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30. November 2017, 10:50

Schatz, du bist nicht dick, du bist untergroß

Hallo Mädels,

es gibt sie wirklich. Diese Momente, in denen wir Frauen unsere herzallerliebsten Ehemänner sehr gerne mal nach Huaca Pieta schicken würden.
Huaca Pieta liegt in Lateinamerika und dort wächst der Cayennepfeffer.

Beispiel gefällig? Okay, wenn mein Schatz mich mit selbsterdachten Kosenamen bedenkt. Am besten noch vor viel Publikum. Aktueller Spitzenreiter in den peinlichen Liebesflüstereien:

„Schnuckie, alter Zossen!“

Wer will das nicht in einer belebten Einkaufsstraße hören?
Ja, die Liste ist lang für viele, viele Reisegründe in die ewigen Eheferiengebiete:

- Nix wegräumen
- Alles besser wissen
- Das beliebte: Altejogginghosetragen bis sie vom Fleisch fällt
Und nicht zu vergessen:
- Das Leereklorollensolangeignorie​renbisdiemuttieingreift

Aaaaaarghhhh.
Aber dann gibt es auch diese wunderbar erhellenden Augenblicke:

Schatz, lass das doch stehen, das ist zu schwer für dich! (wenn man Blumenkübel umräumt)
Schatz, ich koch dir was Schönes.(Sonntags)
Oder
Schatz: Na, wenn dir das Spaß macht? Dann tu es doch! (wenn man eine Aufgabe übernehmen will, die ein bisserl kribbelt)

Ach, was ist doch so ein Ehemann schön, nicht wahr? Die absolute Krönung (und da kann ich so emanzipiert sein wie ich will) ist, wenn er sagt:

„Du bist doch gar nicht dick. Und wenn doch: Mir gefällt es.“

DAS sind diese Momente, an die wir im Standesamt gedacht haben, als wir unser kleines „Ja!“ stammelten. Und es ist dann auch jener, in dem ich die Flugtickets nach Huaca Pieta wieder in der Schublade verschwinden lasse!

Ich bin zwar blöd, aber ICH BIN NICHT DICK!!!
...nicht sooo sehr zumindest. Nicht immer.
Im Halbdunkeln geht es.

Ohhhhhh doch, Fräuleinchen! schreit da die Waage.

Frust im Buttercremetortendiagramm.

Ich schnappe mir meine Frauenzeitschrift.
Ich sehe: Schöne Frauen, schöne Frauen, schöne Frauen, Mann, schöne Frauen.
Es ist zum Ausflippen. Ich will auch. Aber dafür dürfte ich

1. nie mehr was essen und
2. brauche ein Komplettlifting – was sag ich, eine ZEITREISE RÜCKWÄRTS !!!

So ein Mist.

Da im Magazin lese ich es neben einer dünnen Frau (maximal 16 (Alter+Gewicht)): „Diäten sind kinderleicht (tolles Wortspiel)! Du entdeckst die richtig ungesunden Kalorienbomben. Häufig ist einem gar nicht klar, wie viele Kalorien manche Speisen überhaupt haben. Wenn du dann die Kalorienbomben reduzierst, wirst du leichter ein gesundes Kaloriendefizit erreichen.“

Da schrei ich aber zurück: „Die musste ich nicht entdecken, die kannte ich schon! Das sind nämlich allesamt meine Lieblingsspeisen. Da schmeckt man was, wenn man zubeißt!“
Ich will essen!
...Aber nicht dabei aussehen wie ein Pferd!

Arrrghhh.
Ich kann doch gar nichts dafür! Ich bin unschuldig! Das Essen rennt quasi hinter mir her. In der Werbung. Selbst in Dekozeitungen kommen mir ununterbrochen Rezepte dazwischen. Mit viel Sahne. Und mit Marmelade. Und Butter. GUTER Butter.

Ich kann es ja mal mit dem neuen Wunderzeug versuchen?
Diätdrinks.
Hat tausend Namen in der Werbung das Zeug.
Irgendwie ist das essbarer Bauschaum, aber es sieht so aus! Ich habe es versucht!!!
Das ist so ein Shake, der mit dem Mixer zu einem Schaumzeugs verrührt wird und mir nach der Einnahme ungefähr FÜNF Minuten ein Sättigungsgefühl bringt.
Selbstverklebung als einzige Rettung! Hilfe!

