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18. September 2015, 10:15

Noch mal was vom Urlaub


Hallo Mädels,

da bin ich also wieder. Der Urlaub , wie bereits erwähnt, war schön und lang, und das Nachhausekommen dann auch gleich noch viel, viel merkwürdiger.

Dieses Mal an der Müritz waren wir nicht in dem ehemaligen FDGB-Heim untergebracht, dessen Wände noch leise flüstern von Freundschaft und Solidarität, sondern wir waren in dem imperialistischen Luxusstreben nicht abgeneigten Hotel ECKTANNEN mit Frühstück und Sauna.

Fontane persönlich war schon dort, leider hatte er nichts Gutes zum Lesen dagelassen.

Die Müritz ist schön. Ihr solltet Euch da selber mal ein Bild von machen.
Falls nicht: auf meiner Bildergalerie seht Ihr einige.

Es war allerdings meinem Ost-Gatten in den drei Wochen einfach nicht abzugewöhnen, um punkt acht Uhr aus dem Bett hochzuschrecken und zu rufen: "Schnell, sonst ist gleich nichts mehr da!​" Er meinte das Frühstücksbuffet.
Süß, oder?
"Schatz! Wir sind doch jetzt alle der Westen!​" rief ich,​a ber da war er schon fort. Ich hinterher.
Noch immer beseelt von Fünfjahresplänen und Nachschubengpässen rannte er in den Frühstückssaal, um JEDEN MORGEN dort verschlafenes Personal anzutreffen, das uns interessiert fragte, was wir denn heute so Spannendes vorhätten, dass wir JETZT SCHON frühstückten.
Lachweg.
Unsere Söhne (telefonisch herbeizitiert) setzten sich in der Regel eine halbe Stunde später zu uns an den Tisch und öffneten die Augen erst nach der ersten Tasse Kakao.
Es gab allerlei Leckereien. Ich kann sie gar nicht aufzählen, von manchen exotischen Früchten musste ich die vielen ulkigen Namen dieser Vitaminlieferanten (man kennt an der Müritz mehr als nur Bananen) erfragen und habe sie auch gleich allesamt wieder vergessen. Aber so viel sei festgehalten:
Gatte aß jeden morgen Schwarzbrot mit Blutwurst.
Sohn1 Nutellabrötchen
Sohn2 Johannesbeergeleebrötchen
Tja. Kulinarisch geht anders.
Mir oblag es also, jeden Tag was Neues zu entdecken im Cerialienhimmel. Aber es begann immer mit Rührei mit Speck und endete mit einem Obstsalat.

Wir hatten zwei Dinge von Belang.
1. Fahrräder für 3 Wochen fest gemietet
2. Bis zu dreißig Grad Hitze.
Tja. Gemütlich geht anders.
Ihr könnt euch vorstellen, dass mein Gatte leider keiner Rückicht auf irgendwelche Körpertemperaturen nehmen konnte, wenn es doch galt, die Nutzung der Räder optimal zu verplanen. Puh! Aber wir haben viel gesehen! Vornehmlich Fahrradwege im dichten Wald, aber die Schlaglöcher waren mir immer wieder neu!
Es wurde außerdem geschwommen und geklettert. Ich habe mich aufs Fotografieren beschränkt. Auch ein Sport. Und ich stöberte gerne auf Flohmärkten Altbestände aus gut sortierten Büchereien auf. Schmökernd unter der Sonne genoß ich die Pausen, die mir blieben, während meine Sportler im Müritzsee ihre durchtrainierten Körper kühlten.
Minigolf haben wir auch gespielt. Mit den Worten: "Ich kann alles!​" zeigte ich meinem Gatten, was für ein Minigolfgenie er vor ewigen Zeiten einmal zu ehelichen das Glück gehabt hat. Leider schaffte er am letzten Loch (18) ein Hole-in-one oder Ass, auch "HIO" gegannt. Und das bedeutet auch bei den ochelschen Minigolfmasters das erfolgreiche Spielen einer Bahn mit einem einzigen Schlag, also das "Einlochen" des Abschlags. Und damit hatte er gewonnen.
KACKNOCHMAL!​!​!​!​!​!
Ich habe meinem Gatten kurz (zwei Tage lang) die Mauer an den Hals gewünscht.
So viel zu meinem Sportsgeist.

