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Der Blog


     


02. Januar 2018, 08:46

Es geht schon wieder los!

Hallo Mädels,

es geht schon wieder los.
Neues Jahr, neue Aufgabe, neue Leute.

Da hat man das alte Jahr doch gerade erst elegant in den Sand gesetzt, da wartet schon das neue darauf, falsch angepackt zu werden. Hurra.

Nein.
Ich hab keine schlechte Laune.
Im Gegenteil. Ich habe den Kopf voller Ideen, voller Blödsinn (wie Ihr sagen werdet), schaue hinaus in den Dauerregen und sage voller Tatendrang:

Hurra, das klappt nie und nimmer!

Aber immerhin grinse ich dabei!
Was genau will man mehr?

Was sagt eigentlich der alte Goethe dazu? Ist der schon wach? Ach ja, hier ist er:



"Jede Lösung eines Problems ist ein neues Problem."


Recht hat er, der kluge Mister G.


In diesem Sinne
Die Neue

Redakteur




29. Dezember 2017, 08:59

Aufsatz mit Vorsatz

Hallo Mädels,

es wird Zeit dafür, all unsere verschrobenen Wünsche und süßen Sünden auf den Tisch der Wahrheit zu packen und zu überlegen, was wir davon weiterhin in Erfüllung gehen lassen und was wir bald NICHT mehr machen wollen.
Genau.
Es ist Zeit für gute Vorsätze.
Was wollen wir erreichen, was wollen wir lassen. Wie egoistisch dürfen wir sein? Wie sehr dürfen wir uns selbst dabei vergessen.
Ist das, was wir gerade haben, das Richtige?
Und immer die Frage im Anschlag: WARUM?

Beeilt Euch mit den guten Vorsätzen!
Spätestens am 2. Januar habt Ihr sie wieder vergessen!!!


Das alte Jahr noch nicht gegangen,
das neue noch nicht angefangen –
kommen vor diesem Neubeginn
mir so viele Gedanken in den Sinn –
die noch tief im Schlafe eingehüllt,
sehr bald schon Worte mit Leben füllt.
Nie liegen Traum und Wunsch so nah –
doch manchmal werden sie sogar wahr.
Oder wollen wir uns nur träumend verneigen –
warten wir es ab – das Neue Jahr wird es uns zeigen.

(Roswitha Bloch, deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin, Dozentin)


Gut gesagt.
Klugen Frauen werde ich nie widersprechen.
Ihr ja wohl auch nicht, oder?


In diesem Sinne
Der schlechte Vorsatz

Redakteur




23. Dezember 2017, 14:28

Wünsche zu Weihnachten

Liebste Mädels,

hiermit wünsche ich Euch

FREIE WEIHNACHT UND EINEN GESUNDEN RUTSCH !

Und mir wünsche ich das auch, klar.
Aber mein eigener Wunsch wird sich wohl nicht so leicht erfüllen lassen, denn mein Wunsch ist groß und kräftig, etwas schwierig und sehr sensibel, leicht beleidigt aber lacht auch mal über meine Scherze.
Ich wäre schon froh, wenn mein großer Wunsch nur einfach bei mir bleibt und mich mag.

Wir werden es sehen, was außerdem passiert.
Eilt ja nicht.
Wünsche dürfen ruhig etwas trödeln bei ihrer Erfüllung.


Und Ihr, liebe Mädels, bleibt mir treu, bitte! Ohne Euch, macht es doch keinen Spaß!

Bis bald.


Eure Angie

PS Und vergesst nicht meine Lesung in Heppenheim! Ich zähle auf Euch!

Redakteur




22. Dezember 2017, 09:26

Oh Tannenbaum

Hallo Mädels,

Ihr kennt das.
Er sagt: Das ist unser Weihnachtsbaum. Lob mich!
Ihr sagt: Das ist KEIN Weihnachtsbaum. Zumindest kein ernstzunehmender.
Er sagt: Es gibt keine mehr. Lob mich!
Ihr zeigt beim Einkauf im nächstgelegenen Supermarkt auf das umzäunte Tannengehege, wo noch Etliches zu erwerben gewesen wäre, das den Namen Weihnachtsbaum verdient.
Er sagt: Oh. Lob mich trotzdem, ich bin dein Held!
Ihr sagt: Hmpf.
Er wartet auf ein Lob.
Ihr schweigt.
Er sagt: Aber wenn er geschmückt ist, dann wird das schon.
Ihr sagt: Soll ich eine Tischdecke drüber werfen???

