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Der Blog


     


16. August 2017, 08:38

Heute hätte meine Mama Geburtstag


Hallo Mama,

vermisse Dich.

Deine Kleine





Redakteur




14. August 2017, 07:34

Zeit

Hallo Mädels,

letztens habe ich mich in einer Parfümerie beraten lassen. Ich bin nicht sicher, ob es clever ist, bildschöne Menschen da arbeiten zu lassen. Es hat mich doch irritiert, dass ich im Grunde einen ganzen Arm voll mysteriöser Wunder-Produkte benötige - statt wie die einfach naturschön, naturjung und naturfröhlich zu sein.
Aber sei es drum.
Man bestätigte mir, ich sehe nicht aus wie hundert - sondern nur wie 99.
Das will ich einfach mal so gelten lassen...mit den angepriesenen Produkten und einem unvermeidbaren Tutorial auf YouTube (Hi, ich bin Kimberly, ich zeige euch mal, wie man sich die Augen so zukleistert, dass man aussieht wie generalhysterisch) werde ich mein gefühltes Alter vielleicht auf 80 senken können...


Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin.

(Mark Twain)


Auf in das nächste Schuljahr!


In diesem Sinne
Mutter von großen Jungs

Redakteur




10. August 2017, 10:40

Im Namen des Vaters

Hallo Mädels,

Herrje, ward Ihr schon mal bei einem Notar? Ich meine jetzt nicht bei dem Zuhause, sondern in dessen Kanzlei? Ich bekam einen Auftrag von meinem Vater, meine Unterschrift notariell beglaubigen zu lassen.
Da ich umfassend konfirmandische Bildung um die Ohren gehauen bekommen habe, dachte ich selbstredend an: Jasaja 43;1 – vermutlich wie Ihr alle gerade.

„So spricht der Herr: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“
Typischer Taufspruch.
In einer Kanzlei halt nur ohne Wasser.

Nomen est Omen und Marke, Produktinfo, Blendwerk, Eigentumshinweis und selbstverständlich viel Rauch und ein bisschen Schall.

Ich mache mich auf den Weg, zuvor versichere ich mich, ob ich auch meinen Namen dabei habe. Man trägt seinen ureigenen Namen nämlich in der Regel separat. Und zwar in einem der kleinen Fächer im Portemonnaie. Richtig. Ich meine die Identitätskarte, dessen Verlust oft eine sogenannte Identitätskrise bei einem selber und/oder bei den Behörden auslöst.
Es verwirrte mich. Dachte ich doch bis dahin, nichts ist Persönlicher, nichts ist eigentlicher als der eigene sprachliche Nennwert.
Mit Nichten.
Namen sind was ganz und gar Kompliziertes, denn man trägt sie NICHT am Körper, es sei denn man hat sich seinen auf den Po tätowiert, aber das macht man selten.
Den eigenen Namen sucht man sich nie selber aus, sondern er wid einem vor den Kopf geklatscht, wenn man das mit der Geburt gerade hinter sich gebracht hat. Ich heiße ja bekanntlich nach jenen Himmelboten, die generell schön, schlank, mit zartem Nachthemd, Flügeln und Trompetentechnik ausgestattet sind. Was genau da meine Eltern geritten hat, weiß ich nicht, ich bin eher der Typ Erzengel Hackebeil.
Lassen wir das.

Ich betrete die Anwaltssozietät, nachdem die Empfangsdame den Summer betätigt hat (Hier kommt nicht jeder rein). Sie lächelt einstudiert, und ich gebe bereitwillig Auskunft, dass ich einen Termin habe.
- Ach sind Sie Frau Odelzizo? (sie tippt auf ihre Notizen von unserem letzten Gespräch)
- Äh. So ähnlich. (...ich liebe Menschen mit Telefonkompetenz)
- Setzen Sie sich doch noch mal ein Augenblickchen (und zeigt auf eine Sichtwand)!

Hinter einem schmucklosen Paravan, neben einem Schirmständer mit lauter vergessenen Parapluie – an der Wand Kandinsky und Miro und an der Decke eine kaputten Glühbirne, die zu mir herunter flackert, warte ich und höre, wie die Dame vom Empfangskomitee das Radio anstellt und die Toten Hosen singen.
Ich zücke das Buch, das ich seit zwei Jahren überall mit hinschleppe, das schon ganz vollgekritzelt ist, weil ich das Buch beschissen geschrieben finde und mich daran abarbeiten muss (Zwangshandlung, unbeglaubigt).

Energischer Schritt. Die Sekretärin möchte meine Identitätskarte und das Schriftstück, auf dem mein Name Platz und Beglaubigung finden soll. Ich reiche ihr das Gewünschte und sie verschwindet.
Ich widme mich dem Buch (= Biografie eines berühmten Mannes) und mein ungläubiger Blick verweilt kurz auf dessen abgedrucktem Kinderfoto. Die Biografie hantiert immerzu mit dem Namen dieses faszinierenden Menschen, aber wahrscheinlich muss auch sein Träger sich ab und zu was beglaubigen lassen. Er kann wahrscheinlich auch nicht einfach seine Biografie irgendwo auf den Tisch klatschen und sagen: „Hier, das ist mein Name.“

Wer hat eigentlich die Namenshoheit?

