ern änderte CocaCola das Rezept plötzlich. Und nicht etwa, weil die Amerikaner nun endgültig zu der Erkenntnis-Folklore kamen, dass sie was an der allgemeinen Ernährungslage schrauben sollten.

My goodness! No! Gesundheit wird in Amerika traditionell an den Dow Jones gekoppelt.

Die Coke musste einfach unbedingt SÜSSER werden. Wie Pepsi.
Es war damals in allen Medien.
Diverse coole Werbespots halfen mit, diesen belanglosen Kampf auch ordentlich anzuheizen. Ein Kampf, der dem Verbraucher gar nichts brachte, denn natürlich müssen Werbekosten beim Verkauf wieder rein kommen. Und die Rezeptur wurde nicht gesünder.
Den daumendicken Gesundheitstod dürfen die Verbraucher bitte selber zahlen.
Und die tun das, die Trottel-Lummen im Zuckerhimmel.

Nun haben wir 2017.
Und Nutella ist das neue Coke.

Nutella hat eigentlich keine echte Konkurrenz. Ältere kaufen vielleicht die abgeschwächte Variante von dem Kampf-Veganer Attila Hildmann. Oder Nusspli. Mag sein. Aber die Masse, die zählt, kauft das Ferrero-Produkt.

Auch bei uns zuhause schwören meine Jungs, dass sie diese braune Pampe von jeder anderen sofort unterscheiden können. Auch an der Farbe.
Aha.
Nun, das ist interessant, wenn man bedenkt, dass eins meiner Kinder eine Rot-Grün-Sehschwäche hat und zudem gerne mal ein Nutellaglas beim pädagogisch und ökologisch wertvollen Altglas recyclen in den braunen oder grünen Sammelkubus steckt.

Schon klar. Unternehmen sind um den Beschluss aufgebaut, Geld zu machen. Und das ist definitiv ein Konzept, das einem das Leben mit Gold galvanisiert. Offenbar kann man damit auch gut schlafen.
Also macht Ferrero einfach den Deckel auf, tut weniger Teures (gut war der Inhalt nie) hinein, und wir Blödis kaufen das ungesunde Produkt nun schön weiter. Toll.

Schuld sind wir. Die Käufer, die Eltern, die besser aufpassen müssen. So, wie beim Waffenkauf. Och Mööönsch! Der Hersteller einer Wohnzimmer-Flak ist ja nicht schuld, wenn andere die ausgerechnet zum Hirnwegballern benutzen. Oder?
Aaaaaaarghhhh.
Ich könnte in die Auslegeware beißen, wenn so argumentiert wird, und es sich sogar fast logisch anhört.
Zweifel an der ethischen Brillanz ist da angebracht!

Woher soll das (im Bereich Verantwortungshaushalt eher spärlich möblierte) Ferrero wissen, dass ausgerechnet Kinder (ach, die essen das???) geradezu süchtig nach dem braunen Zucker-Kakao-Fett-Komprimat werden, was zu allem Überfluss absolut ÜBERALL zu haben ist.
Selbst bei ALDI, das nicht gerade für Markenartikel bekannt ist.

Irgendwie scheint braune Pampe, egal ob im Kaufregal oder Bundestag, egal wie viel, egal wann, egal wer sie herstellt, immer zwei Dinge zu tun:

a) Sie macht hyperaktiv
und
b) ist ungesund fürs Oberstübchen (das Denken verlangsamt sich)

Ob das Zufall ist?

Mein heimischer Nutellaexperte meinte nur zu mir: „Mama, guck mal, das Zeug ist plötzlich heller. Sieht jetzt noch mehr aus wie…“

Sprach's und fraß.



In diesem Sinne
Nahrungsmittelergänzungsfach​frau

Redakteur




21. Oktober 2017, 13:40

Samstag ist der klassische Friseurtag


Hallo Mädels,

gerade höre ich im Radio, dass Samstag der typische Friseurtag ist.

Wo bekomme ich jetzt einen Friseur her?


In diesem Sinne
Die Radiohörerin

Redakteur




16. Oktober 2017, 11:25

Außerirdischer Friseurtermin


Hallo Mädels,


in Friseurläden plärrt meist irgendein Regionalsender über die haarigen Köpfen hinweg und die jungen Damen, die dort arbeiten sind stets bildschön, spindeldürr und vielleicht 17 Jahre alt.
Ich bin im Urlaub, setze mich unsicher auf den mir barsch zugewiesenen Stuhl und werde stumm beäugt. Durch den Spiegel. Keine andere Berufsgruppe beherrscht es so wie diese, „über Bande zu spielen“. Sie reden mit dem Kunden nicht vis a vis sondern vis a Spiegel (herrje, was heißt Spiegel auf Französisch?).