Und nun bin ich wieder da und versprühe Freude in Hessen (bei kack Wetter).
Auf, auf zu neuen Taten!
Da rufe ich Euch ein fröhliches VIVATVIVATVIVAT zu.

Und demnächst erzähe ich euch, wie ich es überlebt habe, im Berliner Fernsehturm in knapp 220 Metern Höhe und einer Rotationgeschwindigkeit von "In 20 Minuten sind se eenma rum, junge Frau"(die deutlich über meiner Wohlfühlzone liegt), das leckere Essen bei mir zu behalten und noch ein freundliches Gesicht zu machen.​.​.​hihihihi.​.​.

In diesem Sinne
Funktionärin für Frohsinn am Arbeitsplatz

Redakteur




08. September 2015, 12:02

Noch nicht ganz da


Hallo Mädels,

irgendwie bin ich noch nicht ganz da, was aber nach sechs Wochen Abwesenheit vielleicht ganz verständlich ist.

Zumindest bin ich noch in der Findungsphase, wobei allerdings noch nicht ganz geklärt ist, WAS gefunden werden soll.

Wie dem auch sei, meine Textbearbeitung ist noch mangelhaft, aber dafür habe ich diese Internetseite etwas aufgeräumt und aufgehübscht.

In der Galerie ist wieder viel hinzu gekommen.

Ich versuche jetzt mal Tee zu finden - hoffentlich finde ich nicht wieder stattdessen Dreckwäsche.​.​.

Das bisschen Haushalt.​.​.​trallalala.​.​.

In diesem Sinne
Die Sucherin

Redakteur




20. April 2015, 07:50

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft


Hallo Mädels,

waren am Wochenende in Berlin, um dem dort ansässigen Opa unsere Präsenz schmackhaft zu machen.
Übernachtet haben wir in einem schicken Hotel am Hauptbahnhof in der 11. Etage. Dort hatten wir Mühe, trotz später Stunde vom Fenster weg und in die Betten hinein zu kommen. Weil offenbar in Berlin andauernd die Polizei mit Blaulicht hin und her fährt. Man überlegt kurz, ob es sich um ein einziges Fahrzeug handelte, das die Straße andauernd rauf und runter fuhr, um den Touristen was zu bieten.

Am folgenden Tag Besuch des Luftwaffenmuseums in Gatow.

Gatow kenne ich ja nur von dem Spiel CLUEDO. Mit dem Heizungsrohr auf der Veranda.

Das echte Gatow gehört zu Berlin. So sagt man zumindest. Nach der ganzen Fahrerei gehört es aber gefühlsmäßig eher zu München.
Gatow liegt am Arsch der Welt.

Also wenn jetzt Berlin die Welt wäre.

Naja, so ein Militärmuseum ist nix für Pazifisten. Zumindest nicht für liberale Bielefeld-Friedens-Trullas wie mich. Aber ein tendenziell sonniger Tag läßt sich prima auf einem ehemaligen Flugfeld nutzen. Auf dem Außengelände waren offenbar alle Fluggeräte geparkt, deren man nach der Wiedervereinigung habhaft werden konnte (außer einem Space Shuttle, sehr zum Bedauern meiner Söhne).

Panzer und Jagdflugzeuge sind nicht so mein Ding. Und dann diese Farbgebung! Camouflage (zu deutsch: Irreführung)! Modisch nicht gerade der Endsieg.

Camouflage war nicht nur eine Band aus den 80ern sondern dieser fleckige Tarnanstrich der Westmächte. Der Warschauer Pakt stand mehr auf Strichtarnmuster (sieht aus, als hätte es Kaffee geregnet).