Die Eltern? Das Amt?
Da wird mir klar: Wir sind alles arme, namenlose Würste und müssen alle zum Notar.
Weil wir unseren Namen nicht selber sagen können.

Herrje, ist das kompliziert.

Die Sekretärinnenschritte kommen. Ich solle ihr bitte folgen.
Mir wird kein Stuhl angeboten, denn das ist preislich wahrscheinlich nicht drin. Ich stehe also an einer Theke und ein stabiler Mann kommt auf mich zu.
„Sie wollen was unterschreiben?“
Ich nicke.
„Dann schreiben Sie.“ Sagt er, um bloß keinen Smalltalk aufkommen zu lassen.
Das entsprechende Schriftstück ist nun eine Urkundenrolle, liegt aber dafür erstaunlich flach auf der Theke. Ich versuche den Text zu überfliegen. Ich unterschreibe doch nicht IRGENDWAS!
Es ist von der nicht gegebenen „Vorbefasstheit des Notars“ nach Rücksprache die Rede.
Herrje, was für eine Wortwelt!
Die Sekretärin reicht mir einen Stift.
Ich schreibe. Dauert etwas, da Doppelname und zwei Vornamen. Fertig.
Der Herr vom Beglaubigungskomitee nimmt das nun dergestalt von mir verzierte Schriftstück und betrachtet es.

Was ich nur ahnen kann: Das Beurkundungsverfahren ist somit auf seinem Höhepunkt angekommen!

„Also gut.“ (Pause, genervtes Seufzen) und dann liest er vor, was da ganzseitig zu meiner einzeiligen Unterschrift steht: Der Akademiker mit Niveau kommt vorlesetechnisch sicher durch meine beiden Vornamen, erreicht meinen zweiten Nachnamen, stockt dann und sagt entrüstet: „Das kann ich nicht aussprechen“.

Ich sage nichts. Hätte ihm aber gerne beglaubigt, dass ich seinen Namen auch doof finde. Einfach so. Weil ich es kann.

Er liest weiter, über seine Anwesenheit, seine eigenen Augen und meine händige Unterschrift und dass ich mich ausgewiesen hätte durch Bundespersonalausweis, den er sich kurz vor die Nase hält. Skeptisch.
Ich erwarte, dass er sagt: „Und das Bild kann man nicht angucken.“
Aber er begnügt sich mit einem knappen Genuschel - und geht wieder.

Danke, für zwei Minuten Zugucken und Vorlesen!

Es bleibt an der Sekretärin, mir mitzuteilen, dass wir das Geldliche...

(ist es nicht fein, immerhin hat dieses Gegucke auch einen monetären Wert!)

...dann doch besser draußen am Empfang machen, und ich zur Belohnung eine rosa Quittung bekomme.



Ich bin nun beglaubigt „ich“.



In diesem Sinne
Die mit dem Namen

Redakteur




08. August 2017, 08:19

Geburtstag


Hallo Mädels,

die Anteilnahme am Fortschreiten meines Alters habe ich mir Freude vernommen und bedanke mich ganz lieb dafür.

Am besten hat mir folgender Geburtstagsgruß gefallen:

Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, dass er hauptsächlich von Idioten umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht.


(Curt Goetz hatte wohl keinen netten Geburtstag als er das schrieb).

Ich jedoch weiß, wo die Idioten sitzen um mich herum. Ihr gehört nicht dazu.

Liebe Grüße
Eure Angie

Redakteur




06. August 2017, 13:53

Mannomann! Männermodels in Minimode zwischen Mühlheims müder Mischbotanik in mediteranem Mineralwasserbecken


Hallo Mädels,

das Y-Chromosom ist ein Geschlechtschromosom und bewirkt die Ausbildung des männlichen Phänotyps. Und Frau steht da total drauf. Ab und zu.
Aber Mann ist nicht gleich Mann.
Also frage ich mich: Was finde ICH richtig, richtig männlich.
Dummerweise ist das eine altersspezifische Frage, denn ich bewege mich in einem demografischen Bereich, in dem Männer nur noch selten aussehen wie Joachim Löw oder Daniel Craig. Sie sehen eher aus wie Zwerg Nase nachts um drei.

Gehen wir frisch ans Thema heran. Was wünscht man sich denn als leicht angereifte Frau?

Ich finde es sehr männlich, wenn Männer eine Weinflasche öffnen können. Oder wenn sie in Autos einsteigen, wenn sie sich die Krawatte zurecht rücken, wenn sie dicht vor mir stehen und dann zu mir lächelnd hinunterblicken.
Männer haben bisweilen ansprechende Schultern, Kinnpartien, Popos und Hände, mit denen sie bei uns Frauen plötzlich Paarungsbereitschaft auslösen können.

Im Film- und Fernsehbereich öffnen die Helden-Männer in der Regel auch ab und zu Weinflaschen, aber eigentlich besteht ihre Hauptaufgabe darin, nach dem Weinöffnen Spitzenprodukte des international schwer umkämpften Handfeuerwaffensektors zu zücken. Oder sie tragen lächerliche Kostüme und fliegen einfach weg. Oder werfen Spinnennetze.
Männer im Fernsehen haben wiegende Gänge, keine Pickel, fahren Motorrad, schlagen um sich, lächeln dabei, reden anschließend knapp aber präzise, sind cool zu verzückten Frauen und sind unfassbar sportlich. Sie zicken nicht, sie sind immer Herr der Lage und vertrauenswürdig, halten ihre Versprechen und selbst, wenn sie genervt sind, wirken sie liebenswert.