„Da muss aber ganz schön was gemacht werden!“ sagt die junge Dame und wuschelt mir durch meine langen, straßenköterblonden Haare.

„Ich wollte nur Spitzen schneiden lassen. Ich lasse ja wachsen.“ PENG!!! Ich mache IMMER den selben Fehler. Ich lasse die Haare wachsen und gehe dann zum Friseur, anstatt sie einfach weiter lang wachsen zu lassen. Wie blöd kann man sein???

„Sie müssen es ja wissen. Sind ja Ihre Haare!“ - sagt sie zwar nicht, aber in ihrem Gesicht ist es unfassbar deutlich abzulesen.

„Vielleicht ein bisschen ab?“ frage ich schüchtern, um guten Willen zu zeigen.

Sie nickt gnädig und wickelt mich in einen Umhang, der mir schon von klein auf das Gefühl (beim Gefüttertwerden) gegeben hat, dass ab nun andere das Kommando übernehmen, und ich mit meinen Arme und Hände nichts mehr ausrichten kann.

„Wie wäre es mit einem Long Bob?“ und zeigt mir an, dass sie ein ganzes Stück abschneiden will.

Long ja, aber nicht sooooo! Schrei ich innerlich. Sage aber: „Äh...ich weiß nicht.“ Ziemlich leise und weiß bereits da, dass ich ihr in die Falle gegangen bin.
Ich vermute schon lange, dass Friseurinnen gar keine Menschen sind. Sie sind Aliens von einem Schönheitsplaneten, die aus reiner Menschenliebe auf die Erde gekommen sind weil wir so hässlich sind.
Und aus der Menschenliebe ist nach und nach Verachtung geworden.

Sie dreht sich um und holt ihre Schere, wobei ich einen kurzen Blick auf ihren Po erheische. BINGO! Das ist DER Beweis, dass sie ein Alien sein muss. Solche Pos haben nur Aliens.
Oder Models.
Und jeder weiß, dass Models sowieso Aliens sind!!!

„Und die Ansätze blondieren, nicht wahr?“ sagt ES leise, und ich weiß ES würde keinen Einspruch dulden.

Ich will aber protestieren!!! Ich bin naturblond. Das ist doch gut, und das sollte ich verteidigen.
Während ich den Mund öffne, toupiert sie eine Strähne von meinem Hinterkopf so hoch, dass ich sie im Spiegel sehen kann. Es sieht aus wie ein Warnbake.
Straßenköterblond mit hellblondem Querstreifen.

„Ja.“ sage ich nur und beiße mir auf die Zunge.

Scherengeräusche erfüllen den Raum.
Der Friseur-Alien sagt kein Wort, während sie mir die Haare klippklapp abschneidet. Immerhin kann ich den Regionalsender 1a mithören. Alles über doofe Promis und ihre Erlebnisse. Alle Werbung, auch vom örtlichen Autohaus.
Hm.
Ich denke noch: wie schön wäre es, wenn sie doch ein bisschen mit mir plaudern würde.

Der Friseur damals von meiner Mama, der konnte so wunderbar schnarrend mit meiner Mama reden. Ich stand immer ganz ehrfürchtig dabei. Toll. Er wusste auch immer noch ganz viel vom Gespräch vom letzten Mal.
Diese bildschöne Alienfrau weiß nichts zu sagen.
Wie auch. Ich bin ein Mensch von diesem Planeten...

„Da ist ja ganz schön was runter gekommen.“ sage ich in einem Anflug von Gefechtsbereitschaft und sehe den Haarlocken hinterher, die langsam meinen Umhang herunterrutschen.

„Na, ja. In Ihrem Alter trägt man die Haare ja besser kürzer.“ sagt sie kurz und wendet sich dann an Mandy oder Wendy oder Irgendwas-dy um ihr zu sagen, dass sie bitte was anrühren muss.
Eine Stunde später habe ich gleichmäßig blondiertes Haar. Schulterlang. Offenbar altersgerecht. Als sie es mir fönt, strahlt sie in den Spiegel und sieht mein muffeliges Gesicht.
„Das sieht doch richtig gut aus, oder?“ fragt sie. Offenbar kommt ihre Menschenliebe wieder zum Vorschein. Vielleicht erinnert sie sich wieder an ihren Auftrag, hier auf der Erde, die hässlichen Menschen etwas aufzumuntern.
Ich schmolle altersgerecht.
Sie überlegt kurz.
„Ein bisschen wie Léa Seydoux“, sagte sie fröhlich und spricht den Namen des französischen Bondgirls aus SPECTOR fehlerfrei aus.
„Oh!“ rufe ich aus. Zum einen, weil das ein tolles Kompliment ist, zum anderen aus Überraschung darüber, wie ihr dieser dicke Fehler unterlaufen konnte!!!
Sie MUSS ein Alien sein.
Friseurinnen reden doch betriebsbedingt so, als könnten die nicht mal fehlerfrei eine Waschanleitung vorlesen!
Ha! Das ist nur Tarnung!
Aber jetzt hat sie sich verraten!
Ha!