Die Ausstellung innen barg allerdings wiedermal Probleme in der mütterlichen Wissensvermittlung. So waren da Bundeswehr und NVA gegenübergestellt.
Im Raum, mittig über den Boden gemalt, war eine Grenze gezogen. Links Bundeswehr, deren Uniformen und sonstigen Krempel, rechts NVA.
Es war etwas schwierig zu vermitteln, dass der verehrte Onkel die linke westliche Uniform anhatte, der heldenartige Papa, die auf der rechten. Schlimmer noch, dass sie im ungünstigsten Fall aufeinander getroffen wären und dann sich NICHT NUR um den letzten Knödel auf den großväterlichen Mittagstisch gestritten hätten - sondern um was ganz anderes.

Der Opa hingegen schmunzelte bei meinen Versuchen zu erklären, warum es eine Mauer gab, und machte mit einer eleganten Handbewegung klar, dass er sich da nicht einmischt und ich das Ideologische mal alleine entwirren sollte.

Geschichte ist nichts für Anfänger.


In diesem Sinne
Die Erklärwessi

Redakteur




11. April 2015, 16:21

Brueghel

Hallo Mädels,

frisch aufgeladen mit Kultur komme ich aus Schloss-Neuhaus (Paderborn, katholisch) wieder.

Die Brueghels waren da. Sie dürften der absolute Horror jeder Kreditkartenfirma mit dem Namen gewesen sein. Gesprochen BREUGEL, geschrieben, wie - keine Ahnung, flämisch halt.

Eine flämische Maler-Dynastie mit Hang zum Großformatigen. Gerne Blumen, noch lieber Allegorien. Im Publikum nur Lehrer und andere Besserwisser - ich fiel also nicht auf.

Herrlich!

Die Bilder, alle alt, alle potentielle Stars des Bildungsfernsehens "Kunst&Krempel", waren bunt, wimmelig und wunderbar.

Sie teilten sich die Motive brüderlich auf:

Blumenbrueghel
Bauernbrueghel
Höllenbrueghel
und ganz überraschend
Neapolitaner

Die Brueghel-Bildchen dürften damals schon nicht mehr bezahlbar gewesen sein. Frech waren sie.
Sie malten auch schon einmal von einander ab und waren gerne mal frivol, aber dennoch mit Freude am Marientum.

Man muss es gesehen haben. Der Kauf des zentnerschweren Begleitbuches zur Ausstellung ließ sich nicht vermeiden.

Fotos vom Outdoorbereich in meiner Bildergalerie!


In diesem Sinne
Angiebrueghel

Redakteur




15. November 2014, 14:15

Der Wut-Bambi 2014


Hallo Mädels,

wenn ich einen Vorsclag machen darf: Der Sonder-Wut-Bambi geht dieses Jahr an

m i c h.

Ich lese gerade in den Onine-Gazetten, wie toll wiedermal die Bambi-Verteilung war.

Ächz.​.​.

Keine Zeitung äußert mal was Kritisches, nämlich dass solche Doku-Soaps in Form von Galaveranstaltungen einfach nur beknackt sind.

Zieht Euch warm an. Das wird mein Thema am Montag!


In diesem Sinne
Klopfer

Redakteur




06. November 2014, 15:21

Sauna - ein Leben im Schnellkochtopf

Hallo Mädels,

wenn ich den erwische, der die Sauna erfunden hat! Na, der kann sich aber warm anziehen!​!​!

Im besagten Urlaub an besagter Müritz lobte sich unser Hotel zurecht seiner angebotenen Zusatzleistungen wie ägyptische Pharaonenmassage und Erlebniskosmetik. Was auch immer das sein mochte. Es gab zudem Hopi&Essenz-Ohrenkerzen (deren Gebrauch ich mir versagte), einen Strauß Rosen aufs Zimmer und eine Küche im Schrank. Zudem gab es den (von mir gefürchteten und vom Gatten geliebten) Gästepass mit Rabattmarken.