VERGISS ES! DAS GIBT ES NICHT IM REALEN LEBEN!

Das VORletzte Mal, dass ich mich nach einem Mann umgedreht habe, ist eine Weile her. Zum einen, weil ich mich nicht gerne umdrehe, zum anderen, will ich attraktive Männer nicht unbedingt auf so olle Hutzelfrau wie mich aufmerksam machen…

Und doch passierte es letztens.
Ich war mit dem Fahrrad unterwegs und fuhr eine ruhige Straße entlang, die einen Bogen um einen großen Garten macht. In diesem Garten stand ein Pool. Und in diesem Pool...ja, Ihr ahnt richtig: Zwei Männer standen bis zu den Knien darin und einer kam und brachte Bier. Sie trugen allesamt nur spärliche Bademode aber viel Muskelfleisch.
Herz, schweig stille...was unweigerlich um Herzstillstand führen kann...schlecht beim Radfahren übrigens...
Alle drei waren sehr (wenn nicht schon zu) jung. Aber wahrscheinlich sind alle Männer, denen man einen Fahrradfahr-Umdreher widmet, grundsätzlich zu jung.

Was jetzt nicht weiter verwundert, denn wie Ihr wisst, werde ich dieser Tage so alt wie Andre Agassi, Naomi Campbell, Gabriela Sabatinie, Rachel Weisz oder Erik Zabel.
Tja.
Als ich geboren wurde, beendete Muhammad Ali gerade seine Karriere als Profiboxer, die Expo fand in Osaka statt, die Beatles trennten sich, Jimi Hendrix starb in London und über 300.000 Menschen fanden den Tod, als ein Zyklon mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 km/h und meterhohen Flutwellen auf das heutige Bangladesch, traf.
Na, was für ein Superjahr. Und dann komm auch noch ich...
Immerhin wurde 1970 der erste"Tatort" ausgestrahlt und so der Weg zu Börne und Thiel geebnet...ein Lichtblick.

Zurück zu den Badehosenmodels im Pool.

HERRJE!!!!! ICH BIN ALT ABER NICHT BLIND!

Ja, ich habe mich umgedreht. In voller Fahrt.
Diese drei hatten schließlich kaum was an!

WAS?
IST?
DAS?
SIND DAS MÄNNER? HANDELSÜBLICHE M Ä N N E R?

Sie sahen nicht aus wie Männer, die man in deutschen Gärten findet!
Männer in deutschen Gärten tragen kurze Schlabberhosen, Sandalen und blöde Kappen. Sie tragen zu Recht kleine runde, gemütliche Papa-Bäuche vor sich her und sind oftmals auf den unsymmetrisch behaarten Rücken krebsrot vom Rasenmähen oder Zaunstreichen.

DIESE Männer jedoch sahen aus wie Sportler. Dazu glatt rasiert und, keine Ahnung, sie sahen aus wie nicht echt.
Als ich so radelte, hatte ich folgenden Gedanken im Kopf:

„ …. „

Richtig. Nichts. Absolut nichts habe ich gedacht. Komplett die Löschtaste gedrückt gehalten.
Ich kann nicht mal sagen, ob ich die Männer hübsch fand, ich fand sie in erster Linie glattrasiert und muskulös. Und in zweiter Linie völlig deplatziert.

SOWAS STEHT NICHT IN MÜHLHEIMS GÄRTEN RUM!!!

Genau das hätte ich denken müssen! Ja, das hätte mein Hirn SCHREIEN MÜSSEN! Doch meine Gedanken hielten sich gerade auf dem Hier-geht-es-nach-Nichts-Bahnsteig auf.
Die Herren, vielleicht um die Dreißig, waren sehr damit beschäftigt, das Bier zu trinken und dabei einen möglichst lässigen Eindruck zu machen, was ihnen mühelos gelang. Wahrscheinlich warteten sie auf ihre jungen Damen, die hundertprozentig dem gängigen Schönheitsideal von Spielerfrauen zugerechnet werden durften, aber die waren noch nicht in ihre Bikinis geschlüpft oder unterhielten sich noch im Haus darüber, welcher Smoothie den geringsten Kalorienanteil hatte.

Ich radelte also. Wortlos, trittlos, sicher auch ausdruckslos halb um sie herum. Mund weit auf (ein Wunder, dass ich nicht alle Mücken im Main-Rhein-Gebiet in diesem Moment verspeist habe) und wollte ihnen etwas zurufen.
Sowas wie: Hey, Jungs! Und wo ist mein Bier?
Oder: Ähhhh?

Aber da mein Hirn leer war wie die Magdeburger Halbkugeln, die kein Pferd der Welt auseinander bekam, sagte ich passenderweise zu meinem Gesichtsausdruck

NICHTS.