...

Das Fest der Liebe. Und vor allem der Geduld.

FROHES FEST!


In diesem Sinne
Tannengrüngeärgerte

Redakteur




20. Dezember 2017, 08:16

Kein Raum in der Herberge - Maria, Joseph und der Mühlheimer Biber

Hallo Mädels,

überall singt uns Bing Crosby ins Koma. Jedes Jahr wieder frage ich mich, ob es zu Chanukka auch solch nervtötende Begleitmusik gibt. Wenn nein, wäre es ein Grund, den Religionsanbieter zu wechseln.

„Sie fanden kein Raum in der Herberge…“

Maria und ihr Joseph suchen einen Platz zum Schlafen und werden rundweg abgelehnt. Jedes Jahr wieder lassen wir uns das vorkauen. Und jedes Jahr wieder schaffen wir es, nicht zu reflektieren.
Wir wollen nicht Platz machen, wir wollen nicht mal kostenpflichtig vermieten an jene, die da kommen.
In Mühlheim am Main ist das leider nicht anders. Auch hier würde man hochschwangere Heilandsmütter abweisen.

Aber Mühlheim wäre nicht Mühlheim, wenn wir es nicht noch kleinlicher hinbekämen.
Wir weisen nämlich auch Säugetiere ab!
Wow! Da hat einer in der nächsten, christlichen Tierliebe aber eine hübsche Abkürzung gefunden, was?
Menschlichkeit als saisonale Folklore.

Hier im Heim der Mühlen herrscht momentan kein Mangel an kommentarintensivem Elite-Naturkram, denn wir haben einen eigenen Wild-Biber zur Untermiete. Mitten Im Wohngebiet. Und was für einen!

Der Verband der Naturdentisten will ihn schon als Maskottchen erwerben.

Dicke Zähne, dicker Schwanz, dickes Fell, sinnlose Bautätigkeiten. Alles dran! Er würde eigentlich sooo gut zu uns passen, aber wir wollen ihn nicht.
Von Vorne erzählt: In Mühlheim hat man vor einigen Jahren lobenswerterweise und mit EU-Geldern ein Stück Flüsschen renaturiert, weil man dachte, das sei mal ganz hübsch.
RENATURIERT, wohlgemerkt! Das heißt, man hatte im Kopf die irrwitzige Idee, es könne eine bisschen NATUR anlocken!

NATUR! Sind die denn von Sinnen! Das ist doch unplanbar!

Der Biber. Der dürfte momentan das zweitgrößte Nagetier (nach unserem Bürgermeister) in Mühlheim sein, nach dem gerade gegooglet wird.
Im Inter-Netz steht dann so was wie „semiaquatisches Säugetier“. Eine Kelle als Steuer und Antriebsruder, Schwimmhäute an den Hinterfüßen. Der Biber besiedelt Fließgewässer in allen Größenkategorien. Also auch Rodau und Bieber.

Bevor es weiter geht, hier eine professionell wirkende, aber frei erfundene Statistik:

26% der Mühlheimer halten den Biber für ein Tier, von dem sie schon mal gehört haben.
12% der Mühlheimer halten andere Nagetiere für weniger wassertauglich als den Biber. Und was das wichtigste ist, man hat für ihn hier keinen Platz!
Und
62% der Mühlheimer gehen arbeiten - und haben für so eine Statistik und haarsträubende Zeitungsartikel gar keine Zeit.

Man will den Biber hier nicht. Man hat für ihn keinen Platz. Man schreibt abweisende Artikel und will den Schutz unserer Keller. Biber sollen für nahezu biblische Überflutungen verantwortlich sein. Wahrscheinlich sind sie auch an dem Ausbau der Startbahn West schuld.
Was wahr ist, er fällt Bäume, aber auch das kann man so oder so sehen.
Wir Biberfreunde finden, dass in Mühlheim noch nie so umweltverträglich Bäume gefällt wurden wie heute. Völlig vegan - quasi.
Biberfeinde meinen, das Bäumefällen sollte man doch besser jenen überlassen, die was davon verstehen und dafür dann in die Krankenkasse einzahlen.