Dialog des Tages:
Ich: „Schatz? Wo bist du? Sag doch mal was Nettes, bin deprimiert!“
Er: „Klar, alter Zossen, komm ins Bett, du bist so schön weich.“
Aaaarghhhhh!



„Letzter Aufruf für den Flug 4711 nach Huaca Pieta!!!!“



In diesem Sinne
Sondergepäck kostet extra

Redakteur




14. November 2017, 09:55

Never change a winning Nutella

Hallo Mädels,

wer von uns erinnert sich nicht an die 80er Jahre als CocaCola plötzlich seine eigene Renaissance feiern wollten und seine Rezeptur veränderte ? Und wir alle da standen und uns fragten:

Äh?

Irgendwie war es uns so, als wäre diese Rezeptur bereits seit dem Mesolithikum in Höhlenwände gemeißelt.
Damals hatte der Sirup-Gigant einen kleinen, nervigen Terrier am Hosenbein, der da seelenruhig vor sich hin pinkelte. Dieser Terrier hieß Pepsi und verkaufte wie die CocaColaCompany einen süßen, braunen Getränkesud, der mit Wasser aufgeschäumt so gar nicht den Durst löschte - aber suuuuuuper angesagt war.
Bei uns Kindern zum Beispiel.
Zu Geburtstagen gab es ab und zu (wenn unsere Eltern dran dachten) eine Flasche des hippen Gesöffs - und man war stolz wie bolle, seinen Gästen DAS anbieten zu können. Meist versuchte man dabei, einen ganz souveränen Eindruck zu machen. Gerade so, als würde man JEDEN Tag quasi darin baden. Tat man selbstredend nicht. Und die jungen Gäste in der Regel auch nicht. Klar. Aber die taten auch so.

Ob das Zeug wirklich gut schmeckte?
Es schmeckte zumindest nicht schlecht.
Aber in erster Linie war es eine Art Eventtrinken. Man trank echte Cola. Von Coke. Nicht etwa die verpönte AfriCola (die viel coolere Werbespots hatte. Ich sehe da immer die vereisten Nonnen vor mir…). Nein, man war ein Brauseopfer.

In den 80ern änderte CocaCola das Rezept plötzlich. Und nicht etwa, weil die Amerikaner nun endgültig zu der Erkenntnis-Folklore kamen, dass sie was an der allgemeinen Ernährungslage schrauben sollten.

My goodness! No! Gesundheit wird in Amerika traditionell an den Dow Jones gekoppelt.

Die Coke musste einfach unbedingt SÜSSER werden. Wie Pepsi.
Es war damals in allen Medien.
Diverse coole Werbespots halfen mit, diesen belanglosen Kampf auch ordentlich anzuheizen. Ein Kampf, der dem Verbraucher gar nichts brachte, denn natürlich müssen Werbekosten beim Verkauf wieder rein kommen. Und die Rezeptur wurde nicht gesünder.
Den daumendicken Gesundheitstod dürfen die Verbraucher bitte selber zahlen.
Und die tun das, die Trottel-Lummen im Zuckerhimmel.

Nun haben wir 2017.
Und Nutella ist das neue Coke.

Nutella hat eigentlich keine echte Konkurrenz. Ältere kaufen vielleicht die abgeschwächte Variante von dem Kampf-Veganer Attila Hildmann. Oder Nusspli. Mag sein. Aber die Masse, die zählt, kauft das Ferrero-Produkt.

Auch bei uns zuhause schwören meine Jungs, dass sie diese braune Pampe von jeder anderen sofort unterscheiden können. Auch an der Farbe.
Aha.
Nun, das ist interessant, wenn man bedenkt, dass eins meiner Kinder eine Rot-Grün-Sehschwäche hat und zudem gerne mal ein Nutellaglas beim pädagogisch und ökologisch wertvollen Altglas recyclen in den braunen oder grünen Sammelkubus steckt.

Schon klar. Unternehmen sind um den Beschluss aufgebaut, Geld zu machen. Und das ist definitiv ein Konzept, das einem das Leben mit Gold galvanisiert. Offenbar kann man damit auch gut schlafen.
Also macht Ferrero einfach den Deckel auf, tut weniger Teures (gut war der Inhalt nie) hinein, und wir Blödis kaufen das ungesunde Produkt nun schön weiter. Toll.