Als ich endlich an Angies-Hirn-Delete-Programm vorbei war, erholte ich mich etwas und war in der Lage, mich auf dem Fahrrad umzuwenden, ohne einen Verkehrsunfall auszulösen. Der Blick zurück erlaubte mir noch einmal das Gruppenblick ohne Dame.
Nasses, sonnenbeschienenes Muskelfleisch.
Sixpack im Dreiervorteilsangebot.
In dem Moment hob der Größte dieser Topmodells sein Bier an den Mund, hob dabei das Kinn, trank, richtete seine Augen schelmisch seitlich auf mich und - zwinkerte mir zu.

Wohl gemerkt.

Er kotzte nicht - er zwinkerte.
Er sah aus wie Spitzensportler Lewandowski, nicht ganz mein Typ (eher im Bereich GanzundgarnieundnimmermeinTy​p), aber er war vom körperlichen Ausstattungsangebot meiner Altersgruppe weit überlegen. Vom Standpunkt der Naturgesetze aus hätte er mich eigentlich gar nicht wahrnehmen dürfen!

Und da rief ich das, was mir gerade einfiel.
Ich schrie:

„WOW!“ ------ Ja, ich bin ja Schriftstellerin. Da fallen mir immer die besten Texte ein...hust...

Er nahm das geschriene WOW mit einem lächelnden Kopfnicken zur Kenntnis.
Und ich fuhr weiter. Unfallfrei.
Mit einem unfassbar guten Gefühl im Bauch. Wie nach einem Museumsbesuch: Tolle Dinge gesehen, die ich aber nicht mit nach Hause nehmen durfte.


Ein WOW in Mühlheims Gärten. Wer hätte das gedacht.



In diesem Sinne
Die Schrei(b)erin

Redakteur




03. August 2017, 10:17

Hätte ich es doch besser ganz gelassen!

Hallo Mädels,

hätte ich es mal gelassen...

Ich besuche einen alten Freund von mir. Er ist mittlerweile verheiratet. Na, da dachte ich: Das ist doch mal spannend, das sehe ich mir an.
Da stehe ich also: Adrett gekleidet, aber nicht zu sexy (er ist ja verheiratet).
Ich drücke ihm einen Sechserpack Bier und einen fetten Aufkleber seines Lieblingsvereins in den Arm. Nicht eingepackt, denn deswegen haben wir Frauen ja auch männliche Freunde, da kann man sich das Gedöns mal sparen.
Er steht grinsend und etwas verloren in der Tür seines kleinen, weißgetünchten Reihenhauses.
Ein selbstgemachten Türschild (Kind scheint schon in die erste Klasse zu gehen? Keine künstlerische Ader zu erkennen), ein Topf mit Buchsbaum-Grünzeug und einem glupschäugigen Frosch davor, ein Fußabtreter der offensichtlich dem Hausmeister von Hogwarts geklaut wurde und als absoluter Knaller ein lustig-aggressives Klebeschildchen am Briefkasten, das andeutet, man bekäme die Kauleiste umstrukturiert, wenn man hier Werbung oder kostenlose Zeitung einwürfe.

Hätte ich das mit dem Besuch doch besser gelassen...

Das lahme Bimbam der Türschelle hallt noch nach, da ertönt Hausschlappengetrappel, weil sein Weib auf uns zustürmt.
Hi.
Hi.
Er ist alt geworden. Auch etwas dick. Daneben eine blonde Ex-Schönheit, die mit strenger Miene und einem zerwuschelten Kräuterstrunk in der Hand andeutet, dass ich eigentlich zu früh bin. Mein Freund ist also doch noch ein verantwortungsvoller, berufstätiger Sesselpuper geworden.
Selbstredend scheinen beide nicht zu wissen, was man mit einem Sixpack Bier anfängt und was das für ein Verein ist, von dem ich den riesigen Aufkleber dabei hab.
Ich darf reinkommen, wenn ich verspreche augenblicklich mein Schuhwerk loszuwerden.
Ich sehe mich um, während ich in Filzpantoffel schlüpfe, die man mir hinhält. Er hat restlos all seine schönen, jungenhaften Hobbys abgelegt, um etwas zu tun, was seiner Altersklasse entspricht, Golf spielen zum Beispiel oder Rosen züchten. Oder Kreisverbandvorsitzender der örtlichen Igelpflege zu werden.

Kein Fußballstar? Kein Astronaut? Nicht mal Lokführer als Aushilfe?

Bin ich auch so geworden, frage ich mich, innerlich kreischend?
Wo ich meine Kinder gelassen hätte. Äh, die sind schon so groß, die sind zuhause geblieben. Spielen Nintendo oder so was.

...hätte ich das doch nur nie gesagt. Mir wird ein gefühlt dreistündiger Vortrag gehalten, wie schlecht das sei.
Ach ja? Und hier sitzen und sich angucken, was aus einem fröhlichen Bengel geworden ist, ist besser???

Mein Freund von damals kann offensichtlich plötzlich richtig gut kochen, sie haben eine riesige Küche (die aber erstaunlich unbenutzt aussieht) und eine einsame Kochinsel, dazu alle gesunden Säfte parat, die man als perfekter Gastgeber haben sollte. Sie trinken das Bier nicht mehr aus der Flasche, sie trinken überhaupt kein Bier mehr – wegen der Figur und essen keine Erdnüsse sondern nur noch Makadamianüsse. Aber nur wenige, weil sie ja morgen wieder Marathon laufen müssen oder Segeln. Oder den Rasen mähen.