Da der Biber bislang noch nicht im Personennahverkehr gesichtet wurde, gehen informierte Kreise davon aus, dass er sich illegal im Wasser fortbewegt, was wiederum nur die Schuld der Renaturierung sein kann.

Wie schade, Natur ist doch lästiger, als allgemein angenommen.

Man erwägt übrigens, die Auswirkungen von zu viel Mülheimer Natur in entsprechend EU-geförderten Broschüren in ausreichend alarmierenden Farben zu schildern.
Wo kämen wir denn da hin, wenn die blöde Natur einfach macht, was sie will?

Als Christ haben wir absolut die traditionelle Pflicht alles abzuweisen, was an unsere Pforte klopft. Weg da! Hier ist kein Platz!

Es wird also 2018 zu erhöhtem Aufkommen an Naturempörung der engagierten Bürger kommen.
Falls man zwischen Wutbürgertum und Bäumezählen Zeit hat, kann man aber auch dem naturbelassenen Silberreihern, etwaigen Schlümpfen und tiefem Pollenflug hinterher pöbeln.
Biber sind übrigens in sieben Galaxien gesetzlich verboten!


Ich liebe diese Diskussionen!




In diesem Sinn
Das Sternchen aus Bethel

Redakteur




17. Dezember 2017, 12:05

Neues vom Sport: Betreutes Joggen

Hallo Mädels,

um die dunkle Jahreszeit durchzustehen, habe ich Hilfe. Eine junge Frau, die ich „das junge Mädel“ nenne, weil sie so gertenschlank, biegsam und fröhlich durch das schwierige Leben einer gestandenen Ehefrau und Mutter gleitet, macht mit mir regelmäßig Waldläufe. Da sie 14 Jahre jünger ist, wirkt es auf die restlichen Waldnutzer schnell mal so wie „betreutes Wohnen“ - bloß mit Laufen.
Warum ich mir ausgerechnet Joggen ausgesucht habe, um den Alterungsprozess aufzuhalten, habe ich mit mir bislang nicht klären können. Wenn ich laufe, sieht es nicht gerade aus wie Urban-Survival-Training einer NVA-Sondereinheit. Ich besitze die Haptik einer Wärmflasche, und werde auch ohne Implantate an bestimmten und unbestimmten Stellen ansehnlich dick.

Wir laufen nicht sonderlich schnell, aber ich werde stetig besser, worüber ich mich aber allerdings nur schriftlich freuen kann.
„Das junge Mädel“ erzählt munter von den Ereignissen ihrer Woche, ich japse ein paar eilige „Oh, gut!“ oder „Find ich auch!“ oder vergleichbar kompakte Zwischenbemerkungen. Zu mehr ist mein Lungenvolumen nicht in der Lage.
Wenn meine junge Begleiterin eine ausführlichere Stellungsnahme von mir wünscht, bremsen wir ab und gehen ein Stück, damit ich ausreichend Luft habe, um reden zu können. Danach aber hopphopp weiter im Galopp.

Ich mag das „junge Mädel“. Sie ist angenehm im Aussehen, angenehm im Charakter. Ja, ich mag sie sehr, auch wenn sie mir so schmerzlich vor Augen führt, was sie ist und ich nicht mehr.
Jung.
Was mein Hirn noch nicht einsehen will - mein Körper lebt es bereits: meine Knie sind alt und vertragen keinen Asphaltboden, nur weichen Waldboden; meine Augen und Ohren haben Mühe, am Morgen die Orientierung zu finden, meine Lunge ist teilweise noch gar nicht wach, wie mir scheint; mein Gesicht ist faltig wie meine Bettdecke, die zuhause noch wohlig die Nachtwärme speichert, und meine Bewegungen sind weit davon entfernt, „geschmeidig“ genannt werden zu können. Bestenfalls „zielorientiert“.