Schuld sind wir. Die Käufer, die Eltern, die besser aufpassen müssen. So, wie beim Waffenkauf. Och Mööönsch! Der Hersteller einer Wohnzimmer-Flak ist ja nicht schuld, wenn andere die ausgerechnet zum Hirnwegballern benutzen. Oder?
Aaaaaaarghhhh.
Ich könnte in die Auslegeware beißen, wenn so argumentiert wird, und es sich sogar fast logisch anhört.
Zweifel an der ethischen Brillanz ist da angebracht!

Woher soll das (im Bereich Verantwortungshaushalt eher spärlich möblierte) Ferrero wissen, dass ausgerechnet Kinder (ach, die essen das???) geradezu süchtig nach dem braunen Zucker-Kakao-Fett-Komprimat werden, was zu allem Überfluss absolut ÜBERALL zu haben ist.
Selbst bei ALDI, das nicht gerade für Markenartikel bekannt ist.

Irgendwie scheint braune Pampe, egal ob im Kaufregal oder Bundestag, egal wie viel, egal wann, egal wer sie herstellt, immer zwei Dinge zu tun:

a) Sie macht hyperaktiv
und
b) ist ungesund fürs Oberstübchen (das Denken verlangsamt sich)

Ob das Zufall ist?

Mein heimischer Nutellaexperte meinte nur zu mir: „Mama, guck mal, das Zeug ist plötzlich heller. Sieht jetzt noch mehr aus wie…“

Sprach's und fraß.



In diesem Sinne
Nahrungsmittelergänzungsfach​frau

Redakteur




21. Oktober 2017, 13:40

Samstag ist der klassische Friseurtag


Hallo Mädels,

gerade höre ich im Radio, dass Samstag der typische Friseurtag ist.

Wo bekomme ich jetzt einen Friseur her?


In diesem Sinne
Die Radiohörerin

Redakteur




16. Oktober 2017, 11:25

Außerirdischer Friseurtermin


Hallo Mädels,


in Friseurläden plärrt meist irgendein Regionalsender über die haarigen Köpfen hinweg und die jungen Damen, die dort arbeiten sind stets bildschön, spindeldürr und vielleicht 17 Jahre alt.
Ich bin im Urlaub, setze mich unsicher auf den mir barsch zugewiesenen Stuhl und werde stumm beäugt. Durch den Spiegel. Keine andere Berufsgruppe beherrscht es so wie diese, „über Bande zu spielen“. Sie reden mit dem Kunden nicht vis a vis sondern vis a Spiegel (herrje, was heißt Spiegel auf Französisch?).

„Da muss aber ganz schön was gemacht werden!“ sagt die junge Dame und wuschelt mir durch meine langen, straßenköterblonden Haare.

„Ich wollte nur Spitzen schneiden lassen. Ich lasse ja wachsen.“ PENG!!! Ich mache IMMER den selben Fehler. Ich lasse die Haare wachsen und gehe dann zum Friseur, anstatt sie einfach weiter lang wachsen zu lassen. Wie blöd kann man sein???

„Sie müssen es ja wissen. Sind ja Ihre Haare!“ - sagt sie zwar nicht, aber in ihrem Gesicht ist es unfassbar deutlich abzulesen.

„Vielleicht ein bisschen ab?“ frage ich schüchtern, um guten Willen zu zeigen.

Sie nickt gnädig und wickelt mich in einen Umhang, der mir schon von klein auf das Gefühl (beim Gefüttertwerden) gegeben hat, dass ab nun andere das Kommando übernehmen, und ich mit meinen Arme und Hände nichts mehr ausrichten kann.

„Wie wäre es mit einem Long Bob?“ und zeigt mir an, dass sie ein ganzes Stück abschneiden will.

Long ja, aber nicht sooooo! Schrei ich innerlich. Sage aber: „Äh...ich weiß nicht.“ Ziemlich leise und weiß bereits da, dass ich ihr in die Falle gegangen bin.
Ich vermute schon lange, dass Friseurinnen gar keine Menschen sind. Sie sind Aliens von einem Schönheitsplaneten, die aus reiner Menschenliebe auf die Erde gekommen sind weil wir so hässlich sind.
Und aus der Menschenliebe ist nach und nach Verachtung geworden.