Die Ausrüstung zu ihren zahlreichen Freizeitaktivitäten muss ich an den Fotos ablesen, die da hängen und den Rest gleich an der Garderobe bewundern. Funktionskleidung, Steigeisen, Reitgerte, Pulsmesser und Isotonischer Drink in Aluflasche.
Mein Freund zeigt mir dann SEIN Haus, das er selbstredend quasi alleine gebaut hat. SIE redet von ihrem Haus, ER von seinem. Es klingt, als haben sie zwei.

Alle meine Freunde scheinen Häuser zu haben oder just gerade zu bauen.
Die, die es nicht getan haben, werden es aber bald tun, zumindest sind sie alle da weggezogen, wo wir uns früher als Freunde trafen, wo Löcher in den Wänden lustig waren und kaputte Stühle noch Charme hatten. Wo man auf Küchenhockern im Garten saß und mit den Füßen im Unkraut wuschelte.

Als vintage echt alt und von Oma war.

Ich habe nicht die geringste Ahnung, warum mir mein Freund auch den Keller zeigt. Auch die tolle Heizung, die eigentlich nur aussieht wie ein Kühlschrank ohne Tür. Ach. Sie haben eine Sauna, sogar eine Andeutung von einem Sportraum, sogar ein Weinregal, oben noch zwei Kinderzimmer (für ein Kind?) und einen ausgebauten Dachboden.
Draußen haben sie einen chinesischen Entspannungsgarten, darin Teiche, die mir lebensgefährlich tief erscheinen und von viel Arbeit künden. Sie haben Kiesauffahrten zu ihren Doppel- oder Trippelgaragen, die langweilig und gefegt aussehen, aber eine lustige Entstehungsgeschichte haben, die ich mir gerne anhören würde. Die mir aber keiner erzählt, weil man sich dabei ja dreckig gemacht hatte.
Und sie haben den sogenannten „Vertikalschotter“. Also diese Gitter-Kästen mit den dicken Steinen drin. Was, im Himmel, reitet die Leute, sich so einen Mist als Gartenbegrenzung hinzustellen? Es sieht aus wie aus alten Wehrmachtsbeständen, während man Berlin verteidigte…
Erfolglos übrigens.

Die Frau von meinem Freund ist übrigens eine völlig andere als damals. Sie sieht der „Alten“ allerdings so ähnlich, dass ich zweimal von einer Geschichte von damals anfange, die ich besser nicht erzählen sollte...
Man darf einfach nicht davon reden, wie man früher glücklich war, wie man gefeiert hat, wie man Urlaub machte zusammen oder gemeinsam unglücklich verliebt war? Darf man die Ex erwähnen? Darf man seinen eigenen Ex erwähnen? Wird der Ex vielleicht von ihnen erwähnt?

Meine Freunde steht nicht mehr auf Fußball sondern total auf Niedrigenergie-Häuser. Er ist nicht mehr wiederzuerkennen, total ordentlich, hat viele Kochbücher und Tütensuppen in den Regalen, Kissen auf dem Sofa und Tischdecken auf dem Tisch. Er benutzt Fußmatten, hat Schuhspanner in seinen Schuhen, auf dem Klo findet man Raumsprayflaschen und aus Hotels geklaute Seifen.

Ich setze mich in die Sofalandschaft und lehne einen Smoothie ab und frage nach dem Bier, weil ich denke, das trinkt sonst eh niemand. Fast ein bisschen erschöpft.
Betont entspannt sitzen wir drei uns fast gegenüber und gehen im Geiste panisch die Themen durch, die dem anderen vielleicht nicht peinlich sind, aber wir sind so verunsichert, dass wir nur noch grübeln und schweigen.
Und noch mehr schweigen.
Wann sagt endlich einer was?
Hilfe!

Dann sagt SIE: Ach, Angie du schreibst ja jetzt, hat ER mir erzählt. Und wie ist das so? Ich habe leider noch keins deiner Bücher gelesen. Ich lese ja so was nicht, nur Krimis.
(Ich hasse es, wenn das einer sagt. Zum einen, weil ich es echt schade finde (so locker bin ich nun nicht, dass es mir egal wäre) und zum anderen, weil es immer so klingt, als hätte ich jemanden zum Lesen gezwungen).
Ich nicke, gute Laune vortäuschend und frage dann nach ihrem Beruf und ihrer reich bebilderten Freizeit.

Hätte ich es mal besser nicht getan!

Mein Freund plus sein blondes Gesichtswunder haben natürlich ausgesucht tolle Jobs: Eine Mischung aus: Banker, Anwälte. Architekten, Abteilungsleiter, Immobilienmakler, Börsenmakler, Immobilienmagnat, Politiker, Veranstaltungsplaner, Ärzte, Werbetexter, Schauspieler, Regisseure, Könige.
Nun erzählt der Freund ausgiebig von den Vorteilen seines Job (macht dabei aber ein erschreckend unglückliches Gesicht), die Frau an seiner Seite (bei der jede Gesichtserkennungstechnik augenblicklich sich selbst in die Geschlossene einweisen würde) erzählt anschließend unaufgefordert von ihrem Halbtagsjob (wegen des Kindes, das nirgends zu sehen ist) und dann direkt vom letzten Urlaub.