Und?
Nix und. War schön.
Ok. Doch "und".
Und Sauna.

Mein Gatte, dem genauso bekannt wie egal ist, dass mein körperliches Selbstverständnis stets gefährdet lebt, schleppte eines Nachmittags (nach bizyklischer Schwerstarbeit) zwei pelzartige Bademäntel an.

Die Sauna würde extra für mich früher eröffnet.
Äh.
Das wäre doch gar nicht nötig.​.​.​äh.​.​.

Um meine Verweildauer im hoteleigenen Wellnessbereich (man stelle sich vor: indische Sonnen, australische Monde, ägyptische Vasen, italienische Fliesenkunstwerke und deutsche Brunnen aus regionalem Baumarkt) hygienisch einwandfrei zu gestalten, riet mir mein Gatte, bereits in unserer Suite zu duschen. Man muss dazu wissen: Wir hatten nicht einfach ein Badezimmer. Wir hatten ein Hallen-Bad. Beim Frisieren produzierte meine Bürste ein Echo. Aber wie nun von „meiner“ Dusche in den Saunabereich kommen?

Etwa NUR mit Bademantel bekleidet? Schrei!

Es war Freitag und eine große Hochzeit war in dem angeschlossenen Prachtsaal angemeldet.
Bitte? Etwa nackig unterm Bademantel an der mutmaßlichen Schwiegermutter (erkennbar am ausladenden, pinken Hut – und Tante Trude aus Berlin, erkennbar an einem unvorstellbar genervten Satzbau) vorbei?

Los, los! Gatte sicherte den Flur, und ich flitze wieselflink zum Fahrstuhl (aber zur Sicherheit hatte ich dann doch was unter dem Bademantel an.​.​.​).

Aber Hochzeitsgäste saunieren nur selten. Liegt wahrscheinlich an den pinken Hüten.

Im leeren Wellnessbereich erwartete mich also der erste Saunagang meines Lebens. Der Kernbereich der Erlebnis-Hitze stellte sich mir als Holzkonstruktion in Tribünengröße dar.

„Du sitzt am besten unten.​“ Gatte war die Fürsorge selbst.
Ich schwöre, es war das erste Mal in meinem Leben, in dem ich das Tragen einer Burka in Erwägung zog. Was guckst du?
War aber keiner da zum Gucken. Ich starrte auf eine Sanduhr und lauschte den Beschwörungen meines Gatten.
Ich sollte die Wärme zulassen und in meinen Körper hineinhorchen.
Horch. Horch.

Problem war nur, dass ich das nicht gewohnt bin. Mein Körper kennt das Ganzkörpererlebnis von großer Hitze gepaart mit übermenschlicher, barbusiger Schamoffensive nicht. Will sagen: Erstmal hab ich gefroren. Bei über 85 Grad Hitze.
Mein Gatte tropfte bereits, während ich mich schweigend aufs Atmen konzentrierte und auf die Sanduhr starrte.

„Aufguss machen wir dann später“, mein Gatte, der Planer.

Aha. Mein Enthusiasmus war einfach noch nicht auf Betriebstemperatur. So lauschte ich den philosophischen Betrachtungen meines Gatten über finnische Schwitzbuden. Er erkundigte sich nach jedem Satz besorgt, wie es mir denn ginge.

„Äh, es wird mir dann doch jetzt ein bisserl warm.​“ Immerhin, langsam schien mein Körper das Konzept der Ganzkörper-Garung zu verstehen. Ich war dann offenbar servierbereit und mein Gatte lotste mich aus dem begehbaren Backofen hinaus.
Mit den Worten: „Da kann jetzt etwas kalt werden“, parkte er mich unter einem Massagestrahl mit einer netten, arktischen Raumtemperatur.

Schrei!

Danach Ruheraum. In meinen dicken Bademantel gehüllt, pflanzte mich mein Gatte auf eine daumendick mit Decken belegte Liege und erkundigte mich nach meinem Kreislauf.