Sie dreht sich um und holt ihre Schere, wobei ich einen kurzen Blick auf ihren Po erheische. BINGO! Das ist DER Beweis, dass sie ein Alien sein muss. Solche Pos haben nur Aliens.
Oder Models.
Und jeder weiß, dass Models sowieso Aliens sind!!!

„Und die Ansätze blondieren, nicht wahr?“ sagt ES leise, und ich weiß ES würde keinen Einspruch dulden.

Ich will aber protestieren!!! Ich bin naturblond. Das ist doch gut, und das sollte ich verteidigen.
Während ich den Mund öffne, toupiert sie eine Strähne von meinem Hinterkopf so hoch, dass ich sie im Spiegel sehen kann. Es sieht aus wie ein Warnbake.
Straßenköterblond mit hellblondem Querstreifen.

„Ja.“ sage ich nur und beiße mir auf die Zunge.

Scherengeräusche erfüllen den Raum.
Der Friseur-Alien sagt kein Wort, während sie mir die Haare klippklapp abschneidet. Immerhin kann ich den Regionalsender 1a mithören. Alles über doofe Promis und ihre Erlebnisse. Alle Werbung, auch vom örtlichen Autohaus.
Hm.
Ich denke noch: wie schön wäre es, wenn sie doch ein bisschen mit mir plaudern würde.

Der Friseur damals von meiner Mama, der konnte so wunderbar schnarrend mit meiner Mama reden. Ich stand immer ganz ehrfürchtig dabei. Toll. Er wusste auch immer noch ganz viel vom Gespräch vom letzten Mal.
Diese bildschöne Alienfrau weiß nichts zu sagen.
Wie auch. Ich bin ein Mensch von diesem Planeten...

„Da ist ja ganz schön was runter gekommen.“ sage ich in einem Anflug von Gefechtsbereitschaft und sehe den Haarlocken hinterher, die langsam meinen Umhang herunterrutschen.

„Na, ja. In Ihrem Alter trägt man die Haare ja besser kürzer.“ sagt sie kurz und wendet sich dann an Mandy oder Wendy oder Irgendwas-dy um ihr zu sagen, dass sie bitte was anrühren muss.
Eine Stunde später habe ich gleichmäßig blondiertes Haar. Schulterlang. Offenbar altersgerecht. Als sie es mir fönt, strahlt sie in den Spiegel und sieht mein muffeliges Gesicht.
„Das sieht doch richtig gut aus, oder?“ fragt sie. Offenbar kommt ihre Menschenliebe wieder zum Vorschein. Vielleicht erinnert sie sich wieder an ihren Auftrag, hier auf der Erde, die hässlichen Menschen etwas aufzumuntern.
Ich schmolle altersgerecht.
Sie überlegt kurz.
„Ein bisschen wie Léa Seydoux“, sagte sie fröhlich und spricht den Namen des französischen Bondgirls aus SPECTOR fehlerfrei aus.
„Oh!“ rufe ich aus. Zum einen, weil das ein tolles Kompliment ist, zum anderen aus Überraschung darüber, wie ihr dieser dicke Fehler unterlaufen konnte!!!
Sie MUSS ein Alien sein.
Friseurinnen reden doch betriebsbedingt so, als könnten die nicht mal fehlerfrei eine Waschanleitung vorlesen!
Ha! Das ist nur Tarnung!
Aber jetzt hat sie sich verraten!
Ha!

Und ich sage: „Finden Sie????“ und strahle sie an.

Mist. Wieder in die Falle gegangen…


In diesem Sinne
Haar-Bombe

Redakteur




14. August 2017, 07:34

Zeit

Hallo Mädels,

letztens habe ich mich in einer Parfümerie beraten lassen. Ich bin nicht sicher, ob es clever ist, bildschöne Menschen da arbeiten zu lassen. Es hat mich doch irritiert, dass ich im Grunde einen ganzen Arm voll mysteriöser Wunder-Produkte benötige - statt wie die einfach naturschön, naturjung und naturfröhlich zu sein.
Aber sei es drum.
Man bestätigte mir, ich sehe nicht aus wie hundert - sondern nur wie 99.
Das will ich einfach mal so gelten lassen...mit den angepriesenen Produkten und einem unvermeidbaren Tutorial auf YouTube (Hi, ich bin Kimberly, ich zeige euch mal, wie man sich die Augen so zukleistert, dass man aussieht wie generalhysterisch) werde ich mein gefühltes Alter vielleicht auf 80 senken können...


Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin.

(Mark Twain)


Auf in das nächste Schuljahr!


In diesem Sinne
Mutter von großen Jungs

Redakteur




16. Juni 2017, 11:04

Göttin (Der Sex-Göttinnen-Potenzial-Test der Zeitschrift ELLE)

Hallo Mädels,

welcher von uns geht es nicht so. Wir sind Göttinnen, ahnten das ja schon immer - und dann kaufen wir uns eine hochwichtige Frauenzeitschrift.
Tatatataaa! Und da wird ein superseriöser Test angeboten mit dem amtlichen Titel: "Welche Liebesgöttin bist du?"

Immer her damit!

Also Kuli geholt und mich auf dem Balkon mit einer Tasse Kaffee verschanzt und erstmal angekreuzt.
Aha. Ja. Hm. Doch eher vielleicht...hm...das auf jeden Fall...

Bloß nicht schon auf die Lösung linsen...

Ist ja schließlich ein Brückentag und den sollte man für die innere Einkehr nutzen. Genau. Persönlichkeitsbildung. Mit Lippenstift- und Nagellackwerbung am Seitenrand.
Es sind ja unfassbar verflixt schwere Fragen, aber ist ja klar, wir sind ja Göttinnen, da muss man alles wissen.

Also...
Partytyp, Shoppingtyp, Urlaubstyp, Sextyp, Karrieretyp.

Wow, was eine Göttin ja so alles können muss. Leidenschaft und Gelassenheit. Aber klar doch. Und alles auf einmal und dazu Traumbody auch mit fast fünfzig. Und Haare wie frisch gefönt.
Wollt Ihr die TOTALE GRAUABDECKUNG?

Neeeeein, die Modebranche ist total human...
Grübel.
Weiter im Test.
A oder doch B? C fällt aus. Oder doch nicht?

So. Nun schnell noch zusammenrechnen.
Komisch, von dem Mathetyp stand da gar nichts. Egal. Mache ich eine Nebenrechnung mit Strichen aus Lippenstift.
So.
Ich bin also der A-Typ. Hurra! Und was steht da als Lösung?
Grübel...

Ergebnis: Ich bin APHRODITE.
Äh...
Toll. Der kleine, schmeichelnde Lösungs/Erklärungs/​Auflösungstext ist vielversprechend. Auch wenn ich Athene (B-Typ) noch besser finde und Shakti (C) noch besser. Aber wer ist Shakti? Ist das nicht die Sängerin mit dem Hüftschwung und dem zehn Jahre jüngeren Ehemann?
Nein.
Äh.
Und was steht da weiter?
Und ganz unten im Aphrodite-Erklärtext heißt es dann leider noch: "Und wenn Sie endlich wissen, was Sie wollen, dann sind Sie auf dem besten Weg..."

Herrje. Wollenwissen und Wege soll ich auch noch können?
Kopf hoch! Ich bin doch schon ganz weit vorne als Frau, wenn ich weiß welches Outfit ich bevorzuge? Nein?

Mist. Irgendwie habe ich das dumpfe Gefühl, dieser Test ist Blödsinn...oder bin ich zu kritisch?
Welcher Kritiktyp bin ich eigentlich?
Ups.

Lösung: Medea mit einem leichten Hauch Nemesis.


In diesem Sinne
Aphrodite

Redakteur




10. Mai 2017, 08:03

Fachblatt für untergewichtige Konstruktionen



Hallo Mädels,

ja, ich gebe es zu: ich lese die Vogue!
Ich lese sie nicht nur! Ich rieche sie.

Eine Vogue riecht nämlich. Nach teuren Parfüms. Ganze Seiten sind einparfümiert, und es ist bezaubernd, dahin zu blättern und dann zu murmeln: „Ja, ich bin arm, aber ich rieche den Reichtum!“

Ich schaue mir jede Werbung an.
Das ist weniger deprimierend, als das jetzt klingt, denn die Klamotten kann man zu 98% sowieso nicht tragen, weil sie so irrwitzig unbequem geschnitten sind, dass man wahrscheinlich im Büro entweder nicht durch die Tür kommt, oder beim Fotokopierer automatisch in das Tonerfach gezogen wird.