Bloß keine Schweigepause aufkommen lassen!
Vielleicht kommt dann der Garten dran oder die Einbauküche.
Photos guckt man sich glücklicherweise nicht mehr an, denn Handys machen Digitalphotos, die auf den kleinen Bildschirmen so gar nicht das wahre Flair der Sonnenuntergänge und Wasserfällen wiedergeben.

Als ich aus meinem langen Albtraum schließlich nach Hause komme, stelle ich fest, dass sich mein Freund völlig geändert hat.
Ich mich auch? Echt?
Ich stelle mich vor den Spiegel. Tatsächlich. Ich bin auch alt.
Aber immerhin hat mein Freund mit mir alle sechs Dosen ausgetrunken. Hicks. Da finde ich meine Falten doch eher lustig.


Was wohl seine Frau morgen früh sagt, wenn sie sieht, dass wir dem Frosch vor der Tür ein Hitlerbärtchen angemalt haben und mein Kumpel Fangesänge absingend in den Buchsbaumtopf gepinkelt hat?


In diesem Sinne
Die alte Freundin

Redakteur




01. August 2017, 08:46

Auguststürme


Hallo Mädels,

was war das ein Sturm gestern!
Und es soll so weiter gehen?
Da bleib ich im Bette und sende Euch dies hübsche Zitat:

Niemand hätte jemals den Ozean überquert, wenn er die Möglichkeit gehabt hätte, bei Sturm das Schiff zu verlassen.
Charles F. Kettering


In diesem Sinne
Das Sturmhoch

Redakteur




31. Juli 2017, 09:18

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub - oder warum riecht meine Wohnung so leer?


Hallo Mädels,

kennt Ihr das? Wenn man nach Hause kommt, nachdem man allerhand Zeit anderswo verbracht hat?

Man betritt die eigene Wohnung/Haus/fürstliche Residenz, und es kommt einem plötzlich und ganz unerwartet dieser spezielle Geruch entgegen?
Kein unbekannter Geruch. Irgendwie wie beim Einzug. Ein bisschen nach neuem Teppich, frischer Tapete und ruhendem Staub. Kaum zu greifen, aber mit dem nüsternblähenden Einsaugen ist einem sofort klar: so roch es zu Anfang. Beim Einzug, beim Anblick von nicht ausgepackten Umzugskartons, als man gerade den eigenen Namen an den Briefkasten anklebte - und zwar unvermeidbar schief. Als man noch frohlockend schwedische Möbelhäuser betrat, um das Eigenheim so zu dekorieren wie gefühlt 80 Mio andere Deutsche!
Genauso riecht es! Wie: Hier richte ich mich ein. Her wohne ich jetzt!
Aber...ich WOHNE hier doch schon ganz lange.
Wie kann das sein?
Wie kann mir duch die Nase eine solche Erinnerung schießen?

Vielleicht hätte in der Bibel nicht stehen sollen: AM ANFANG WAR DAS WORT - sondern vielmehr: AM ANFANG WAR DER GERUCH.
Aber nur ein Atheist wird meinen, da roch die Welt sicher nicht nach Tapete oder gar nach abgestandenem Staub.

Woher kommt der Geruch?
Nicht unangenehm, nur so plötzlich erinnernd, so zum-Ursprung-führend, so an-alte-Zeiten-denkend.

Am folgenden Morgen ist der Geruch sehr schwach, aber haarscharf noch wahrzunehmen, obwohl mein Gatte, reichlich mit After Shave besprenkelt durch die Wohnung flitzt, bevor er das tut, was ein Mann tun muss: Arbeiten, Welt retten, Kaffeepause.

Was macht den Ich-war-lange-nicht-da-Wohnungsduft eigentlich aus? Wieso verschwindet er nicht, scheint nur darauf zu lauern wieder hervorzukommen. Wie ein Urwald, der nur darauf wartet uralte Weltkulturerbe im Dschungel wieder mit Schlingpflanzen zu bedecken?
Ist es etwa der spezielle Duft Marke: Welt-ohne-mich? Fehle ich mir selber so sehr, dass ich bei einer Wohnung, die ich viele Tage zuvor verließ, als erstes schnuppernd feststelle, oh, hier fehlen meine Duftmarken? Hier fehle ICH?
Pinkeln deshalb Hunde jede baumähnliche Grünpflanze an, weil sie es nicht ertragen können, dass sie selber bei diesem Pupseintopf nicht vorkommen?
Keine Ahnung.
Ich bin kein Hundepsychologe.

Aber ich frage mich doch entschieden, warum es so ist. Die Wohnung bleibt mir tatsächlich genau so lange fremd, bis ich mich selber wiederrieche. Nun, geruchlich hat man auch eine Menge zu bieten. Da wären Deo, Haarspray, Duschgel, Haarwaschmittel, Parfüm.
Toll, ich bin doch eine Art Beiersdorfer-Hund, oder?