Dem gehe es gut – wo immer auch sein mochte, dachte ich, lächelte aber nur freundlich.

Die Kernkompetenz, die ein Saunist haben muss, schien mir Warten zu sein. Entschleunigung nennt man das wohl im Wellnessland.
Und das kann ich! Warten!
Ich bin schließlich eine Mutter! Ich bin derart temporär fremdbestimmt, dass Rumsitzen mein Leistungskurs sein dürfte. Warten bei Ärzten, Warten beim Abholvorgang, Warten auf den Auftritt des Filius bei Theatervorführungen, Warten auf Vokabeln, Warten auf Hausaufgaben und auf das Einsetzen von Wirkungen diverser „Jetzt-aber-ins-Bett-mein-Sc­hatz“-Hinweisen.

Gatte quatschte indes ungestoppt weiter. Fragte medizinische Basiswerte ab und erläuterte die Gesamtidee von bewusster Überhitzung eines mitteleuropäischen Lebewesens auf knapp hundert Grad.

„Du musst nur auf Deinen Körper hören!​“ Er wieder.

„Wie denn, wenn du die ganze Zeit redest?​“ Ich wieder.

Es folgte der 2. Saunagang mit vergleichbaren Temperaturschwankungen.
Beim dritten Saunagang dann der Ruf nach einem Aufguss.
Haha! Nun schlug meine Stunde. Es gab nämlich verschiedene Duftkonzepte. Diese waren: Tanne, Fichte, Wald und Meeresbrise. Da mir das allzu männlich schien, wählte ich den Duft „Pfirsich“.

„Oh, neeee.​“ Gatte wieder.

„Oh, doch!​“ Ich wieder. Es zischte, es nebelte, und da war er, der naturbelassene Pfirsichtraum!

Als ich nach dem Saunieren in den Spiegel blickte, musste ich allerdings mit Entsetzen feststellen, dass ich aussah wie ein Paintball-Massacker in Burgunderfarbe. Mein Kopf war roter als jedes SED-Parteibuch!

„Na und!​“ meinte Gatte liebevoll und strubbelte mir das Haar. „Dafür riechen wir jetzt wie eine ganze Pfirsichplantage!​“


In diesem Sinne
Der Schnellkochtopf

Redakteur




05. November 2014, 09:12

FKK - Eine Rückblende

Hallo Mädels,

im Ost-Urlaub nicht gleich als Problem-Wessi aufzufallen, ist schwieriger als es aussieht. Es gibt Hürden, die ein konservativer Westfale kaum zu nehmen weiß. Und zwar die Nacktheit.

Was soll das mit dem blöden FKK? Ist das ein überlebtes, sozialistisches Prinzip? Alle nackt? Alle gleich?

Ich baute also damals (in unserem weit zurück liegenden Urlaub in Zingst) mit zusammengekniffenen Lippen die Strandmuschel am FKK-Strand auf. Mein Ossi-Gatte war fröhlich.
Unsere Jungs noch klein und bereits textilfrei, gute eingecremt und wild dabei, mit ihren Schaufeln das Meer zuzuschippen.

Ich sah nur einen einzigen Ausweg: Muschel ausrichten, Badetuch ausbreiten, und flach auf den Bauch legen.
(Augenzuhalten hilft übrigens gar nix.​)

Mein Gatte versuchte es mit klärenden Gesprächen, dass keiner dem anderen was wegguckt.

Ich glaubte ihm nicht, wollte mich auflösen.

Und so machte ich ihm zischelnd und unmissverständlich klar, dass ich eben nicht der Meinung sei, dass FKK schön wäre! Denn alle Menschen sähen aus Gravitationsgründen und anatomischen Gegebenheiten alle BESSER aus, wenn sie bekleidet wären.
Menschen sind eben nicht immer schön.

Wütend entledigte ich mich des ersten Teils des Bikinis.
Mein Gatte nickte, sagte aber nichts, wollte mich keinesfalls in meinem Eifer entmutigen.