Und ich sage: „Finden Sie????“ und strahle sie an.

Mist. Wieder in die Falle gegangen…


In diesem Sinne
Haar-Bombe

Redakteur




14. August 2017, 07:34

Zeit

Hallo Mädels,

letztens habe ich mich in einer Parfümerie beraten lassen. Ich bin nicht sicher, ob es clever ist, bildschöne Menschen da arbeiten zu lassen. Es hat mich doch irritiert, dass ich im Grunde einen ganzen Arm voll mysteriöser Wunder-Produkte benötige - statt wie die einfach naturschön, naturjung und naturfröhlich zu sein.
Aber sei es drum.
Man bestätigte mir, ich sehe nicht aus wie hundert - sondern nur wie 99.
Das will ich einfach mal so gelten lassen...mit den angepriesenen Produkten und einem unvermeidbaren Tutorial auf YouTube (Hi, ich bin Kimberly, ich zeige euch mal, wie man sich die Augen so zukleistert, dass man aussieht wie generalhysterisch) werde ich mein gefühltes Alter vielleicht auf 80 senken können...


Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin.

(Mark Twain)


Auf in das nächste Schuljahr!


In diesem Sinne
Mutter von großen Jungs

Redakteur




16. Juni 2017, 11:04

Göttin (Der Sex-Göttinnen-Potenzial-Test der Zeitschrift ELLE)

Hallo Mädels,

welcher von uns geht es nicht so. Wir sind Göttinnen, ahnten das ja schon immer - und dann kaufen wir uns eine hochwichtige Frauenzeitschrift.
Tatatataaa! Und da wird ein superseriöser Test angeboten mit dem amtlichen Titel: "Welche Liebesgöttin bist du?"

Immer her damit!

Also Kuli geholt und mich auf dem Balkon mit einer Tasse Kaffee verschanzt und erstmal angekreuzt.
Aha. Ja. Hm. Doch eher vielleicht...hm...das auf jeden Fall...

Bloß nicht schon auf die Lösung linsen...

Ist ja schließlich ein Brückentag und den sollte man für die innere Einkehr nutzen. Genau. Persönlichkeitsbildung. Mit Lippenstift- und Nagellackwerbung am Seitenrand.
Es sind ja unfassbar verflixt schwere Fragen, aber ist ja klar, wir sind ja Göttinnen, da muss man alles wissen.

Also...
Partytyp, Shoppingtyp, Urlaubstyp, Sextyp, Karrieretyp.

Wow, was eine Göttin ja so alles können muss. Leidenschaft und Gelassenheit. Aber klar doch. Und alles auf einmal und dazu Traumbody auch mit fast fünfzig. Und Haare wie frisch gefönt.
Wollt Ihr die TOTALE GRAUABDECKUNG?

Neeeeein, die Modebranche ist total human...
Grübel.
Weiter im Test.
A oder doch B? C fällt aus. Oder doch nicht?

So. Nun schnell noch zusammenrechnen.
Komisch, von dem Mathetyp stand da gar nichts. Egal. Mache ich eine Nebenrechnung mit Strichen aus Lippenstift.
So.
Ich bin also der A-Typ. Hurra! Und was steht da als Lösung?
Grübel...

Ergebnis: Ich bin APHRODITE.
Äh...
Toll. Der kleine, schmeichelnde Lösungs/Erklärungs/​Auflösungstext ist vielversprechend. Auch wenn ich Athene (B-Typ) noch besser finde und Shakti (C) noch besser. Aber wer ist Shakti? Ist das nicht die Sängerin mit dem Hüftschwung und dem zehn Jahre jüngeren Ehemann?
Nein.
Äh.
Und was steht da weiter?
Und ganz unten im Aphrodite-Erklärtext heißt es dann leider noch: "Und wenn Sie endlich wissen, was Sie wollen, dann sind Sie auf dem besten Weg..."

Herrje. Wollenwissen und Wege soll ich auch noch können?
Kopf hoch! Ich bin doch schon ganz weit vorne als Frau, wenn ich weiß welches Outfit ich bevorzuge? Nein?

Mist. Irgendwie habe ich das dumpfe Gefühl, dieser Test ist Blödsinn...oder bin ich zu kritisch?
Welcher Kritiktyp bin ich eigentlich?
Ups.

Lösung: Medea mit einem leichten Hauch Nemesis.


In diesem Sinne
Aphrodite

Redakteur



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