Jede Extraanstrengung, zum Beispiel eine Pfütze oder ein umgewehter Baumstamm, scheint meine Begleitung spaßig zu finden. Biegsam wie ein Teenager springt sie darüber hinweg. Die dafür benötigte Extraenergie steht ihr offenbar reichlich zur Verfügung. Währenddessen redet sie aufmunternd weiter und schafft es mit dieser Unterhaltung, mich bei Laune und in der Spur zu halten.
Ich hingegen muss bei jedem Hindernis erst einmal eine körpereigene Findungskommission beauftragen, die wiederum sondieren muss, wie der zusätzliche Kraft-Bedarf im kommenden Haushalt vorgemerkt werden kann.

Ich bin alt. Und es macht mir zu schaffen, wie so vieles in meinem Leben, das sich nicht organisieren lässt.

Ein toter Baum ist für mich das pure Elend, die kalte Jahreszeit eine dunkle Vorahnung, eine Regenpfütze ein Tränental, das Glas ist immer halbleer, und das Leben dieses moosbewachsenen Waldes kein Kreislauf, sondern ein grüner Untergang.
Ein Fuß vor dem anderen ist meine Marschrichtung. Der Winter schaut grimmig dabei zu.

Ich mag es nicht zu wissen, dass ich in einigen Jahren auf diesen Tag zurückschauen und sagen werde : „Da ging es mir ja noch so richtig gut!“

Wir laufen - sie plaudert, ich kämpfe.
Aber sie bringt mich zum Lachen, sie kann so schön ärgerlich sein mit den Unwegsamkeiten des Lebens. Sie bringt alles sofort auf den Punkt mit ihrer Art etwas zu beschreiben. Ihre Körpersprache ist unfassbar ehrlich, und ihre Sprache klar und schnörkellos. Sie hängt an ihre Aussagesätze stets die Worte „im Prinzip“ an, was zauberhaft ist. Denn offenbar hat sie das Prinzip des Lebens verstanden. Nichts ist mehrdeutig, höchstens mal zweideutig, und dann lachen wir, und meine Lunge freut sich über den Extrasauerstoff.
Sie hält sich an mein Lauftempo, das geringer wird zum Ende der Strecke. Aber da ist endlich der Ausgang aus dem Waldes. Vorbei an einem schönen alten Weiher, die Sonne kommt durch die Wolkendecke, das Grau des Winters flieht kurz vor den sanften Braun- und Dunkelgrüntönen des Herbstes.
Wir traben nur noch und gehen zum Schritttempo über. Nun fragt sie mich nach meiner Meinung. Jetzt kann ich Antworten geben. Weil ich alt bin, hab ich davon mehr als sie. Sie fragt mich offenbar ganz gerne.

Alt sein, heißt also doch etwas zu haben, was kostbar ist. Etwas, das sogar mehr werden kann.

Erfahrung.

Ohne Umschweife verabredet sie sich mit mir zum nächsten Mal.
Immer gibt es ein nächstes Mal.
Das ist schön.


Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine,
Kürzt die öde Zeit,
Und er schützt uns durch Vereine,
Vor der Einsamkeit.

(Joachim Ringelnatz)


In diesem Sinne
Das Potenzial


Redakteur




14. Dezember 2017, 10:44

Männergrippe (Mimimimimimimi)


Hallo Mädels,

aus aktuellem Anlass wird heute Abend ein ZDF-Spezial gesendet:
„Männerschnupfen – Deutschland am Ende?“
Alle nachfolgenden Sendungen entfallen für immer.

Tatsächlich versucht man mittels Immunologen-Zitaten und an der Rotzfahne herbei gezerrten, wissenschaftlichen Erkenntnissen (von denen keine Wissenschaft jemals was gehört hat) zu begründen, warum Männer mehr gequält werden von Erkältungserkrankungen als Frauen. Manche Artikel sprechen sogar von einem soziokulturellem Phänomen, dass Männer mehr erleiden MÜSSEN.

Ich halte das für etwas ganz Großes, das ich hier nicht schriftlich darlegen möchte, aber das mit „B“ anfängt und mit „-ullshit“ aufhört.

Ich habe einen unfassbar stabil gebauten Ehemann, ausgebildet von der NVA. Abends albert er gerne mal mit 10-Kilohanteln herum und ist anerkanntermaßen der große Held seiner heranwachsenden Buben. Ein Mann, der seinen geliebten BMW notfalls aus einer Eiswüste mit den Zähnen herausziehen würde. Er öffnet verkantete Radmuttern an seinen Winterreifen schon mal ohne 17er Ringschlüssel - einfach mit purer Willenskraft.