Was soll so toll sein an Open-Air-Cellulite?

Mein Gatte kam, mit kalten, perlenden Tropfen auf der Haut aus dem Meer zu mir, gab mir einen Kuss.

Ich wollte nur noch in den Westen türmen. Ich brauchte einen Fluchthelfer.

Mein Schatz hakte dezent seinen Finger seitlich in mein Bikiniunterteil. Und ließ es schnippen.
"Autsch!​"
"Siehste, das passiert nicht, wenn man FKK macht.​"

Wie schaffe ich ungesehen ins Meer? Vielleicht einen Tunnel graben, das hatte im Osten ja Tradition.

Wann gehst Du eigentlich ins Wasser, fragte meine bessere Hälfte aus dem anderen Teil Deutschlands.

Hilft nix.
Hose runter.

Ich stand auf und sagte so sorglos, wie es eben geht, wenn man vor Verklemmtheit kaum die Zähne auseinander bekommt: Ich gehe dann mal ins Meer, Schatz.

Ich eierte langsam zum Wasser, tapste ins flache Wasser der Ostsee. Der Himmel strahlend Blau. Ich sank ins Meer wie eine Tochter der Meeresgöttin Rán und des Meeresriesen Ägir.

Schwappschwapp, machte ich und schwamm ein paar Züge, mit einem ungewohnten Gefühl um die Hüften.

Nacktheit ist nichts für mich.


In diesem Sinne
Eure Wogenwessi

Und dann? .​.​.​letztens wollte mein Gatte mit mir in die Sauna - das erzähl ich Euch dann morgen.​.​.

Redakteur




04. November 2014, 07:44

Nur wo du zu Fuß warst...

Hallo Mädels,

herbstliche Impressionen und sonstige bildungsnahe Eindrücke findet Ihr in meiner Fotogalerie.​.​.​aber Vorsicht, wenn man das erst mal sieht, will man sofort hin.

Zum Thema Reisen fand ich folgendes, mongolisches Zitat (wahrscheinlich von Dschingis Khan persönlich):

"Besser ein dummer Wanderer als ein Weiser, der zu Hause sitzt.​"

Fontane war so angetan von der Müritz, dass er zeitlebens davon schwärmte - wenn es schon Diaprojektoren gegeben hätte, er hätte alle immerzu mit Dia-Abenden genervt.​.​.

In diesem Sinne
Die Müritzine

Redakteur




03. November 2014, 07:47

Rückkehr

Hallo Mädels,

da bin ich wieder. Die herbstliche Müritz ist sehr, sehr, sehr zu empfehlen.

Wie es sich für Schriftsteller und solche, welche sich dafür halten, gebührt, habe ich in der Fontanestrasse residiert, wo der Meister selbst dereinst Urlaub machte.
Ha!

Wenn ich meine Unterlagen und meine Gedanken sortiert habe, werde ich berichten wie meine Erfahrungen mit Luxushotels waren, in denen Erlebniskosmetik, ägyptische Pharaonen- und hawaiianische Tempelmassagen angeboten werden. Der Teil des Hotels in dem wir Quartier nahmen (eine Suite.​.​.​.​uiuiuiui, da wollte aber seine Fehlbuchung vom letzten Mal wieder gut machen?​) hieß übrigens vor 25 jahren noch "Solidarität".
Und im Wellnessbereich wurde neben einer Sauna auch eine Hopi&Essenz-Ohrenkerzen-Ther­apie bereit gehalten.

Aha.

Wie Misses Oberverklemmt (also ich) den ersten - allerersten Saunagang ihres Lebens verkraftet hat, lest Ihr dann bald an gewohnter Stelle.

Bis dahin
Eure Ecktanne

Redakteur




16. Oktober 2014, 11:10

Spiele sind wir - Haben Sie das auch in nett?