Die Vogue ist der Mercedes der Zeitungswelt.
Man versteht nicht wirklich, was darin vorgeht, aber man versteht ja auch einen Mercedes nicht. Man setzt sich einfach und hofft, dass andere es verstehen.

Ganz schlau auch die sauteuren Styls, bei denen man betont schlampig aussieht. Beknackt. Dafür reicht es, einen Rote-Kreuz-Kontainer zu knacken.

Die Men-Models sind nicht mal mit der Mittelschule fertig geworden, manchmal hab ich Angst, dass ich schon beim Betrachten einer Vogue pädophile Strafbestände erfülle.
Würg.

Warum sind wir besessen von Schönheit? Warum sind wir besessen von Reichtum? Warum erklärt mir die Vogue das nicht?



Wenn ich das wüßte nach dieser Lektüre...
...dann hätte die Zeitung schon mal ihren Zweck voll verfehlt.


In diesem Sinne
Frau im Spiegel

Redakteur




30. September 2016, 11:20

Mit Haare, ohne Haare oder nur Haare


Hallo Mädels,

dass Haushaltsgeräte nach dem Ablauf ihrer Garantiezeit punktgenau die Grätsche machen, das scheint schon fast bewiesen.
Das ist schlichtweg zum Haare raufen!
Haare? Ja! Was mich elegant zu einer neuerlichen Entdeckung überleiten lässt:

Was ist mit den Haaren los?
Wissenschaftler, die zurecht keine Preise bislang dafür bekamen, wollen herausgefunden haben, dass selbst das so haarmlos dahaar kommende Haarshampoo auf die selbe Weise funktioniert.
Das haarige Frisur-Problem wird nach einer haarsträubenden Studie zufolge nach Ablauf von 20 Stunden fröhlichen Im-Wind-Flatterns schlagartig fettig.

Zack.

Und schon sieht frau aus, als hätte sie eine Frisur wie Spaghetti in Längsform auf dem Kopp.
Wie ein Kilo Olivenöl von oben.

Das kommt nicht überraschend. Nur unvorteilhaft.

Wie der bedeutende, deutsche Volkspsychologe M. Barth schon vor Jahren postulierte, neigen Frauen zu übertriebenen Körperpflege. Sie duschen und baden, cremen und epilieren, peelen und schminken sich zu allen erdenklichen und unerdenklichen Tages-, Nacht- und Jahreszeiten.
Im Focus auch hier: Die seifenintensive Pflege des Haupthaares.

So unterteilt M. Barth das weibliche Duschen nach reichlicher Überlegung in die Formen:

a) Mit Haare
b) Ohne Haare

OBACHT!
Da Haarshampoo aber jene merkwürdige Anpassung genommen hat und seine Wirkung zum Wohle eines erhöhten Verbrauchs haarig verkürzt, kommt es immer häufiger zur dritten

c) nur Haare

Die Weltöffentlichkeit ist schockiert.

Und ich rufe laut:
Haare aller Länder verknotet Euch!!
Wehrt euch gegen Bürste und Shampoo-Abo!
Um nicht mehr unter dem Fettdiktat zu stehen, sollten sich alle Frauen erheben und eine Woche nicht duschen. Und vor allem: nicht die Haare waschen.

IIIIIEHHH!

...allerdings werden diese Frauen dann in jener Woche leider nicht zur Arbeit erscheinen können, nicht mehr einkaufen und schon gar nicht abends mal essen gehen können.
Nicht unfrisiert!
Das würde fatale Auswirkungen auf das soziale, das asoziale - und vor allem auf das wirtschaftliche Zusammenleben haben.

Shocking!

Da sieht man es wieder! Dass all die alten Bob Dylan-Songs nach wie vor ihre tiefe haarige Gültigkeit haben:
Shampoo rules the world
(aus einem bislang nicht veröffentlichten und ungeschriebenen Song des lockigen Künstlers)