Aber dann kommt der Schnupfen.
In der Regel ist er der Letzte in der Familie, der sich an der Grippe abarbeitet, die gerne mal aus dem Schulbetrieb als „Hausaufgabe“ mitgebracht wird. Er hilft uns dann nach Kräften mit Ratschlägen wie:
„Wird schon!“- „Zieh dich einfach mal wärmer an!“- „Reiß dich mal zusammen!“ oder auch „So was geht von alleine wieder weg!“

...wenn es ihn selbst betrifft, ist es allerdings anders.
Da gilt die alte Faustregel: ab 36 Grad Körpertemperatur wird aufgerundet.
Komplette Handlungsunfähigkeit, theatralische Triefnase, Niesen mit anschließender Nahtoderfahrung, bedingungslose Bettruhe und mörderische Hungergefühle.

Weib, oh, rette mich! Hilfe!

Eventuell sind die Dinosaurier auch nur ausgestorben, weil die Dino-Damen die Männergrippe verharmlost haben?

Männergrippe! Das T steht für Tapferkeit!

Der richtige Umgang mit Betroffenen will gelernt sein!
ABER…
...wir Frauen und Mütter haben ihn NIE gelernt.
Wir machen es IMMER falsch. Schon seit Generationen, in denen wir selber (als die helfende Hausfrau und letzte Verteidigungslinie) herangezüchtet wurden und auch entsprechend bis heute funktionieren. Unsere Mütter haben unsere Brüder anders erzogen als uns.
Während kranke Männer wie ein kaputtes Haushaltsgerät behandelt und damit sofort geschont und repariert werden, werden kranke Frauen als unnötiger Störfaktor angesehen. Richtig gelesen. Störfaktor. So empfinden es vor allem wir selbst. Wir müssen funktionieren.
Der Mann wird also früh daran gewöhnt, dass sich gekümmert wird, die Frau legt sich mit 40 Grad Fieber erst mal auf die Coach und guckt ob es in einer Viertelstunde wieder geht.

Das ist weder Tapferkeit noch medizinisch zu verstehen.
Das ist Erziehung.
Oder sagen wir zivilisatorische Konditionierung!
Nein! Es hat nichts mit Östrogenen zu tun, wie manche Immunologen und Rotz-Sachverständige meinen, die eine Frau leidensfähiger macht (wegen Geburten blablabla).

Meinem Gatten ist seine Enttäuschung anzusehen, wenn er mich gebeten hat, zu fühlen, wie hoch sein Fieber ist. Ich brauche ihn nur kurz anzufassen und spüre sofort: Kein Fieber.
„Was?“ Er legt sich selber die Hand an die Stirn. Süß, oder?
Okay, am zweiten Tag nervt es gewaltig, aber den einen Tag lasse ich ihm durchgehen!

Da mein geliebter Gatte in der DDR sozialisiert wurde, ist er nicht religiös erzogen – sonst würde er erwarten, dass ich den Pastor rufe.

Könnte ein Bällebad helfen?
So ungefähr.
Selbstverständlich lasse ich ihm das alles durchgehen. Wie auch seinen Söhnen, damit sich die nächste Generation auch an Männergrippe erfreuen kann!
Mein Gatte muss sich allerdings ein paar kleine Sticheleien gefallen lassen (höhöhö – „ein paar“ ist sportlich abgerundet!).
Aber er sieht mich so wunderbar leidend an, weil er ja weiß, dass ich ihm gleich seinen Tee bringen werde und auch ein dick belegtes Käsebrot, wie er es gerne hat mit kleinen Paprikastreifen dazu. Und ich hole ihm auch frischen Ingwer aus dem Biomarkt, keine Frage.

Mimimimimimi.


Mein Mann hat es gut. Er hat ja MICH.



In diesem Sinne
Florence Nightingale

Redakteur




12. Dezember 2017, 11:02

Sturm und Drang

Hallo Mädels,

das war ja eine fürchterliche Nacht! Ein Sturm, der das ganze Haus klappern lässt!
Ich frag mich ja oft, wozu der Sturm überhaupt erfunden wurde?
Muss die Welt mal ordentlich verwuschelt werden?
Ist das der Fön, den mal braucht, um etwas Volumen in den Alltag zu bekommen?