So verbleibe ich mit den bekannten Worten von Mister Armstrong:
Es ist ein kleiner Pups für mich aber ein großer für die Menschheit...


In diesem Sinne
Die Odormama

Redakteur




28. Juli 2017, 10:21

Stau und wie man ihn korrekt verursacht

Hallo Mädels,

Unfälle sind schrecklich. Rettungsgassen werden ja bekanntlich nicht richtig gemacht, weil die Insassen leider ihren Wagen direkt mittig der Fahrbahn platziert haben, weil man so den besten Blick nach vorne hat. Das Martinshorn konnte man leider nicht hören, weil man entweder ein intensives Handygespräch führen musste und/oder das Geschen knipsen, um es auf Facebook stellen zu können oder weil man stereotechnisch Justin Timberland das Hörfeld komplett überlassen hat.

Ein Dummer reicht, um alles lahm zu legen. Diese fraternisierenden Autopopos anzusehen kann auch dem revolutionärsten PS-Verliebten zu Fuß gehen lassen!
Wir haben Stau.
Beliebteste Ursache von zähfließendem Verkehr (früher dachte ich, dass hieße c-fließender Verkehr und demzufolge gäbe es auch a-fließenden und b-fließenden) sind Brummirennen (REWE gegen EDEKA) auf ansteigender Strecke oder aber gerne das blitzschnelle wie sinnfreie Wechseln der Fahrbahn, was den Hintermann zu Bremsungen veranlasst … und den dahinter und den dahinter und den dahinter.

MEINE GÜTE! HABT IHR DENN NIE DEN 7. SINN GESEHEN???

So gibt es das Ich-will-schnell-voran-kommen-Wechseln. Ein wildes Hin und Her. Solche Fahrer trifft man in der Regel nach wenigen Kilometern wieder. Sie sind dann meist völlig erschöpft von ihrer Aktion. Oder sie mussten Pinkeln.
Dann ist da noch das SOFORTIGE Wechseln der Fahrbahn beim ersten ERAHNEN eines Schildes, auf dem stehen KÖNNTE, dass auf dem nächsten Kontinent sich die Fahrbahn von vier auf drei verengt.
Zack.
Alles ist plötzlich auf einer Spur und steht sich einen Wolf, weil man auf diese Weise eine Fahrbahn kilometerlang ungenutzt lässt.
Sehr, sehr clever...

Kurze Zeit nachdem man im Stau steht, kann man dann auch endlich mal in Ruhe das Radio anmachen und nachhören, in welcher Rangordnung sich der Stau befindet, an dem man gerade teilnimmt.
Daumendrücken, dass wir schon 3km haben, den oftmals werden nur Staus von 3km und mehr genannt. Wäre ja ärgerlich, wenn man feststellt, dass man sich ganz ungenannt abmüht. Erster Gang, rollen, warten, Baum ansehen, warten, anhalten, Gang raus...usw.

Meine Söhne kommentierte in unbeirrbarer Diskutier- und Meckerlaune jegliche Automarken, die wir überholten und anhand dieser vorbei surrender Kraftfahrzeuge die blödsten Zierleisten, Farbe, und Verchromungen (= Anteil der verchromten Teile, die einen unmittelbare Rückschluss auf die Anzahl der Zylinder zulässt) erklären dann, was sie später fahren werden und lassen offen, wie sie die gewünschten PS jemals ausfahren wollen. Bauen sie sich dann eine eigene Rennstrecke???

Ich starre schweigend hinaus auf die übrigen Verkehrsteilnehmer, überhöre die Flüche, die mein Gatte auf alle anderen wirft und betrachte insbesondere die informativen Automobil-Rückseiten. Was einen wohl dazu bringen kann, das Heck seines Autos exzessiv zu bekleben?
Sicher, es wäre ganz hübsch, wenn man die Feinstaubplaketten der anderen Fabrikate studieren könnte. Dann könnte man herzlich in Lachen ausbrechen, aber das hier?
Auch der Rückspiegel ist ein Quell unerwartet hässlicher Accessoires, die mich beim Überholen allzu ungläubig in das neben uns liegende Auto starren lässt.

Ich unterschied schließlich nach folgenden Kategorien:

A) Kleber
B) Hänger

Der "Hänger" hängt alles, was er unmittelbar vor der Nase haben will (und was ihm offensichtlich wichtiger ist als die lebenserhaltende Beobachtung des Straßenverkehrs) an den Rückspiegel.
Besonders nachdenklich machen mich diejenigen (meist junge Frauen um die zwanzig) die indianische Traumfänger an den Spiegeln baumeln haben. Tschuldigung, aber schlafen die etwa gelegentlich ein? Oder warum haben sie Angst vor Albträumen???
Der Hänger hat aber auch gerne mal Duftbäume und Bärchen mit Pilotenbrille im frontalen Sichtbereich seiner Fahrgastzelle.

Dann ist da noch der "Kleber". Den wiederum muss man in Untergruppen aufteilen.

A) Werbekleber
B) ABI-Kleber und Kindnamenkleber
C) Proletenpack-Kleber
D) Urlaubsortaufkleber oder Freizeitparkkleber
E) Bundeligavereinzugehörigkeit​skleber

Kategorie A ist klar. Darunter findet man entweder einen Firmennamen und deren Dienstleistungen oder eine simple Internet- oder E-Mail-Adresse vor und wird kaum wahrgenommen. Böse Onkels können übrigens immer noch nicht richtig schreiben...