In diesem Sinne
Misses Fluffig

Redakteur




19. September 2016, 12:54

Mops und Mode


Hallo Mädels,

heute nur Altersweisheiten:
Eine Freundin hat man aus vielen Gründen: Aus Hoffnung, aus Hilflosigkeit, aus Lebensfreude, aus Liebe, aus Versehen oder aus Gütersloh, Mühlheim, Dortmund oder Werther.
Viele Freundinnen hab ich nicht, aber sicher die besten.
Wenn ich mit einer von ihnen kommuniziere, werde ich in der Regel mit Höchstgeschwindigkeit ins Leben katapultiert. Eben noch Manuskripte, dann plötzlich echte Lebenskrisen, defizile Berufskatastrophen, bunte Beziehungsfehlfunktionen und neue Schönheitstipps. Dazwischen höchst erfrischende Lästereien über Menschen, die es verdient haben.
Nebenbei auch noch wortgewaltige Gesprächen und Schockzustände darüber, wie jung man sich fühlen kann, und wie alt man mittlerweile doch ist.

Wenn man gerade keine Freundin hat, die einem berherzt sagt, wie müde und abgehetzt man aussieht, holt man sich Anregungen in kritischen Modemagazinen, die einer Frau von über 40 so hübsch gnadenlos anlügen und verheißen: Du bist eine reife Frau, und du bist toll.

Oh no, da falle ich nicht drauf rein! Ich weiss es besser....aber rede nur weiter, liebe Zeitschrift!

Bis vor wenigen Tagen noch auf dem Balkon liegend blättere ich, beschwingt vom aufsteigenden Pröbchenduft, durch diese Fachliteratur.

Intensiv, versteht sich.
Kritisch.
Emanzipiert.

Die üblichen Verdächtigen unter diesen Zeitschriften sind bunt, sind glänzend, sind perfekt und ihr Nähwert entspricht dem eines quietschsüßen Wellness-Nachtischs ohne Kalorien.

Null.

Und daher sind so willkommen – weil sie nicht belasten.
Die Titelbilder zieren Frauen, die sich in den letzten 15 Jahren nicht ernährt haben. Sie sind makellos und ihre Bekleidung ist nicht tragbar in Farbe, Form und Größe.

Dazu die Schlagzeilen:
164 Accessoire-Highlights
Hollywood macht nicht glücklich
Mit Bier und Burger durch Krisenzeiten
So funktioniert mein Killer Lidstrich
Botox- Ja ich hab's probiert!

Mein Favorit ist allerdings:

Zünden Sie die 7 Stufen der Lust und er wird Ihnen für immer verfallen

Na, das nenne ich doch mal ein Versprechen! Und so beginne ich zu lesen. Nach Sichtung der Überschriften lässt sich da schnell erkennen: Es gibt genau zwei Themengruppen:

a) sie
b) er

Diese Themen spalten sich dann noch einmal in zwei knallharte Untergruppen:

a) Aussehen
b) Sex

Das ist insgesamt derart übersichtlich, daß ich den Reportagen- und Bilderfluß ohne weitere geistige Hürden nehmen kann.

Ich mache mir nichts vor. Der KICKER funktioniert bei Männern ähnlich. Schöne Bilder und das alberne Versprechen: Das kannst du auch.

Egal.
Gleich nach dem Schmökern der Zeitschrift gehe ich ins Bad, schaue in den verdammt ehrlichen Spiegel und zerschneide die Zeitung.

Okay. Aber nicht meine. Sondern den KICKER... die Nummer 14 sieht ja soooo schnuckelig aus (und ist 15 Jahre zu jung für mich).

Egal. ich bin eine reife Frau und toll.


In diesem Sinne
Die Zeitungsblätterin

Redakteur




04. Mai 2015, 16:48

Englischer Namenstag


Hallo Mädels,

die Nachricht des Tages ist raus.

Charlotte Elizabeth Diana.

Das sind die Namen eines einzigen Babys. Einer königlichen Windelträgerin.

Meine Söhne haben auch drei Namen, jeder drei. Zusammen sechs.
Wenn ich eine Tochter gehabt hätte, hätte sie dann entsprechend Therese Erna Helga heißen müssen.​.​.​ach, Royals sind ja soooo eingeschränkt mit den Namen. Für Männer gibt es in diesem Berufssegment nur Henry, George oder Edward und bei den Frauen eigentlich nur Mary und Gordy - äh.​.​. Elisabeth.
Aber gut.
Jetzt hat es einen Namen.

Den Rest des Tages können wir nun der zugfreien, bestreikten Woche einen Namen geben.

Scheiße Kacke Mistmistmist würde sich anbieten.


In diesem Sinne
Irma

Redakteur



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