Hallo Mädels,

kennt Ihr noch dies, vollgestopften Läden mit Holzspielzeug, Puppen, Puppenstuben, Autos, Plüschtieren, einem gigantischen Kaufladen, Zoo mit Tieren und ein Dorf voller Schlümpfe und weiter hinten Gesellschaftsspiele wie Monopoly, Mensch ärgere Dich nicht, Scrabble, Schach, Fang den Hut?
Damals gab es ein erstaunlich übersichtliches Repertoire an Spielsachen.

Wenn ich zum Spielen ging, spielten wir Playmobil oder mit Pfeil und Bogen. Wenn ich mit meiner Freundin verabredet war, spielten wir Tierarzt. Dazu wurden wehrlose Plüschtiere mit Mutters sorgfältig gehüteter Pflastersammlung beklebt.

Spielzeugkauf ist so romantisch geworden, wie bei ALDI in der Gemüsekiste nach einer unvermatschten Banane zu tauchen.

Heutzutage geht man mit den Kindern in den Toys R Us (Spiele sind wir) in der Nachbarstadt.

Ich will kurz andeuten, dass die Leute, die dieses Verkaufs- und Ladenkonzept erdacht haben, sicher etwas von Marktwirtschaft verstehen.

Von Kindern haben sie allerdings gar keine Ahnung.

Diese Läden stehen ähnlich wie der örtliche IKEA meist außerhalb jedweder Zivilisation mit einer Zufahrt in der Größe einer Autobahnteilstrecke. Größe. Das ist auch schon das Geheimnis des Gesamtkonzepts. Größe. Weder billig noch in der Qualität gut.
Sicher, die Größe der Auswahl ist nicht abzustreiten, aber ganz ehrlich, wie viel Auswahl benötigt ein Kind?

Also wir gehen in besagten, unkleinen Horrorladen.

Ich betrete die Halle und bin umstellt von Hochregalen. Bei Toys R Us kann man eigentlich nichts kaufen. Nicht unbetäubt.
Überall sind Spielsachen. Irgendwelche Spielsachen. Das wirkt wie ein riesiger, durch die Luft jagender Vogelschwarm. Man kann absolut nichts fixieren!
Meine Kinder sind so verschüchtert, dass sie sich trotz freier Auswahl nur einen Ball schnappen und mit großen Augen flehen, sie hätten überhaupt kein Interesse an:
einer Carrerabahn,
an den Matchattacks,
an Playmobil in den Ausmaßen des Saarlandes,
an Lego City,
an Lego Star Wars,
an laustark dudelndem Wii, Nintendo und X-Box,
an Legotechnik, das zu einem Modell 1:​1 des Commerzbankhochhauses zusammengefügt wurde,
an Nerf, womit man zum GI ausgebildert werden kann.
Und schon GAR NICHT an irgendwas in Rosa oder Glitzern.
Danke, keinen Roller, keinen singenden Bär oder einer pullernden Puppe.

„Echt, Mama, wirklich, der Ball tut es auch!​“ Sie wollen nur weg. Wie ich.

In einem von vielen endlosen Gängen stehen vollbusige Barbies wie zu einer Erschießung. Die eingefrorenen, rosa Grinselippen sind auf die Vorbeifahrenden gerichtet, als würde Barbie längst erkennen, dass die Besucher wieder gehen dürfen, sie aber für immer in der ersten Reihe stehen und die zahllosen gläsernen Barbiesärge bewachen muss, in denen ihre Zwillingsschwestern darauf wartet, dass ein Mädchen sie (und zwar ausgerechnet SIE) haben will.
Das ist so wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto.

Schon mal frustriertes Spielzeug gesehen?

An der Kasse stehen Süßigkeiten. Ich will den Jungs als Trost einen Lolly kaufen. Es gibt die Lollys nur in der Größe „Langspielplatte“, wobei keiner der blutjungen Verkäufer ahnt, was das ist eine Langspielplatte.

Und lasse die Lollys liegen.


In diesem Sinne
Keine Barbie, nur Petra

Redakteur



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