Kategorie B ist da schon etwas wilder, denn die wichtige Mitteilung, dass jemand (vorzugsweise der Fahrer) sein ABI gemacht hat, scheint mir persönlich ein etwas seltsamer Grund, um sich die gesamte Rückscheibe mit Buchstaben vollzukleistern.
Mit etwas Mühe kann man dann auch das Jahr dieses Großereignis deutscher Bildung entziffern. Bereits die Abiturienten des vergangenen Jahres haben offenbar Schwierigkeiten mit der Haftkraft der Folien, denn zuweilen steht nur noch "AB 2016" oder "A I 2 2", was mir meine gesamte Phantasie abringt, um erkennen zu können, dass es sich bei dem Verkehrsteilnehmer um einen jungen Menschen mit einer abgeschlossenen Schulausbildung mit Fachhochschulreife der letzten fünfzehn Jahre handelt. Nun denn. Wenn es so wichtig ist, das anderen Menschen mitzuteilen, dann mal zu.

In diese Kategorie gehört auch der allseits auffindbare "Baby-Kleber".. Ihr wisst schon, der mit "X an Bord".
Leute die offenbar nach dem Einkauf an ihren Kofferraum treten und sich fragen: „Hm. Nach all diesem Einkaufstress hab ich doch glatt vergessen wie mein Kind heißt...ach ja, hier steht es ja! Glück gehabt!“
Kategorie C sind jene Mitmenschen, die sich Werbungen von Phonogeräten hinten drauf klatschen. Meist über eine fast schwarz verdunkelte Scheibe, durch die wirklich NIEMAND mehr den rückwärtigen Verkehr erkennen kann. Wahrscheinlich dient diese Folie (gerne an VW-Fabrikaten) dazu, dem Fahrer den irrigen Glauben zu erhalten, er habe den BMW abgehängt...

Über die Sprüche von der Kategorie D, der ausgesprochenen dämlichen Witzen und beurlaubter Alleinunterhalter (Syltvariationen etc.) auf Deutschlands Straßen kann man ganze Bücher verfassen, so fürchte ich, denn nur selten ist mal ein Aufkleber dabei, den man ertragen kann. Witze über Politik, Witze über das Sponsoring des Vehikels und folgenden: "Wenn Sie das hier lesen können, sind Sie zu nah aufgefahren............"

Dann ist da noch E: In Hessen habe ich bisweilen eine Vielzahl von motorisierten Schalkefans entdecken können. Die Bayernfans sind ebenfalls dezent vorhanden und natürlich auch die Eintrachtanhänger (und klar bei uns auch Kickers Offenbach).

Das ist doch schon traurig genug, muss man sich da noch den Lack ruinieren?

Ich bin sprachlos und reiche Kekse nach hinten durch.
Mein Mann sieht stumpf auf das Auto vor sich und scheint sich eher nicht darüber den Kopf zu zerbrechen, was diese Kleberei soll.

„Schatz, siehst du auch die Aufkleber da?“ frag ich ihn, um ihn aufzumuntern.
Erstaunlicherweise klappt das! Nanau? Eigentlich ist sein Staugroll schlimmer als die Sintflut als Strafe Gottes.
„Ist es dir auch aufgefallen?“ fragt er strahlend. Ich nicke und freu mich.
Ungefähr fünf Sekunden. Dann sagt er:
„Der hat die falsche Typenbezeichnung auf seinem Kofferraum. Alter Angeber, aber das sieht ja jeder, dass das nicht stimmt, was der da dran stehen hat!!!
Hä? will ich machen, aber ich komme nicht dazu. Die fachkundigen Jungs von hinten sind voll im Thema: „Jau! Guck dir das an, Papa! Was soll denn der Käse!? Der V8-Motor von AMG hat doch nie und nimmer die im Typenkürzel >63 AMG< angegebenen 6,3 Liter Hubraum - egal ob in der blöden C-Klasse, in der langweiligen E-Klasse oder im ML!“
Gatte nickt: „Früher waren es 6,2, jetzt sind es 5,5 Liter. Aber es gibt das Teil auch in verschiedenen Leistungsstufen - von 457 bis 571 PS!“ Dann wendet er sich an mich, „Schön, dass dir das auch gleich aufgefallen ist!“ Gatte klopft sanft meinen Oberschenkel.
„Oh. Ja. Und außerdem wollte ich noch sagen: Die wenigsten haben noch ein Länderkennzeichen an ihrem Wagen…“


WARUM VERSTEHE ICH SOVIEL NICHT IN DIESEM LEBEN?


In diesem verwirrten Sinne
Die alte Staustufe

Redakteur




25. Juli 2017, 13:56

Queen Victoria über Männer

Hallo Mädels,

zum gestrigen Erfolgserlebnis (siehe Folgetext)
hier noch ein Zitat von Queen Victoria:


"Die Männer, sind nicht immer was sie scheinen,
allerdings selten was Besseres."


Herrlich!



In diesem Sinne
Die Diäthaltende

Redakteur



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