Also ich bin gegen Sturm.
Lass mir dann auch bald T-Shirts drucken.

Aber vorher noch schnell ein Zitat.

"Wenn sich der Wetterhahn nicht dreht, zerbricht ihn der Sturm."

Ich sag es ja.
Braucht kein Mensch.


In diesem Sinne
Das laue Lüftchen

Redakteur




10. Dezember 2017, 12:11

Treppauf – treppab in Downton Abbey (2. Advent)


Hallo Mädels,

als ich klein war, guckte meine Mutter am liebsten „Haus am Eaton Place“ (Originaltital „Upstairs, Downstairs“). Eine wunderbare englische Serie über das Leben der eleganten Familie Bellamy und deren Dienstboten in London zwischen 1903 und 1930.
Ich liebe englische Serien! Denn nur sie sind mit dieser wunderbaren Detailgenauigkeit gedreht mit viel Sinn für historische Zusammenhänge.
Ein bisschen für mich wie Weihnachten, wahrscheinlich weil in jedem britischen Kulturschaffenden etwas von Charles Dickens steckt?
Vor einigen Jahren jubelte die Fernsehgemeinde auf. Nach mehr als dreißig Jahren Abstinenz vom Haus am Eaton Place kam:

Downton Abbey!

Man titulierte es als die „erfolgreiche Rückkehr des britischen Kostümdramas“. Ich hätte es nicht besser schreiben können! Und meine Mutter hätte ebenfalls gejubelt.

Auch hier ein Oben und ein Unten. Ein Treppauf – und ein Treppab.
„Oben“- das ist der britische Adel, der sich edel im Charakter und nobel mit der Geldbörse verhält, wo Loyalität kein reiner Etikettenschwindel ist. Aber immer schön getrennt von den anderen, bitte schön!
„Unten“- das sind die kleinen Leute, die fleißigen, die Arbeiter, die stolz (fast etwas calvinistisch im Denken) sind auf ihr Können. Ein gut organisiertes Rudel an hilfreichen Geistern, die unfassbar geduldig und auch ganz gerne die Fehler derer von Oben auffangen.

Ich sag ja: Es ist immer etwas Charles Dickens.

Ganz wunderbar erzählt. In perfekten Bildern! Dazu herrliche Dialoge. Beide Klassen haben selbstverständlich die selben Probleme. Wer liebt wen, wer hasst wen und warum oder warum nicht? Wer hat hier mehr Stil, mehr Charakter, mehr Stolz? Wer will frei sein? Und warum ist es offenbar niemand?
Gehören eigentlich die von Unten, zu denen da Oben - oder eher anders herum?

Warum fasziniert das Thema der Klassenaufteilung über Generationen hinweg?
Sicher, es ist bezaubernd inszeniert. Die Ausstattung vom Feinsten, die sensationelle Kleidung, pompöse Möbel, betörende Räumlichkeiten. Und diese Darsteller!
Es braucht allerdings ein paar Folgen, bis man herausfindet, wer eigentlich die brillanteste Figur ist. Tendenziell sucht man sie im „Oben“, aber sie ist im „Unten“.

Es ist John Bates.
Der Urtyp des englischen Helden. Nicht überirdisch aber beeindruckend, nicht aufrührerisch sondern geduldig, bescheiden, unantastbar, aufrichtig. Ehrenvoll.
Er ist der Oberster Kammerdiener des Lords.
Gehandicapt durch eine alte Verletzung aus dem Burenkrieg (in dem er seinem Herren das Leben gerettet hat) geht der beeindruckend große Mann stilvoll am Stock. Diese Verletzung gibt ihm was Unzerstörbares und merkwürdigerweise auch was Adeliges. Perfekt gekleidet im schwarzen Livree, die aussieht wie eine Mischung aus Uniform und Dinnerjacket. Kurzum, er hat alles, was ein wahrer Charakter, ein echter Held haben muss.

Erwähnte ich schon Charles Dickens?
Märchen von Edelmut, die Schutzzone für unsere Herzen, Urlaub für traurige Gemüter? Selbstverständlich.

John Bates ist nicht von dieser Welt, daher kann er nur im „Unten“ erscheinen. Der ewige Traum, dass auch der Bauernsohn etwas Königliches in sich trägt, gleichzeitig ist er der Cherubim, der die Tore zum Adelshimmel bewacht.
Noch Gebäck zum Tee?
Ein großer, schweigsamer Mann, dunkles Haar, braune Augen, offenes Gesicht, sensibel, breite Schultern. Stattlich! Das personifizierte Rückgrat. Jemand, der auffällt, wenn er NICHT da ist, der beim Lächeln die Augen zu kleinen freundlichen Schlitzen werden lässt und bei Wut und Zorn einen kalten, klaren Blick behält.
Der das Unrecht erträgt wie jemand, der weiß, dass Unrecht nicht länger anhält, als er es ertragen kann, weil alles wieder gut wird, weil alles gut IST.
Und diese Höflichkeit! Kein Widerspruch, kein böses Wort, immer Lob und Zuspruch!
Märchenwelt.
Soll ich den Mantel rasch aufbürsten, Sir?
Nein, Sir, das macht mir keine Umstände, ich tue das gern.

Der Adel glänzt nur durch sie, durch Bates und seine Kollegen, die alle nicht sind wie Bates, aber fast. Die Oben sind durch die Loyalität eines aufrichtigen Butlers und seinesgleichen an eben diese gefesselt.
Bates ist unangreifbar, unantastbar. Er hält die Welt im Lot. Und das richtige Outfit für die feine Gesellschaft parat.

Wir wollen Bates selber haben! Wir wollen exakt so jemanden für unser Leben finden und festhalten! Wir wollen sein Adel sein.

Aber wollen wir auch so sein wie Bates?
Nein. Niemand ist wie Bates. Er ist der Erzengel, der auf ein kleines Bimmeln hin sofort aufrecht und aufmerksam in der schweren Eichentür erscheint. Er soll zu uns kommen. Helfen, da sein, wissen, was zu tun ist. Immer. Es ist nicht nötig, deswegen selbst heilig zu werden oder lange auf Knien zu beten. Bates ist verfügbar. Jemand, den wir gar nicht für uns gewinnen KÖNNEN, sondern ihn lediglich als Servicedienstleister vertraglich an uns zu binden versuchen. Spiel, Satz und Sieg, Bates.

Charles Dickens hätte seine Freude an ihm.
Wunderbar.

Ich könnte Stunden über ihn nachdenken. Über seine Wirkung, und vor allem über die Notwendigkeit, ihn zu erfinden.


WÜNSCHE EINEN SCHÖNEN ZWEITEN ADVENT!


In diesem Sinne
Carol Christmas (Dieses Wortspiel sollte mir gestattet sein)

Redakteur




07. Dezember 2017, 10:00

Angies großer Weihnachtswunsch

Hallo Mädels,

mir läuft gerade der Dezember davon. Den Nikolaus habe ich auch nur noch im Vorbeilaufen gegrüßt und auch sonst scheint alles wunderbar durcheinander gekommen zu sein.
Egal.
Man kann Stress dazu sagen oder aber auch "Ich-hab-keine-Langeweile".

Letzten Montag kam mein fünftes Buch raus. Clevererweise handelt es von Weihnachten.

"Luisas großer Weihnachtswunsch: Ein Weihnachtsroman"

Zum Inhalt.
Luisa ist sechs und kennt sich aus mit Weihnachtswünschen, schließlich hat sie selber immer ganz viele. Aber diesmal ist es etwas anderes, denn Daniel, der neue Freund ihrer Mutter und ihr großer Held, wünscht sich etwas ganz Besonderes von Mama: Er will ein Baby von ihr haben. Für Luisa steht fest, dass das der beste Wunsch seit Langem ist, schließlich will sie unbedingt ein Geschwisterchen. Nur ihre Mama ist alles andere als begeistert. Plötzlich hört Luisa sie und Daniel abends immer streiten. Ob es dennoch fröhliche Weihnachten werden?
Luisa hofft fest darauf, denn sie weiß, wenn man sich etwas richtig sehnlich wünscht, geht es auch in Erfüllung …

Es ist kitschig, es ist kuschelig, es ist lustig.
Noch Fragen?
Lachweg.

Fröhliches Glöckchenspiel und muntere Zeit!


In diesem Sinne
Engelchen

Redakteur



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